Inspektor Moustique (1)

An dieser Stelle möchte ich eine kleine Serie beginnen. Es soll um den Inspektor Moustique gehen, der die absurdesten Fälle zu lösen hat – gemeinsam mit seinem Gehilfen Détective Jerome Chameau.

Inspektor Moustique und die Wolkenfabrik

Ich denke, ich sollte zuerst einmal etwas über Inspektor Moustique selbst erzählen. Er ist ein vornehm gekleideter Herr, vielleicht manchmal etwas überheblich, aber dennoch mit einem ganz erträglichen Gemüt ausgestattet. Leider muss man an ihm des Öfteren eine nicht sehr angenehme Eigenart beobachten: Er spuckt stets und ständig seinen rötlichen Kautabak auf alle Straßenpflaster, die er betritt.

Ganz allein von der Ausübung seines Berufes möchte ich schreiben, nicht mehr und nicht weniger. Ein engerer Fokus erlaubt schließlich intensivere Beschreibungen. Moustique arbeitet als leitender Ermittler im Bereich „Mysterien und Seltsames“, soll heißen, seine Aufgabe ist es, Rätsel zu lösen und Geheimnisse aller Art aufzudecken (wie es die aller anderen Inspektoren meist auch ist, aber das spielt hier keine Rolle). Er hat bei all seinen abenteuerlichen Ermittlungen immer seinen treuen Gehilfen Jerome Chameau an seiner Seite. – Ein äußerst schlauer Bursche, noch viel jünger als Moustique.

Das Telefon läutete schrill. Moustique saß an seinem Schreibtisch, in die Bürokratie vertieft und an die Schreibmaschine gefesselt. Aller Ablenkung durch genannte Faktoren trotzend hob der Inspektor ab und sprach: „Mysterien und Seltsames, Moustique am Apparat, hallo?“ – „Guten Tag, es spricht Bürgermeister Enfoiré. Es geschieht Unheilvolles, Herr Inspektor, Sie müssen mir helfen!“ – „Um Gottes Willen! Worum geht es?“ – „Nun… es gibt da ja diesen Hügel etwas abseits der Rue de la Soleil…“ – „Jaja, fahren Sie fort.“ – „Hören Sie, vor einem Jahr ist ein Mann namens Nicolas de Fou auf eben diesen Hügel spaziert – und niemals wieder zurückgekehrt… exakt einen Monat später wird die allseits beliebte Ärztin Geraldine Beauvoir bei Ihnen als vermisst gemeldet – auch von ihr weiß man nur noch, dass sie zuletzt diesen Höllenhügel betreten haben muss.“ – „Aber Maire, das weiß ich doch alles! An diesen Fällen habe ich mich bereits in die Verdammnis gegrübelt – wissen Sie das denn nicht?“ – „Doch, doch, warten Sie… meine geliebte Tochter – Gott segne sie! – ist nun ebenfalls auf diesem elenden Hügel verschwunden; spurlos! Ich mache mir furchtbare Sorgen!“ – „Das kann ich natürlich verstehen. Ich werde meinen besten Mann beauftragen, die Sache nun endlich ein für allemal zu klären.“ – „Ich danke Ihnen vielmals!“ – „Schon gut, ist ja mein Beruf. Auf Wiederhören, Maire.“ – „Auf Wiederhören.“

Jerome Chameau – Moustiques „bester Mann“ – tat am Folgetag wie ihm geheißen. Er besuchte, mit spezieller Schutzausrüstung ausgestattet, den Höllenhügel. Und was er dort Schreckliches in Erfahrung bringen musste, besprach er am Tag drauf mit seinem Vorgesetzten.

„Chef, der Bericht.“ – „Ich bin ganz Ohr, Jerome.“ – „Nun, es hat sich herausgestellt, dass über jenem Hügel eine extrem giftige Gaswolke schwebt, die jeden Besucher tödlich vergiftet. Der Tod war bei allen drei Leichen, die ich gefunden habe bereits nach jeweils weniger als drei Sekunden eingetreten. Es tut mir Leid, aber auch die Tochter des Bürgermeisters ist unter den Toten.“ – „Exzellent, Jerome. Sehr gute Arbeit. Darauf wäre ich wohl nie gekommen. Nur – eine Frage noch: Woher stammt diese Wolke? Konnten Sie darüber mehr herausfinden?“ – „Oh ja, das habe ich mich selbstredend auch gefragt. Hinter dem Hügel liegt das Industriegebiet, es handelt sich also um Fabrikabgase. Der Maire wird noch wahnsinnig, schließlich hat er die Fabriken dort bauen lassen.“ – „Der ist kein freier Mann mehr.“

Bild: stock.xchng

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