Praktikum: Tag 8

Einer der spannendsten Praktikumstage war das heute – ob des schwülen Wetters! Zunächst wurde ich in die Geschäftskalkulationen eingewiesen, um auch den wirtschaftlichen Aspekt des Bestattungsunternehmens näher kennenzulernen. Ich erfuhr, wie viele laufende Kosten es zu beachten gibt (schon allein das Halten des Büros ist nicht ohne!) und wie teuer Trauerfeiern sind. Man muss sein Geld mit Särgen, Urnen, Schleifen, Kränzen und so weiter machen – diese aber vorher auch eingekauft haben. Das bedeutet: Verdiene so, dass sich a) alle Kosten decken und du b) auch noch genug Gewinn machst.

Danach ist der erwähnte IT-Mensch gekommen und hat das Notebook wieder zum Laufen gebracht (leider mussten wir später feststellen, dass auf einmal das Internet damit nicht mehr zu erreichen war). Auf dem „Hauptcomputer“ hat er dann noch ein Programm von „Lexware“ installiert, mit dem man Kalkulationen (also Angebote und Rechnungen) zusammenstellen kann.

Als der Typ gegangen ist, kam ein Anruf: Neuer Sterbefall. Aber es handelte sich um ein richtiges Drama: Ein alter Mann ist gestorben, nachdem seine Frau lange um ihn gekämpft hat. Er wurde stets abgewiesen von Ärzten und in ein Heim gesteckt, nachdem er einen Schlaganfall erlitt. Sie hat sich trotzdem weiter bemüht und ihn da herausholen können. Irgendwann kam er wieder ins Krankenhaus – doch da hieß es dann auf einmal, es gäbe einen Pflegenotstand, die Frau solle auf ihn aufpassen. Und da ist er gestorben.

So erlebt man Einiges beim Bestatter. Später ist ein Obdachloser vorbeigekommen und bat um ein wenig Geld. Er sei gerade aus der Haft entlassen worden, erzählte er, wegen Zollvergehens habe er da gesessen, jetzt gab es keine Wohnung, kein Geld – gar nichts mehr, er wohne jetzt in einem Zelt, das habe er geschenkt bekommen, denn manch Einer ist gütig, ein Anderer wiederum widerwärtig, er erzählte, ein Faschist habe ihn aus seinem Laden geworfen, als er nach Geld fragte, aber bei diesem Bestatter hier wurde er hereingelassen – wir haben ihn erzählen lassen und das war auch gut so. Mit Geld ist er wieder herausgelassen.

Ja, man erlebt so Einiges beim Bestatter.

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