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	<title>Zementblog &#187; Medien</title>
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		<title>Breaking Bad again</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 13:27:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Breaking Bad]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist die TV-Serie, in der sich die USA einfach trotzdem pleite anfühlen. Jeder Hauch von Optimismus stirbt beim Zusehen in Null komma Nichts ab (&#8220;noch deprimierender&#8221;, Jungle World). Übrig bleibt ein viel zu pessimistischer, viel zu realer alter Mann, der zum Gangster aufgestiegen ist. Alles fing an, als der überqualifizierte Chemielehrer Walter White Crystal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Es ist die TV-Serie, in der sich die USA einfach trotzdem pleite anfühlen. Jeder Hauch von Optimismus stirbt beim Zusehen in Null komma Nichts ab (&#8220;noch deprimierender&#8221;, <a title="Jungle World - Jetzt noch deprimierender" href="http://jungle-world.com/artikel/2011/30/43691.html" target="_blank">Jungle World</a>). Übrig bleibt ein viel zu pessimistischer, viel zu realer alter Mann, der zum Gangster aufgestiegen ist. Alles fing an, als der überqualifizierte Chemielehrer Walter White Crystal Meth herstellte, um von dem Erlös ein Erbschaftsvermögen anzuhäufen &#8211; er hatte Krebs und wollte seine Familie durch seinen Tod nicht ruinieren. Hilfe bekommt er dabei von einem ehemaligen Schüler, der sich im Drogengeschäft gut auskennt. Soweit, so skurril.<span id="more-4857"></span></p>
<p>Das Gute ist die Machart dieser (leider) ungewöhnlichen Serie &#8211; sie glänzt durch originelle Dialoge, bewegende Bilder und ein in unregelmäßigen Abständen überraschendes Drehbuch. Die Darsteller der Hauptrollen kennt man zwar nicht unbedingt, würde allerdings einiges verpassen, wenn man sich <strong>Breaking Bad</strong> nicht ansieht. Die US-amerikanische Tageszeitung <em>USA Today</em> beschrieb die erste Staffel bereits zurecht als &#8220;das Beste, was dem Fernsehen passieren konnte&#8221;.</p>
<p>Ich habe im September des letzten Jahres in der Kritik &#8220;<a title="Dilemma-TV" href="http://www.zementblog.de/2010/09/27/dilemma-tv/">Dilemma-TV</a>&#8221; bereits über &#8220;Breaking Bad&#8221; berichtet &#8211; nun ist die heiß ersehnte dritte Staffel erschienen. Großartig! Der Fernsehsender AMC aus den USA zeigt seit Mitte Juli übrigens bereits die vierte Staffel, worauf man hierzulande also vermutlich auch nicht mehr allzu lange warten dürfte.</p>
<hr />
<p><small>Die dritte Staffel von <em>Breaking Bad</em> läuft <strong>ab dem 11. Oktober</strong> jeden Dienstagabend auf <strong>Arte</strong> (<a title="Arte - Die nächsten Serien auf Arte" href="http://www.arte.tv/de/film/Die-Serien-auf-ARTE/2945122.html" target="_blank">Quelle</a>).<br />
Seit Ende April ist sie außerdem auch <a title="Amazon - Breaking Bad, dritte Staffel" href="http://www.amazon.de/Breaking-Bad-komplette-dritte-Season/dp/B004NNUDXY/" target="_blank">auf DVD</a> (deutschsprachig) erhältlich.<br />
</small></p>
<div class="shr-publisher-4857"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<title>Dilemma-TV</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Sep 2010 08:42:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die US-amerikanischen Fernsehserien von heute zeigen, wieso das Leben im Neoliberalismus nur aus Notlösungen besteht und Gerechtigkeit nicht gesetzeskonform ist. In der Serie Weeds ist die Protagonistin Nancy Botwin seit dem unerwarteten Tod ihres Mannes alleinerziehende Mutter zweier Jungen &#8211; Shane, ein neunmalkluger Psychopath im Kleinkindalter und Silas, ein Teenager, der so seine Erfahrungen macht. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><em>Die US-amerikanischen Fernsehserien von heute zeigen, wieso das Leben im Neoliberalismus nur aus Notlösungen besteht und Gerechtigkeit nicht gesetzeskonform ist.<br />
</em></p>
<p>In der Serie <strong>Weeds</strong> ist die Protagonistin Nancy Botwin seit dem unerwarteten Tod ihres Mannes alleinerziehende Mutter zweier Jungen &#8211; Shane, ein neunmalkluger Psychopath im Kleinkindalter und Silas, ein Teenager, der so seine Erfahrungen macht. Die Familie steht vor dem großen Problem der Finanzierung.<span id="more-4123"></span> Nancy war bisher Hausfrau, will aber nicht aus Geldnot das Haus aufgeben. Also beschließt sie kurzerhand, Marihuana zu verkaufen.</p>
<p>In <strong>Breaking Bad</strong> führt der mürrische Vater Walter White ein sehr durchschnittliches Leben in Albuquerque, New Mexico. Sein Arbeitsalltag als überqualifizierter Chemie-Lehrer ist nicht nur monoton, sondern bringt außerdem nur ein sehr spärliches Gehalt ein, was er mit einem Job beim Auto-Waschservice aufbessert. Eines Tages bekommt er eine Krebsdiagnose mit Aussicht auf baldigen Tod. Walter ist ein Mann und &#8220;tut, was ein Mann tun muss&#8221;: Der Familie wenigstens ein Vermögen hinterlassen. So beginnt er, Methamphetamin &#8211; <em>Crystal Meth</em> &#8211; zu kochen, was ihm aufgrund hervorragender Chemiekenntnisse außerordentlich gut gelingt. Ein ehemaliger Schüler, Jesse Pinkman, verkauft das Zeug und schnurstracks haben die beiden ein kleines Imperium aufgebaut.</p>
<p>Serien wie Weeds und Breaking Bad lösen soziale Dilemmata wie schlechtes Einkommen, Benachteiligung, Krankheit oder Tod ohne Rücksicht auf geltendes Gesetz: Sie nehmen das klassische Bild von moralischem Handeln auseinander und ersetzen es durch ein neues. Eines, das nur die Rettung des Individuums beinhaltet, nicht den Zwang des gegebenen Handlungsrahmens. Einstige Tabuthemen werden zum zentralen Element des Trivialfernsehens. Moment &#8211; so trivial ist das gar nicht mehr. Wenn selbst Steven Spielberg als Produzent den Trend der Tragikomödie mitmacht und eine Mutter mit multiplen Persönlichkeiten in den Mittelpunkt rückt (<a title="Wikipedia - United States of Tara" href="http://en.wikipedia.org/wiki/United_States_of_Tara" target="_blank">United States of Tara</a>), dann scheint der ganzen Sache doch eine gewisse Relevanz zugesprochen zu werden.</p>
<p>Mit all den Serien wird nicht nur &#8220;über die Stränge geschlagen&#8221;; so oberflächlich sind all die kleinen, scheinbar harmlosen Geschichten aus den USA dann doch nicht. Zum einen zeichnen sie sich durch besonders ausgefeilte und originelle Dialoge aus &#8211; wenn Jesse Pinkman in Breaking Bad über den Namen &#8220;Opossum&#8221; philosophiert, hört sich das etwa so an:</p>
<blockquote><p>&#8220;Since when have they changed it to &#8216;opossum&#8217;? What&#8217;s up with that? When I was coming up it was just &#8216;possum&#8217;. [...] &#8216;Opossum&#8217; &#8211; it just sounds like it&#8217;s irish or something, you know! Why they gotta go changing everything?&#8221; (Breaking Bad, S04/E10)</p></blockquote>
<p>Hier wird der einfache Humor deutlich, der doch so ausdrucksstark wirkt. Zum andern wird nicht mehr, wie etwa bei den Simpsons, auf &#8220;das Verdummungspotential der Medien&#8221;, sondern auf echte soziale Probleme angespielt &#8211; es wird implizite Kritik an aktuellen Themen geübt. Wenn sich in <em>Weeds</em> der Schwager aus der kleinen Patchworkfamilie &#8211; allein diese ist schon äußerst ungewöhnlich für &#8220;Familienserien&#8221; &#8211; alle möglichen Ausreden überlegt, um nicht in den Irak zu müssen, dann aber doch eingezogen wird; wenn sich der Protagonist aus <em>Hung</em> notgedrungen prostituiert und das damit begründet, dass &#8220;extreme Situationen &#8230; extreme Maßnahmen&#8221; erfordern &#8211; dann hat sich wohl ein merkbarer Wandel im alltäglichen Fernsehen vollzogen. Man hat scheinbar eine neue Form der unterhaltsamen Aufklärung entdeckt, die sich ganz langsam den Weg zum Mainstream bahnt.</p>
<p>Was aber beabsichtigt diese Aufklärung, was will sie vermitteln? Wir können sie als Kapitalismuskritik verstehen, als Kritik an den bestehenden Verhältnissen. Es ist die Frage nach dem Warum, die wir damit in den Mittelpunkt rücken &#8211; warum werden Menschen verrückt? Warum nehmen sie Drogen? Warum laufen sie Amok? Die Antwort lautet, ganz allgemein ausgedrückt, immer: Weil ihre Situation sie dazu gewissermaßen auffordert. Die Situation jedes Menschen hängt von seinem Umfeld ab, das von einem bestimmten System gestaltet und gesteuert wird. Dieses System hat eine leistungsorientierte, antisoziale Gesellschaft zur Folge, genau die, in der wir leben. Für uns geht Gewinn vor Menschenleben. Für uns hat ein Geschlecht und eine Gruppe mehr Rechte als der Rest. Und wenn der Topf überzukochen droht, verstärken sich die besonders menschenverachtenden Tendenzen und erhalten mehr Zustimmung denn je.</p>
<p>Was passiert, wenn aber wir überkochen, und nicht &#8220;der Topf&#8221;, das ist Inhalt der genannten TV-Serien. Es geht darum, dass sich nicht systemkonforme Individuen nicht an den vorgegebenen Rahmen halten können, ja es geht um die Frage: Wie gestalten wir ein widerspenstiges, antisystemisches Leben? Auf den Punkt gebracht hat das Andy Botwin in <em>Weeds</em> (S04/E08): &#8220;Let&#8217;s move over there, where the scenery is a little less rapy.&#8221;</p>
<hr /><small><em>Breaking Bad</em> läuft ab dem 9. Oktober immer samstags um 22 Uhr mit je zwei Folgen auf Arte.</small></p>
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		<title>Skandal im Denkbezirk</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Sep 2010 19:07:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine kleine Randnotiz Spiegel online veröffentlichte Ende letzter Woche einen Artikel über einen vermeintlichen weiteren Fauxpas seitens Sarrazin. In Sarrazin verzettelt sich mit Goebbels* geht es um folgendes: &#8220;Provokation ist bekanntlich sein Geschäft und so kann diese kleine Geschichte aus dem Alltag des Thilo Sarrazin fast nicht mehr überraschen: Deutschlands derzeit bekanntester Thesenritter hat in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><strong>Eine kleine Randnotiz</strong></p>
<p><em>Spiegel online </em>veröffentlichte Ende letzter Woche einen Artikel über einen vermeintlichen weiteren Fauxpas seitens Sarrazin. In <a title="Spiegel online - Sarrazin verzettelt sich mit Goebbels" href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,716749,00.html" target="_blank">Sarrazin verzettelt sich mit Goebbels</a>* geht es um folgendes:</p>
<blockquote><p>&#8220;Provokation ist bekanntlich sein Geschäft und so kann diese kleine Geschichte aus dem Alltag des Thilo Sarrazin fast nicht mehr überraschen: Deutschlands derzeit bekanntester Thesenritter hat in einer Pilotsendung für eine Late-Night-Show Benjamin von Stuckrad-Barre  bei einem Ratespiel einen Post-it-Zettel mit der Aufschrift &#8220;Josef Goebbels&#8221; auf die Stirn geklebt.<span id="more-4150"></span> Stuckrad-Barre sollte erraten, wessen Name da auf seinem Haupt pappt. Nachdem ihm dies gelungen war, sagte Sarrazin über Joseph Goebbels, dieser sei &#8220;sehr gut mit Worten&#8221; gewesen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Im weiteren Verlauf des Textes schildert der Autor in auffallend inhaltsloser Ausschmückung des letztlich belanglosen Vorfalls, wie Sarrazin es auf Provokation in jeder Situation anlege, indem er etwa feststellt, dass Goebbels wortgewandt war. Dies abzustreiten ist schierer Blödsinn &#8211; doch wem es so an Durchblick mangelt, dass er sich selbst rhetorisch begabte Faschisten oder nicht provozierende Provokateure nicht vorstellen kann, dem muss etwas entgangen sein. Es kommt einem dann auch schon fast wie Realsatire vor, dass in demselben Artikel ausgerechnet der/die &#8220;ZDF-Neo-Leiter&#8221; mit Namen Himmler zitiert wird.</p>
<p>Diese irrelevante Meldung ist nichts als ein weiterer kläglicher Versuch, so viel wie nur  irgend möglich rund um den &#8220;Tabu-Brecher&#8221; und &#8220;Volkshelden&#8221; Sarrazin aufzutischen. Doch gerade hierbei kommt die Ungenauigkeit zum Vorschein,  mit der die Redaktionen, um eine brisante Information bemüht, bei ihrer  Arbeit vorgehen. Denn 1. steht das Ratespiel in keinem Zusammenhang mit  der derzeitigen Debatte und 2. frage ich mich, ob der Artikel  entstanden wäre, wäre es nicht eben dieser Sarrazin gewesen, der tat, was er da tat. So stehe ich letztlich noch immer vor der Frage, was der Verfasser mit seiner Veröffentlichung hat bezwecken wollen. Doch lasse ich sie im Raum stehen, denn die Antwort will ich gar nicht hören &#8211; so oder so bleibt zusammenfassend stirnrunzelnd zu sagen: Nichts weiter.</p>
<p><small>* ist das nicht ein überaus originelles Wortspiel? Da dachte ich mir, ich gebe mir für den Titel dieses Artikels auch keine Mühe mehr, an die hohe Kunst der <em>Spiegel</em>-Avantgarde reiche ich sowieso nicht heran.</small></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Querpresse: In Sachen Sarrazin</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2010/09/05/querpresse-in-sachen-sarrazin/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 14:15:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weil das Gras grün ist, ist alles, was grün ist, Gras! Oder: Wieder was zur Sarrazin-Debatte Die BILD-Zeitung spekuliert mit vollem Einsatz über die Wahrscheinlichkeit einer Sarrazin-Partei, der Name &#8220;Sarrazin&#8221; erweist sich als optimaler Kandidat zum Unwort des Jahres und das nationalistische Statistikgefummel &#8220;Deutschland schafft sich ab&#8221; klettert unentwegt die sogenannten Bestseller-Listen hoch. Kurzum: Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><strong>Weil das Gras grün ist, ist alles, was grün ist, Gras!<br />
</strong><em>Oder: Wieder was zur Sarrazin-Debatte</em></p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 230px"><a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Thilo_Sarrazin030709.jpg&amp;filetimestamp=20100717150035"><img style="margin: 10px;" title="Thilo Sarrazin" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/55/Thilo_Sarrazin030709.jpg/220px-Thilo_Sarrazin030709.jpg" alt="" width="220" height="147" /></a><p class="wp-caption-text">Kein Blatt vorm Mund, dafür vor den Augen: Stammtisch- und Salonrassist Sarrazin.</p></div>
<p>Die BILD-Zeitung spekuliert mit vollem Einsatz über die Wahrscheinlichkeit einer <a title="Bild.de - Wie groß wäre eine Partei der Unzufriedenen" href="http://www.bild.de/BILD/politik/2010/09/05/sarrazin-partei/achtzehn-prozent-wuerden-sarrazin-partei-waehlen.html" target="_blank">Sarrazin-Partei</a>, der Name &#8220;Sarrazin&#8221; erweist sich als optimaler Kandidat zum Unwort des Jahres und das nationalistische Statistikgefummel &#8220;Deutschland schafft sich ab&#8221; klettert unentwegt die sogenannten Bestseller-Listen hoch. Kurzum: Die Debatte ist in vollem Gange, der <a title="Jungle World - Zirkus Sarrazin" href="http://jungle-world.com/artikel/2010/35/41647.html" target="_blank">Zirkus Sarrazin</a> ist der reinste Verkaufsschlager.<span id="more-4094"></span></p>
<p>Der Stammtisch kommt plötzlich zu Erleuchtung, mit einem mal heißt es in der Springerpresse ganz überrascht: &#8220;Hat die Politik Fehler gemacht, Frau Merkel?&#8221; (<a title="Bild.de - Hat die Politik Fehler gemacht, Frau Merkel?" href="http://www.bild.de/BILD/politik/2010/09/05/bundeskanzlerin-angela-merkel-interview/ueber-thilo-sarrazin-und-deutsche-migranten-teil-1.html" target="_blank">Bild.de</a>) &#8211; offensichtlich ja, denn sie hat einem Sozialdarwinisten Gehör verschafft.</p>
<p>Doch die Presse zieht blitzartig alle Register, jeder versucht, die beste Story herauszuarbeiten und die neuesten, spektakulärsten Erkenntnisse in der Angelegenheit zu präsentieren. Sogar Broder darf sich Sarrazins Thesen weitestgehend anschließen, wieder &#8220;ganz provokativ zu Wort&#8221; und zu dem Schluss kommen, &#8220;dass eine Demokratie nicht von richtigen, sondern von falschen Meinungen lebt&#8221; (<a title="HNA online - Interview: Broder über Sarrazin" href="http://www.hna.de/nachrichten/politik/politik-lokal/interview-spiegel-autor-broder-sarrazin-spricht-aus-andere-ahnen-897011.html" target="_blank">HNA online</a>). Das exzessive Medienspektakel habe auch etwas Positives, denn &#8220;falsche Meinungen [...] provozieren immer eine Debatte&#8221;.</p>
<p>Jede Talkshow lädt ihn ein, überall taucht sein Buch auf, an jeder Straßenecke spricht man vom &#8220;diskriminierten Unzufriedenen&#8221;. Freie Meinungsäußerung, ja bitte! Aber wie oft muss man eigentlich noch zwischen Meinung und Hetze unterscheiden? Sarrazins Methode erinnert an längst veraltetes Propagandisten-Handwerkszeug:</p>
<ul>
<li>das Interpretieren von Statistiken
<ul>
<li>weil die Türken hierzulande statistisch weniger erreichen als die Deutschen (!), sind alle Türken dümmer als Deutsche &#8211; logisch, oder? Unwichtig, dass in Deutschland einfach weniger höhergebildete Türken leben könnten als in der Türkei. Immerhin geht doch nichts über einen beherzten Umkehrschluss: Weil das Gras grün ist, ist alles, was grün ist, automatisch auch Gras.</li>
</ul>
</li>
<li>das Prognostizieren zur Darstellung einer Bedrohung
<ul>
<li>wenn alles so weitergeht wie bisher, müssten in 100 Jahren mehr Moslems als Deutsche in Deutschland leben. Klar, der Lauf der Dinge definiert sich durch Stillstand und wir sollten grundsätzlich mehr Angst vor der kommenden &#8220;Überfremdung&#8221; haben, schließlich ist das eine ernstzunehmende Sache. Lasst uns eine 30er-Retro-Party feiern (oder gründen).</li>
</ul>
</li>
<li>das Selektieren der Bevölkerung nach Abstammung
<ul>
<li>nicht nach Ethnie, sondern nach Kultur! Das muss der gute Herr Sarrazin betont haben, irgendwie muss man sich ja rausreden.</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Sie finden diese Argumentationstaktik cool? Das ist sie auch: kühl, oberflächlich und, wie Merkel &#8211; sprachlich ausgefeilt wie immer &#8211; es nannte, &#8220;nicht hilfreich&#8221;.</p>
<p><em>Mehr zum Thema auch im Artikel &#8220;<a title="Der es endlich anspricht?" href="http://www.zementblog.de/2009/10/16/der-es-endlich-anspricht/" target="_self">Der es endlich anspricht?</a>&#8220;</em></p>
<p style="text-align: right;"><small>Bild: Nina / <a title="Wikimedia Commons - Thilo Sarrazin" href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Thilo_Sarrazin030709.jpg?uselang=de" target="_blank">Wikimedia Commons</a> (CC-BY-SA 3.0)</small></p>
<div class="shr-publisher-4094"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wort zum Alltag 5/10</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2010/05/27/wort-zum-alltag-510/</link>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 12:11:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lieber Frank, es ist wirklich schade, dass du diesen Trend mitmachst. Den Trend, die Linkspartei öffentlich zu verhöhnen und zu diffamieren. Den Trend, sie nicht ernstzunehmen, ihre Forderungen als lächerlich und rückschrittlich darzustellen und schließlich auch den Trend, zu behaupten, die Linkspartei wolle doch nur die DDR wieder aufbauen. Dass das blind und falsch ist, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><em>Lieber Frank,</em></p>
<p>es ist wirklich schade, dass du diesen Trend mitmachst. Den Trend, die Linkspartei öffentlich zu verhöhnen und zu diffamieren. Den Trend, sie nicht ernstzunehmen, ihre Forderungen als lächerlich und rückschrittlich darzustellen und schließlich auch den Trend, zu behaupten, die Linkspartei wolle doch nur die DDR wieder aufbauen. Dass das blind und falsch ist, dürfte jeder halbwegs vernünftige Mensch längst erkannt haben, sicher gehörst auch du dazu.<span id="more-3711"></span></p>
<p>Selbst den bürgerlichen Kreisen, also Medien und Parteien, unterstelle ich, erkannt zu haben, dass die Linke sowohl eine ernstzunehmende Opposition als auch eine regierungsfähige Partei ist &#8211; sie wollen es nur nicht wahrhaben. Deshalb wird die Propagandamaschine kräftig angekurbelt, um dem &#8220;einfach denkenden Bürger&#8221; täglich aufs Neue einzubläuen, dass wer die Linke wählt, seine Stimme an linksextreme DDR-Nostalgiker verschwendet. Ordentlich unterstützt wird diese Kampagne natürlich von den konservativen Zeitungen und Magazinen sowie dem beliebten bunten Blatt, das wirklich gut zum Einwickeln von Fisch zu gebrauchen ist, zu sonst aber nichts.</p>
<p>Dass nun aber auch die Öffentlich-Rechtlichen mitmachen, ist auf der einen Seite sehr traurig, auf der anderen Seite überrascht es mich nicht sonderlich. Nun kennen wir dich schon lange als Moderator einer immer wieder sehr lebhaften Diskussionsrunde. Nicht aber als einen, der zum Wahlkampfthema zu jeder Partei einen Gast einlädt &#8211; nur nicht für die Linke. Nicht als einen, der lediglich zwischendurch kurze Filme mit Äußerungen linker Abgeordneter zur DDR präsentiert, über die dann in der Runde ordentlich gelästert werden darf. Und wir kennen dich auch nicht als einen Moderator, der Debattanten den Mund verbietet, wenn sie eine positive Stimmung im Gästebuch gegenüber Rot-Rot-Grün ansprechen wollen (siehe <a title="NachDenkSeiten - Grenzenlose Manipulation bei &quot;Hart aber fair&quot;" href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=5551" target="_blank">NachDenkSeiten</a>). All das ist neu &#8211; und erschütternd.</p>
<p><em>Mit Bedenken,</em></p>
<p><em>Jan</em></p>
<p><strong>Brschloch des Monats</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">British Petroleum<br />
</span></p>
<blockquote><p>BP beschäftigt sich seit über einem Jahrhundert mit Energie. Im Laufe der Jahre hat BP immer stärker dazu beigetragen, die Energieeffizienz zu erhöhen. Unsere heutigen Produkte und Verfahren zeigen, welchen Beitrag BP bereits geleistet hat.</p>
<p style="text-align: right;">(BP zu <a title="Süddeutsche Zeitung - Boykottaufrufe gegen BP" href="http://www.sueddeutsche.de/politik/oelpest-im-golf-von-mexiko-boykottaufrufe-gegen-bp-1.948922" target="_blank">seinem Beitrag</a> zur Energieeffizienz)</p>
</blockquote>
<p>Schön sieht dieser Beitrag aus &#8211; ein bisschen schmutzig und dunkel, aber immerhin ist jetzt <a title="ProPublica - Oil-Stained Pelicans" href="http://www.propublica.org/ion/blog/item/photo-of-the-day-oil-stained-pelicans" target="_blank">alles</a> in Butter, ich meine: in Öl.</p>
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		<title>Wort zum Alltag 4/10</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 15:40:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lieber Jesus, sei mir nicht böse, dass ich deiner Religion keinen Millimeter folge. Trotzdem will ich einmal mit dir reden &#8211; vor einigen Wochen empörte man sich ausführlich über das April-Titelblatt des Satiremagazins &#8220;Titanic&#8221; (Kirche heute), das mit seiner &#8220;verhöhnenden&#8221;, &#8220;unüberbietbar besudelnden&#8221; und &#8220;primitiven&#8221; Darstellung deiner Person ausschlaggebender Teil einer antikatholischen Hetzkampagne sei (Kath.net). Ausschlag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><em>Lieber Jesus,</em></p>
<p>sei mir nicht böse, dass ich deiner Religion keinen Millimeter folge. Trotzdem will ich einmal mit dir reden &#8211; vor einigen Wochen empörte man sich ausführlich über das April-Titelblatt des Satiremagazins &#8220;Titanic&#8221; (<a title="Titanic - Kirche heute" href="http://www.titanic-magazin.de/typo3temp/pics/2b8f9f9191.jpg" target="_blank">Kirche heute</a>), das mit seiner &#8220;verhöhnenden&#8221;, &#8220;unüberbietbar besudelnden&#8221; und &#8220;primitiven&#8221; Darstellung deiner Person ausschlaggebender Teil einer antikatholischen Hetzkampagne sei (<a title="Kath.net - Unüberbietbare Besudelung" href="http://www.kath.net/detail.php?id=26318" target="_blank">Kath.net</a>). Ausschlag gibt mir erst die Argumentation deiner Anhänger (auch: &#8220;Follower&#8221;), die unter anderem eine Geld- oder Freiheitsstrafe für die verbrecherischen Satiriker aus Frankfurt fordern.<span id="more-3567"></span></p>
<p>Aber was mich wirklich interessiert: Stört <em>dich</em> das Titelblatt? Stört es dich nicht vielmehr, dass deine Gefolgschaft die Szene deiner traumatischen Kreuzigung als Symbol verwendet; seit eh und je? Ist das nicht furchtbar sadistisch? Da ist die Parodie doch nur legitim. Und wirklich witzig &#8211; besonders durch ihren aktuellen Bezug, den die Kritiker übrigens gänzlich ausblendeten, kaum einmal ansprachen. Hier trennen sich die Kritiken in ihrer Interpretation als Grundlage &#8211; schließlich kann man den obszönen Akt auch als freundliche Leidenserleichterung verstehen. Aber Homoerotik hat in der katholischen Kirche bekanntlich sowieso keinen Platz.</p>
<p><em>Weiterhin viel Vergnügen,</em></p>
<p><em>Jan</em></p>
<p><strong>Pfiffikus des Monats</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Arno Frank</span></p>
<blockquote><p>Ich halte  mich für einen  humorvollen Menschen, immer für ein Späßchen zu haben.  Etwa für den  Spruch: &#8220;Paulus schrieb an die Irokesen: Euch schreib ich  nicht, lernt  erst mal lesen!&#8221; Frech? Klar, aber doch auch pfiffig,  oder?</p>
<p style="text-align: right;">(Frank in der <a title="taz - Darf der Priester Jesus missbrauchen?" href="http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/darf-der-priester-jesus-missbrauchen" target="_blank">taz</a> zum Titanic-Cover-Skandal)</p>
</blockquote>
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		<title>Querpresse: Überlesenes</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2010/04/26/querpresse-uberlesenes/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 18:25:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bergedorf]]></category>
		<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[In den letzten Wochen und Tagen sind einige wichtige Nachrichten teils untergegangen, teils unerwähnt geblieben oder aber als &#8220;mutmaßlich&#8221;, also aus ungesicherten Quellen stammend präsentiert und abgetan wor­den. Manche sind einfach einer besonderen Erwähnung würdig. Aber eins nach dem anderen. Zunächst ein mittlerweile schon etwas weiter zurückliegendes Ereignis, das selbst in den Lokalblät­tern kaum eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p style="text-align: justify;">In den letzten Wochen und Tagen sind einige wichtige Nachrichten teils untergegangen, teils unerwähnt geblieben oder aber als &#8220;mutmaßlich&#8221;, also aus ungesicherten Quellen stammend präsentiert und abgetan wor­den. Manche sind einfach einer besonderen Erwähnung würdig. Aber eins nach dem anderen.</p>
<p style="text-align: justify;">Zunächst ein mittlerweile schon etwas weiter zurückliegendes Ereignis, das selbst in den Lokalblät­tern kaum eine Bemerkung wert gewesen zu sein schien: Am Ostermontag haben Neonazis die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Neuengamme" target="_blank">KZ-Gedänkstätte Neuengamme</a> mit Hakenkreuzen und dem Kennzeichen &#8220;C18&#8243; (Merkmal der radikal nationalsozialistischen Organisation &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Combat_18" target="_blank">Combat 18</a>&#8220;) beschmiert (siehe auch <a href="http://de.indymedia.org/2010/04/277504.shtml" target="_blank">Indymedia</a>).<span id="more-3543"></span> In einer Pressemitteilung fordert die <a href="http://ag-neuengamme.de/" target="_blank">Arbeitsgemeinschaft Neuengamme e. V.</a> den umgebenden Bezirk Ham­burg-Bergedorf auf, &#8220;künftig dafür Sorge zu tragen, dass eine solche Schändung nicht wieder mög­lich&#8221; ist. Seltsam, dass ein solcher Skandal in den Medien &#8211; nicht nur in der Presse &#8211; derart ausge­blendet wird. Natürlich handelt es sich &#8220;nur wieder um eine weitere rechtsradikale Tat&#8221;, aber viel­leicht ist die Erwähnung derer der Öffentlichkeit auch gar nicht so recht, zumal sich die konservative Politik jetzt auch verstärkt auf &#8220;Linksradikale&#8221; konzentrieren will.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 226px"><a href="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/collateral_murder.png"><img class="size-medium " style="margin: 10px;" title="Massenmord im Irak" src="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/collateral_murder-300x212.png" alt="" width="216" height="152" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Sieh dir diese toten Bastarde an!&quot;</p></div>
<p style="text-align: justify;">Nächster Punkt: die neueste Enthüllung von WikiLeaks &#8211; ein Video namens &#8220;<a href="http://www.collateralmurder.com/" target="_blank">Collateral Murder</a>&#8220;, das &#8220;ein [...] Kriegsverbrechen von US-Soldaten im Irak dokumentiert&#8221; (<a href="http://www.jungewelt.de/2010/04-07/063.php" target="_blank">junge Welt</a>). Die Aufnahme fand von einem US-Militärhubschrauber aus statt und zeigt, wie ein Einsatzkommando scheinbar spontan eine Gruppe harmlos wirkender Menschen ohne ersichtlichen Grund niederschießt. Zwei der hingerichteten Menschen waren Journalisten der Agentur Reuters, also ganz klar keine potentiel­le Gefahr. Dieses Massaker führe laut <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/147387" target="_blank">Telepolis</a> die &#8220;totale moralische Verwahrlosung des Menschen in der Alltäglichkeit des Krieges&#8221; vor Augen. Telepolis zitiert im folgenden die amerikanische Mili­tärführung, die mit den Worten reagiert habe, der Akt sei ganz und gar &#8220;nach den Regeln des be­waffneten Konflikts und in Übereinstimmung mit den Einsatzregeln des US-Militärs&#8221; verlaufen. In den Nachrichten ist das Video nicht gerade rege diskutiert worden. Selbstverständlich hat jedes Blatt und jeder Sender davon berichtet, aber immer wieder mit der Bemerkung, WikiLeaks sei keine seri­öse Quelle, deshalb gäbe es keine Möglichkeit, eine fundierte Debatte zu beginnen.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/menschenkette.jpg"><img class="size-thumbnail  " style="margin: 10px;" title="Menschenkette gegen Atomkraft" src="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/menschenkette-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Der Moment des Händchenhaltens.</p></div>
<p style="text-align: justify;">Und zuletzt sei die Menschenkette gegen Atomkraft am vergangenen Samstag erwähnt, die quer durch Norddeutschland vom AKW Brünsbüttel über Hamburg bis zum AKW Krümmel führte. Nach Angaben der veranstaltenden Organisationen machten sich auf mehr als 120 Kilometern etwa 120.000 <a href="http://taz.de/1/nord/artikel/1/atomkraftgegner-machen-sich-lang/" target="_blank">Atomkraftgegner lang</a> &#8211; der reibungslose Ablauf und die tolle Beteiligung . Gleichzeitig de­monstrierten 20.000 Menschen vor dem AKW Biblis in Hessen sowie 7.000 Personen beim Atom­müll-Zwischenlager in Ahaus (Nordrhein-Westfalen). Die Sprecher des Trägerkreises (<a href="http://www.anti-atom-kette.de/pressemeldungen/pressemitteilungen/artikel/302826667e/groesste-proteste-in-der-geschichte-1.html" target="_blank">KettenReAktion</a>) bezeichnen die groß angelegte Aktion als die &#8220;größten Proteste, die es [...] in der Bundesrepublik je gegeben hat&#8221; und fordern die Bundesregierung auf, aus dem Tag &#8220;Konsequenzen [zu] ziehen&#8221;. Es wurden außerdem weitere Proteste in Aussicht gesetzt, sofern die schwarz-gelbe Regierung weiter &#8220;an ihrem Atomkurs&#8221; festhalte.</p>
<p style="text-align: right;"><small>Bilder: WikiLeaks.org, Inken Bruns</small></p>
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		<title>Scientology im Spielfilm</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Mar 2010 17:24:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am kommenden Mittwoch zeigt die ARD einen Spielfilm über die Machenschaften der Scientology mit dem Titel &#8220;Bis nichts mehr bleibt&#8221; &#8211; es handelt sich um ein Spielfilmdrama, das den berüchtigten Verein erstmals beim Namen nennt und die Geschichte von Anhängern und Aussteigern darlegt. Dabei sollen sowohl die internen Machtstrukturen als auch die finanziellen wie psychischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><a href="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/03/scientology.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3435" style="margin: 10px;" title="Scientology-Kirche Hamburg" src="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/03/scientology-300x225.jpg" alt="Scientology-Kirche Hamburg" width="192" height="144" /></a>Am kommenden Mittwoch zeigt die ARD einen Spielfilm über die <a title="Spiegel Online - Operation Scientology" href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,675388,00.html" target="_blank">Machenschaften der Scientology</a> mit dem Titel &#8220;Bis nichts mehr bleibt&#8221; &#8211; es handelt sich um ein Spielfilmdrama, das den berüchtigten Verein erstmals beim Namen nennt und die Geschichte von Anhängern und Aussteigern darlegt. Dabei sollen sowohl die internen Machtstrukturen als auch die finanziellen wie psychischen Abhängigkeiten eines Mitgliedes beschrieben werden.</p>
<p>Wie wird ein &#8220;ganz normaler Bürger&#8221; zum Scientology-Anhänger?<span id="more-3422"></span> Wie schafft er es, sich wieder davon freizumachen? Wie lebt er danach mit seiner Vergangenheit? Alles Fragen, die Regisseur Niki Stein in einer sehr emotionalen Geschichte zu beantworten versuchte. Er erzählt die Geschichte eines &#8220;jungen Familienvaters&#8221; (gespielt von Felix Klare, bekannt aus <em>Tatort</em>), der es schafft, sich &#8220;aus den Fängen des Systems zu lösen&#8221;, dabei jedoch seine Familie verliert &#8211; kurzum: die dunklen Seiten des Weges zur Erlösung werden in einem packenden Drama fürs Öffentlich-Rechtliche in altbewährter Manier verpackt. Soweit die Idee.</p>
<p>An der Umsetzung aber mag es schnell hapern &#8211; die Dreharbeiten mussten weitgehend geheimgehalten werden, so fanden sie etwa unter einem Decknamen statt. Das einerseits aus Rücksicht auf die Aussteiger, die zu einem erheblichen Teil bei der Recherche halfen, und andererseits aus Vorsicht gegenüber der thematisierten Organisation selbst. Diese ging auch gleich <a title="Spiegel Online - &quot;Geschichten, die vorne und hinten nicht stimmen&quot;" href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,685577,00.html" target="_blank">gegen die ARD</a> vor, als sie von dem Projekt Wind bekam.</p>
<p>Aber auch die Medien sind geteilter Meinung: Die <a title="taz - Vorsicht, Fernseh-Propaganda!" href="http://www.taz.de/1/nord/artikel/1/vorsicht-fernseh-propaganda/" target="_blank">taz</a> beispielsweise warnt, dass solch ein &#8220;Aufklärungsfilm&#8221; leicht zur Propaganda verkommen könne. Es sei ärgerlich, wenn die Sicht der Dinge nach der unter Scientology-Anhängern gefürchteten Hamburger Sektenbeauftragten Ursula Caberta von der <a title="Wikipedia - Arbeitsgruppe Scientology" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsgruppe_Scientology" target="_blank">Arbeitsgruppe Scientology</a> (AGS) &#8220;ungefiltert [...] Niederschlag&#8221; finde. Von Drehbuchautoren könne zumindest &#8220;ein bisschen Gegenrecherche&#8221; erwartet werden.</p>
<p>Das ist natürlich wahr, weshalb man gespannt sein darf, wie einseitig der Film nun wirklich ist. Man kann nicht verlangen, dass er auch etwaige gute Seiten zeigt, wenn er doch eine Problematik darstellen soll. Aber er darf keine Gerüchte oder Behauptungen einbringen, ganz zu schweigen von Unwahrheiten. Solange dies nicht der Fall ist, kann man auch nicht von Propaganda sprechen. Den Film zu sehen wird sich vermutlich so oder so lohnen, zumal er eine äußerst interessante Intention verfolgt und der Regisseur auch schauspielerisch voraussichtlich nicht besonders weit daneben gegriffen hat.</p>
<p><small>Niki Stein: &#8220;<a title="Das Erste - Bis nichts mehr bleibt" href="http://www.daserste.de/filmmittwoch/sendung_dyn~film,2156~cm.asp" target="_blank">Bis nichts mehr bleibt</a>&#8220;; Das Erste, 31.03.2010, 20.15 Uhr.</small></p>
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		<title>Idee: Blog-Magazin</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2010/02/22/idee-blog-magazin/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Feb 2010 17:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn man so in den vielen Blogs stöbert, entdeckt man immer wieder richtig gute Artikel, die genauso gut in der Zeitung hätten stehen können. Oft denke ich dann: Wie schade, das hätte sicher auch einem viel breiteren Publikum gefallen. Einem Publikum leider aber, das Blogs nie im Leben lesen würde. Wer liest schon Blogs unter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Wenn man so in den vielen Blogs stöbert, entdeckt man immer wieder richtig gute Artikel, die genauso gut in der Zeitung hätten stehen können. Oft denke ich dann: Wie schade, das hätte sicher auch einem viel breiteren Publikum gefallen. Einem Publikum leider aber, das Blogs nie im Leben lesen würde. Wer liest schon Blogs unter den Leuten, die Zeitung lesen? Ich kenne niemanden. Das kann sich ändern. Es sind schon mehrmals Versuche gestartet worden, die Inhalte des Web 2.0 an die &#8220;analoge Generation&#8221; (und vielleicht nicht nur Generation, sondern Gesellschaftsgruppe) zu vermitteln &#8211; nicht, um diese Menschen zur Internet-Nutzung zu bewegen, sondern um die großen Glanzlichter da drinnen nach da draußen zu tragen.<span id="more-3136"></span></p>
<p>Und so bin ich nun auf die Idee gekommen, man könnte doch ein Blog-Magazin herausgeben, das als Journal mit lesenswerten Artikeln aus Blogs zu Politik, Kultur und Wirtschaft viertel- oder halbjährlich erscheint. Und zwar als PDF, das sich die Blogger für ihre Region herunterladen und ausdrucken können, um es dort zu verteilen. Layout, Design, Auswahl und Präsentation des Projekts müsste dann ein Team aus Bloggern übernehmen, das Lust und Zeit hat, sich viermal (oder zweimal) im Jahr darum zu kümmern. Das Journal könnte thematisch geordnet werden und auch mit literarischen/lyrischen Beiträgen sowie Fotos geschmückt werden. Das stelle ich mir sehr hübsch und ansprechend vor.</p>
<p>Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber ich denke schon, dass es wichtig ist, auch diejenigen anzusprechen, die nicht im Internet leben. Natürlich tritt das ganz aus dem Rahmen der Blogosphäre, aber warum soll man nicht auch mal was anderes machen? Dies hier könnte für Abwechslung und mehr Leben sorgen &#8211; außerdem dafür, dass sich die sprachlich wie inhaltlich gelungenen Artikel einer etwas breiter gefächerten Bekanntheit erfreuen. Dabei entsteht natürlich wieder die Qual der Wahl: Welche Blogs sollen ins Journal, welche nicht? Vielleicht muss man das einfach von Ausgabe zu Ausgabe entscheiden oder demokratisch abstimmen. In jedem Fall sollte daran festgehalten werden, dass ein (natürlich nur mit Genehmigung des Autors) weiterveröffentlichter Artikel ein Gewisses Maß an Relevanz, Information und Anspruch benötigt, um überhaupt das Interesse der Leser zu wecken.</p>
<p>Was haltet ihr von dieser Idee? Wie würdet ihr euch das Projekt vorstellen? Wer hätte Lust, eventuell mitzumachen? Ich freue mich auf eure Gedanken, Vorschläge und Anregungen zum Thema.</p>
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		<item>
		<title>&#8220;Total legitim&#8221;</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2010/02/10/total-legitim/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 23:01:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Das tote Tier am Straßenrand, der Feuilleton und das Internet Was diese drei Dinge gemeinsam haben? Plötzlich vieles. Ein verreckendes Tier am Rande einer viel befahrenen Straße nennt man im amerikanischen Slang &#8220;Roadkill&#8221;. Der Titel des Debütromans der 17jährigen Theatertochter Helene Hegemann lautet &#8220;Axolotl Roadkill&#8221; &#8211; der Axolotl ist ein mexikanischer Schwanzlurch, der nicht erwachsen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><strong>Das tote Tier am Straßenrand, der Feuilleton und das Internet</strong></p>
<p>Was diese drei Dinge gemeinsam haben? Plötzlich vieles. Ein verreckendes Tier am Rande einer viel befahrenen Straße nennt man im amerikanischen Slang &#8220;Roadkill&#8221;. Der Titel des Debütromans der 17jährigen Theatertochter Helene Hegemann lautet &#8220;<a title="Amazon - Axolotl Roadkill" href="http://www.amazon.de/Axolotl-Roadkill-Helene-Hegemann/dp/3550087926/" target="_blank">Axolotl Roadkill</a>&#8221; &#8211; der <a title="Wikipedia - Axolotl" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Axolotl" target="_blank">Axolotl</a> ist ein mexikanischer Schwanzlurch, der nicht erwachsen wird und immerzu einer Kaulquappe gleicht. Es geht in dem Buch um ein Mädchen im zarten Alter von 16 Jahren, das ein knallhartes Erwachsenwerden in Berlin durchmacht &#8211; Sex, Drogen, Schmerzen. In einer sehr konstruierten Sprache, die wie gespielte Intellektualität wirkt und keineswegs wie tiefgründige Poesie, beschreibt Hegemann das lotterige Szeneleben detailreich und mit interessanten Einfällen.<span id="more-3056"></span></p>
<p>Die Presse lobte das Werk zunächst einseitig, wohl weil man sich verpflichtet fühlte, eine so junge Autorin mindestens für ihre frühliterarische Leistung zu loben. Außerdem war diese bereits zuvor durch außergewöhnliche Leistungen aufgefallen: Sie hat einen Film gedreht, ein Theaterstück geschrieben und Hörspiele entwickelt. Nicht zuletzt wird erwähnt, dass sie die Tochter von <a title="Wikipedia - Carl Hegemann" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Hegemann" target="_blank">Carl Hegemann</a> ist, einem bekannten Theaterschaffenden und Publizisten. So ist Tochter Helene schon früh mit der Welt der Künstler und Theater in Berührung gekommen. Grund genug, von einem &#8220;Phänomen&#8221; (Georg Diez, Süddeutsche Zeitung), von &#8220;treffenden Beobachtungen&#8221; und &#8220;überraschenden Gedanken&#8221; (Tobias Rapp, Der Spiegel), ja von einem &#8220;Kugelblitz in Prosaform und Prosasprache&#8221; (Ursula März, Die Zeit) zu sprechen. Fleißig wird durchgängig positiv rezensiert, eifrig lobt man das Wunderkind und Fräuleinwunder. Insgesamt und überhaupt sei dieser &#8220;große Coming-of-age-Roman der Nullerjahre&#8221; (Mara Delius, FAZ) eine wunderbare, faszinierende, großartige, erstaunliche, unvergleichliche und atemberaubende Glanzleistung.</p>
<p>Nun zur Rolle des Internets in diesem Spektakel. Deef Pirmasens, Betreiber des Blogs &#8220;<a title="Gefühlskonserve - Axolotl Roadkill: Alles nur geklaut?" href="http://www.gefuehlskonserve.de/axolotl-roadkill-alles-nur-geklaut-05022010.html" target="_blank">Gefühlskonserve</a>&#8220;, ist in dem Buch auf mehrere Auffälligkeiten gestoßen, die ihn auf Anhieb stutzig gemacht haben: Ganz besondere Wortkonstruktionen wie &#8220;Vaselintitten&#8221; oder &#8220;Technoplastizität&#8221; kamen ihm seltsam vertraut vor &#8211; und zwar aus dem Buch &#8220;<a title="Amazon - Strobo" href="http://www.amazon.de/Strobo-Airen/dp/3941592068" target="_blank">Strobo</a>&#8221; vom Berliner Blogger Airen. Als er genauer nachsah und die beiden Texte Wort für Wort verglich, entdeckte er sogar gänzlich kopierte, nur leicht abgeänderte Textpasssagen in &#8220;Axolotl Roadkill&#8221;, die ihren Ursprung in &#8220;Strobo&#8221; hatten. Die Autorin reagierte auf den Plagiatsvorwurf mit einer Stellungnahme und der Nennung von Airen in der Danksagung, deren abgeänderte Version nun in der zweiten Auflage auftaucht. In der Stellungnahme heißt es unter anderem:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich [finde] mein Verhalten und meine Arbeitsweise (&#8230;) total legitim und mache mir keinen Vorwurf, was vielleicht daran liegt, dass ich aus einem Bereich komme, in dem man auch an das Schreiben von einem Roman eher regiemäßig drangeht, sich also überall bedient, wo man Inspiration findet.&#8221;</p></blockquote>
<p>Natürlich ist es legitim, sich von anderen Autoren inspirieren zu lassen. Das tun sicher die meisten Schriftsteller, schließlich wird man von dem, was man liest, nicht unerheblich geprägt. Aber stellenweise zu zitieren, ohne die Abschnitte als Zitate kenntlich zu machen oder auf die Quelle hinzuweisen, ist sicher nicht &#8220;total legitim&#8221;. Natürlich kann das einem Jungautoren passieren, nicht aber einem Verlagslektorat. Die &#8220;Digitalbohème&#8221; scheitert an dem Punkt, an dem sie das Internet als Buffet versteht, an dem man sich nach Laune bedienen kann, ohne dabei über irgendwelche Konsequenzen nachzudenken. Mara Delius von der FAZ schreibt abschließend, sozusagen als <a title="Frankfurter Allgemeine - Mir zerfallen die Worte im Mund wie schlechte Pillen" href="http://www.faz.net/s/Rub79A33397BE834406A5D2BFA87FD13913/Doc~E18D3D24CAA994C88A24BD58E0C386A8F~ATpl~Ecommon~Sspezial.html" target="_blank">Krönung des Ganzen</a>, über die Vorgehensweise Helene Hegemanns: &#8220;All das, was schon hundertmal gedacht, gesagt, getan und getragen wurde, hat sie aufgesogen, gebündelt und in etwas ganz Neues, Unerhörtes verwandelt.&#8221;</p>
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