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	<title>Zementblog &#187; Medien</title>
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	<description>Das Original: Zementär-revolutionär.</description>
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		<title>Wort zum Alltag 5/10</title>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 12:11:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lieber Frank, es ist wirklich schade, dass du diesen Trend mitmachst. Den Trend, die Linkspartei öffentlich zu verhöhnen und zu diffamieren. Den Trend, sie nicht ernstzunehmen, ihre Forderungen als lächerlich und rückschrittlich darzustellen und schließlich auch den Trend, zu behaupten, die Linkspartei wolle doch nur die DDR wieder aufbauen. Dass das blind und falsch ist, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Lieber Frank,</em></p>
<p>es ist wirklich schade, dass du diesen Trend mitmachst. Den Trend, die Linkspartei öffentlich zu verhöhnen und zu diffamieren. Den Trend, sie nicht ernstzunehmen, ihre Forderungen als lächerlich und rückschrittlich darzustellen und schließlich auch den Trend, zu behaupten, die Linkspartei wolle doch nur die DDR wieder aufbauen. Dass das blind und falsch ist, dürfte jeder halbwegs vernünftige Mensch längst erkannt haben, sicher gehörst auch du dazu.<span id="more-3711"></span></p>
<p>Selbst den bürgerlichen Kreisen, also Medien und Parteien, unterstelle ich, erkannt zu haben, dass die Linke sowohl eine ernstzunehmende Opposition als auch eine regierungsfähige Partei ist &#8211; sie wollen es nur nicht wahrhaben. Deshalb wird die Propagandamaschine kräftig angekurbelt, um dem &#8220;einfach denkenden Bürger&#8221; täglich aufs Neue einzubläuen, dass wer die Linke wählt, seine Stimme an linksextreme DDR-Nostalgiker verschwendet. Ordentlich unterstützt wird diese Kampagne natürlich von den konservativen Zeitungen und Magazinen sowie dem beliebten bunten Blatt, das wirklich gut zum Einwickeln von Fisch zu gebrauchen ist, zu sonst aber nichts.</p>
<p>Dass nun aber auch die Öffentlich-Rechtlichen mitmachen, ist auf der einen Seite sehr traurig, auf der anderen Seite überrascht es mich nicht sonderlich. Nun kennen wir dich schon lange als Moderator einer immer wieder sehr lebhaften Diskussionsrunde. Nicht aber als einen, der zum Wahlkampfthema zu jeder Partei einen Gast einlädt &#8211; nur nicht für die Linke. Nicht als einen, der lediglich zwischendurch kurze Filme mit Äußerungen linker Abgeordneter zur DDR präsentiert, über die dann in der Runde ordentlich gelästert werden darf. Und wir kennen dich auch nicht als einen Moderator, der Debattanten den Mund verbietet, wenn sie eine positive Stimmung im Gästebuch gegenüber Rot-Rot-Grün ansprechen wollen (siehe <a title="NachDenkSeiten - Grenzenlose Manipulation bei &quot;Hart aber fair&quot;" href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=5551" target="_blank">NachDenkSeiten</a>). All das ist neu &#8211; und erschütternd.</p>
<p><em>Mit Bedenken,</em></p>
<p><em>Jan</em></p>
<p><strong>Brschloch des Monats</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">British Petroleum<br />
</span></p>
<blockquote><p>BP beschäftigt sich seit über einem Jahrhundert mit Energie. Im Laufe der Jahre hat BP immer stärker dazu beigetragen, die Energieeffizienz zu erhöhen. Unsere heutigen Produkte und Verfahren zeigen, welchen Beitrag BP bereits geleistet hat.</p>
<p style="text-align: right;">(BP zu <a title="Süddeutsche Zeitung - Boykottaufrufe gegen BP" href="http://www.sueddeutsche.de/politik/oelpest-im-golf-von-mexiko-boykottaufrufe-gegen-bp-1.948922" target="_blank">seinem Beitrag</a> zur Energieeffizienz)</p>
</blockquote>
<p>Schön sieht dieser Beitrag aus &#8211; ein bisschen schmutzig und dunkel, aber immerhin ist jetzt <a title="ProPublica - Oil-Stained Pelicans" href="http://www.propublica.org/ion/blog/item/photo-of-the-day-oil-stained-pelicans" target="_blank">alles</a> in Butter, ich meine: in Öl.</p>
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		<title>Wort zum Alltag 4/10</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2010/04/30/wort-zum-alltag-410/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 15:40:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lieber Jesus, sei mir nicht böse, dass ich deiner Religion keinen Millimeter folge. Trotzdem will ich einmal mit dir reden &#8211; vor einigen Wochen empörte man sich ausführlich über das April-Titelblatt des Satiremagazins &#8220;Titanic&#8221; (Kirche heute), das mit seiner &#8220;verhöhnenden&#8221;, &#8220;unüberbietbar besudelnden&#8221; und &#8220;primitiven&#8221; Darstellung deiner Person ausschlaggebender Teil einer antikatholischen Hetzkampagne sei (Kath.net). Ausschlag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Lieber Jesus,</em></p>
<p>sei mir nicht böse, dass ich deiner Religion keinen Millimeter folge. Trotzdem will ich einmal mit dir reden &#8211; vor einigen Wochen empörte man sich ausführlich über das April-Titelblatt des Satiremagazins &#8220;Titanic&#8221; (<a title="Titanic - Kirche heute" href="http://www.titanic-magazin.de/typo3temp/pics/2b8f9f9191.jpg" target="_blank">Kirche heute</a>), das mit seiner &#8220;verhöhnenden&#8221;, &#8220;unüberbietbar besudelnden&#8221; und &#8220;primitiven&#8221; Darstellung deiner Person ausschlaggebender Teil einer antikatholischen Hetzkampagne sei (<a title="Kath.net - Unüberbietbare Besudelung" href="http://www.kath.net/detail.php?id=26318" target="_blank">Kath.net</a>). Ausschlag gibt mir erst die Argumentation deiner Anhänger (auch: &#8220;Follower&#8221;), die unter anderem eine Geld- oder Freiheitsstrafe für die verbrecherischen Satiriker aus Frankfurt fordern.<span id="more-3567"></span></p>
<p>Aber was mich wirklich interessiert: Stört <em>dich</em> das Titelblatt? Stört es dich nicht vielmehr, dass deine Gefolgschaft die Szene deiner traumatischen Kreuzigung als Symbol verwendet; seit eh und je? Ist das nicht furchtbar sadistisch? Da ist die Parodie doch nur legitim. Und wirklich witzig &#8211; besonders durch ihren aktuellen Bezug, den die Kritiker übrigens gänzlich ausblendeten, kaum einmal ansprachen. Hier trennen sich die Kritiken in ihrer Interpretation als Grundlage &#8211; schließlich kann man den obszönen Akt auch als freundliche Leidenserleichterung verstehen. Aber Homoerotik hat in der katholischen Kirche bekanntlich sowieso keinen Platz.</p>
<p><em>Weiterhin viel Vergnügen,</em></p>
<p><em>Jan</em></p>
<p><strong>Pfiffikus des Monats</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Arno Frank</span></p>
<blockquote><p>Ich halte  mich für einen  humorvollen Menschen, immer für ein Späßchen zu haben.  Etwa für den  Spruch: &#8220;Paulus schrieb an die Irokesen: Euch schreib ich  nicht, lernt  erst mal lesen!&#8221; Frech? Klar, aber doch auch pfiffig,  oder?</p>
<p style="text-align: right;">(Frank in der <a title="taz - Darf der Priester Jesus missbrauchen?" href="http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/darf-der-priester-jesus-missbrauchen" target="_blank">taz</a> zum Titanic-Cover-Skandal)</p>
</blockquote>
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		<title>Querpresse: Überlesenes</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 18:25:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den letzten Wochen und Tagen sind einige wichtige Nachrichten teils untergegangen, teils unerwähnt geblieben oder aber als &#8220;mutmaßlich&#8221;, also aus ungesicherten Quellen stammend präsentiert und abgetan wor­den. Manche sind einfach einer besonderen Erwähnung würdig. Aber eins nach dem anderen. Zunächst ein mittlerweile schon etwas weiter zurückliegendes Ereignis, das selbst in den Lokalblät­tern kaum eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">In den letzten Wochen und Tagen sind einige wichtige Nachrichten teils untergegangen, teils unerwähnt geblieben oder aber als &#8220;mutmaßlich&#8221;, also aus ungesicherten Quellen stammend präsentiert und abgetan wor­den. Manche sind einfach einer besonderen Erwähnung würdig. Aber eins nach dem anderen.</p>
<p style="text-align: justify;">Zunächst ein mittlerweile schon etwas weiter zurückliegendes Ereignis, das selbst in den Lokalblät­tern kaum eine Bemerkung wert gewesen zu sein schien: Am Ostermontag haben Neonazis die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Neuengamme" target="_blank">KZ-Gedänkstätte Neuengamme</a> mit Hakenkreuzen und dem Kennzeichen &#8220;C18&#8243; (Merkmal der radikal nationalsozialistischen Organisation &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Combat_18" target="_blank">Combat 18</a>&#8220;) beschmiert (siehe auch <a href="http://de.indymedia.org/2010/04/277504.shtml" target="_blank">Indymedia</a>).<span id="more-3543"></span> In einer Pressemitteilung fordert die <a href="http://ag-neuengamme.de/" target="_blank">Arbeitsgemeinschaft Neuengamme e. V.</a> den umgebenden Bezirk Ham­burg-Bergedorf auf, &#8220;künftig dafür Sorge zu tragen, dass eine solche Schändung nicht wieder mög­lich&#8221; ist. Seltsam, dass ein solcher Skandal in den Medien &#8211; nicht nur in der Presse &#8211; derart ausge­blendet wird. Natürlich handelt es sich &#8220;nur wieder um eine weitere rechtsradikale Tat&#8221;, aber viel­leicht ist die Erwähnung derer der Öffentlichkeit auch gar nicht so recht, zumal sich die konservative Politik jetzt auch verstärkt auf &#8220;Linksradikale&#8221; konzentrieren will.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 226px"><a href="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/collateral_murder.png"><img class="size-medium " style="margin: 10px;" title="Massenmord im Irak" src="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/collateral_murder-300x212.png" alt="" width="216" height="152" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Sieh dir diese toten Bastarde an!&quot;</p></div>
<p style="text-align: justify;">Nächster Punkt: die neueste Enthüllung von WikiLeaks &#8211; ein Video namens &#8220;<a href="http://www.collateralmurder.com/" target="_blank">Collateral Murder</a>&#8220;, das &#8220;ein [...] Kriegsverbrechen von US-Soldaten im Irak dokumentiert&#8221; (<a href="http://www.jungewelt.de/2010/04-07/063.php" target="_blank">junge Welt</a>). Die Aufnahme fand von einem US-Militärhubschrauber aus statt und zeigt, wie ein Einsatzkommando scheinbar spontan eine Gruppe harmlos wirkender Menschen ohne ersichtlichen Grund niederschießt. Zwei der hingerichteten Menschen waren Journalisten der Agentur Reuters, also ganz klar keine potentiel­le Gefahr. Dieses Massaker führe laut <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/147387" target="_blank">Telepolis</a> die &#8220;totale moralische Verwahrlosung des Menschen in der Alltäglichkeit des Krieges&#8221; vor Augen. Telepolis zitiert im folgenden die amerikanische Mili­tärführung, die mit den Worten reagiert habe, der Akt sei ganz und gar &#8220;nach den Regeln des be­waffneten Konflikts und in Übereinstimmung mit den Einsatzregeln des US-Militärs&#8221; verlaufen. In den Nachrichten ist das Video nicht gerade rege diskutiert worden. Selbstverständlich hat jedes Blatt und jeder Sender davon berichtet, aber immer wieder mit der Bemerkung, WikiLeaks sei keine seri­öse Quelle, deshalb gäbe es keine Möglichkeit, eine fundierte Debatte zu beginnen.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/menschenkette.jpg"><img class="size-thumbnail  " style="margin: 10px;" title="Menschenkette gegen Atomkraft" src="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/menschenkette-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Der Moment des Händchenhaltens.</p></div>
<p style="text-align: justify;">Und zuletzt sei die Menschenkette gegen Atomkraft am vergangenen Samstag erwähnt, die quer durch Norddeutschland vom AKW Brünsbüttel über Hamburg bis zum AKW Krümmel führte. Nach Angaben der veranstaltenden Organisationen machten sich auf mehr als 120 Kilometern etwa 120.000 <a href="http://taz.de/1/nord/artikel/1/atomkraftgegner-machen-sich-lang/" target="_blank">Atomkraftgegner lang</a> &#8211; der reibungslose Ablauf und die tolle Beteiligung . Gleichzeitig de­monstrierten 20.000 Menschen vor dem AKW Biblis in Hessen sowie 7.000 Personen beim Atom­müll-Zwischenlager in Ahaus (Nordrhein-Westfalen). Die Sprecher des Trägerkreises (<a href="http://www.anti-atom-kette.de/pressemeldungen/pressemitteilungen/artikel/302826667e/groesste-proteste-in-der-geschichte-1.html" target="_blank">KettenReAktion</a>) bezeichnen die groß angelegte Aktion als die &#8220;größten Proteste, die es [...] in der Bundesrepublik je gegeben hat&#8221; und fordern die Bundesregierung auf, aus dem Tag &#8220;Konsequenzen [zu] ziehen&#8221;. Es wurden außerdem weitere Proteste in Aussicht gesetzt, sofern die schwarz-gelbe Regierung weiter &#8220;an ihrem Atomkurs&#8221; festhalte.</p>
<p style="text-align: right;"><small>Bilder: WikiLeaks.org, Inken Bruns</small></p>
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		<title>Scientology im Spielfilm</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Mar 2010 17:24:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am kommenden Mittwoch zeigt die ARD einen Spielfilm über die Machenschaften der Scientology mit dem Titel &#8220;Bis nichts mehr bleibt&#8221; &#8211; es handelt sich um ein Spielfilmdrama, das den berüchtigten Verein erstmals beim Namen nennt und die Geschichte von Anhängern und Aussteigern darlegt. Dabei sollen sowohl die internen Machtstrukturen als auch die finanziellen wie psychischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/03/scientology.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3435" style="margin: 10px;" title="Scientology-Kirche Hamburg" src="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/03/scientology-300x225.jpg" alt="Scientology-Kirche Hamburg" width="192" height="144" /></a>Am kommenden Mittwoch zeigt die ARD einen Spielfilm über die <a title="Spiegel Online - Operation Scientology" href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,675388,00.html" target="_blank">Machenschaften der Scientology</a> mit dem Titel &#8220;Bis nichts mehr bleibt&#8221; &#8211; es handelt sich um ein Spielfilmdrama, das den berüchtigten Verein erstmals beim Namen nennt und die Geschichte von Anhängern und Aussteigern darlegt. Dabei sollen sowohl die internen Machtstrukturen als auch die finanziellen wie psychischen Abhängigkeiten eines Mitgliedes beschrieben werden.</p>
<p>Wie wird ein &#8220;ganz normaler Bürger&#8221; zum Scientology-Anhänger?<span id="more-3422"></span> Wie schafft er es, sich wieder davon freizumachen? Wie lebt er danach mit seiner Vergangenheit? Alles Fragen, die Regisseur Niki Stein in einer sehr emotionalen Geschichte zu beantworten versuchte. Er erzählt die Geschichte eines &#8220;jungen Familienvaters&#8221; (gespielt von Felix Klare, bekannt aus <em>Tatort</em>), der es schafft, sich &#8220;aus den Fängen des Systems zu lösen&#8221;, dabei jedoch seine Familie verliert &#8211; kurzum: die dunklen Seiten des Weges zur Erlösung werden in einem packenden Drama fürs Öffentlich-Rechtliche in altbewährter Manier verpackt. Soweit die Idee.</p>
<p>An der Umsetzung aber mag es schnell hapern &#8211; die Dreharbeiten mussten weitgehend geheimgehalten werden, so fanden sie etwa unter einem Decknamen statt. Das einerseits aus Rücksicht auf die Aussteiger, die zu einem erheblichen Teil bei der Recherche halfen, und andererseits aus Vorsicht gegenüber der thematisierten Organisation selbst. Diese ging auch gleich <a title="Spiegel Online - &quot;Geschichten, die vorne und hinten nicht stimmen&quot;" href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,685577,00.html" target="_blank">gegen die ARD</a> vor, als sie von dem Projekt Wind bekam.</p>
<p>Aber auch die Medien sind geteilter Meinung: Die <a title="taz - Vorsicht, Fernseh-Propaganda!" href="http://www.taz.de/1/nord/artikel/1/vorsicht-fernseh-propaganda/" target="_blank">taz</a> beispielsweise warnt, dass solch ein &#8220;Aufklärungsfilm&#8221; leicht zur Propaganda verkommen könne. Es sei ärgerlich, wenn die Sicht der Dinge nach der unter Scientology-Anhängern gefürchteten Hamburger Sektenbeauftragten Ursula Caberta von der <a title="Wikipedia - Arbeitsgruppe Scientology" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsgruppe_Scientology" target="_blank">Arbeitsgruppe Scientology</a> (AGS) &#8220;ungefiltert [...] Niederschlag&#8221; finde. Von Drehbuchautoren könne zumindest &#8220;ein bisschen Gegenrecherche&#8221; erwartet werden.</p>
<p>Das ist natürlich wahr, weshalb man gespannt sein darf, wie einseitig der Film nun wirklich ist. Man kann nicht verlangen, dass er auch etwaige gute Seiten zeigt, wenn er doch eine Problematik darstellen soll. Aber er darf keine Gerüchte oder Behauptungen einbringen, ganz zu schweigen von Unwahrheiten. Solange dies nicht der Fall ist, kann man auch nicht von Propaganda sprechen. Den Film zu sehen wird sich vermutlich so oder so lohnen, zumal er eine äußerst interessante Intention verfolgt und der Regisseur auch schauspielerisch voraussichtlich nicht besonders weit daneben gegriffen hat.</p>
<p><small>Niki Stein: &#8220;<a title="Das Erste - Bis nichts mehr bleibt" href="http://www.daserste.de/filmmittwoch/sendung_dyn~film,2156~cm.asp" target="_blank">Bis nichts mehr bleibt</a>&#8220;; Das Erste, 31.03.2010, 20.15 Uhr.</small></p>
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		<title>Idee: Blog-Magazin</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2010/02/22/idee-blog-magazin/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Feb 2010 17:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn man so in den vielen Blogs stöbert, entdeckt man immer wieder richtig gute Artikel, die genauso gut in der Zeitung hätten stehen können. Oft denke ich dann: Wie schade, das hätte sicher auch einem viel breiteren Publikum gefallen. Einem Publikum leider aber, das Blogs nie im Leben lesen würde. Wer liest schon Blogs unter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man so in den vielen Blogs stöbert, entdeckt man immer wieder richtig gute Artikel, die genauso gut in der Zeitung hätten stehen können. Oft denke ich dann: Wie schade, das hätte sicher auch einem viel breiteren Publikum gefallen. Einem Publikum leider aber, das Blogs nie im Leben lesen würde. Wer liest schon Blogs unter den Leuten, die Zeitung lesen? Ich kenne niemanden. Das kann sich ändern. Es sind schon mehrmals Versuche gestartet worden, die Inhalte des Web 2.0 an die &#8220;analoge Generation&#8221; (und vielleicht nicht nur Generation, sondern Gesellschaftsgruppe) zu vermitteln &#8211; nicht, um diese Menschen zur Internet-Nutzung zu bewegen, sondern um die großen Glanzlichter da drinnen nach da draußen zu tragen.<span id="more-3136"></span></p>
<p>Und so bin ich nun auf die Idee gekommen, man könnte doch ein Blog-Magazin herausgeben, das als Journal mit lesenswerten Artikeln aus Blogs zu Politik, Kultur und Wirtschaft viertel- oder halbjährlich erscheint. Und zwar als PDF, das sich die Blogger für ihre Region herunterladen und ausdrucken können, um es dort zu verteilen. Layout, Design, Auswahl und Präsentation des Projekts müsste dann ein Team aus Bloggern übernehmen, das Lust und Zeit hat, sich viermal (oder zweimal) im Jahr darum zu kümmern. Das Journal könnte thematisch geordnet werden und auch mit literarischen/lyrischen Beiträgen sowie Fotos geschmückt werden. Das stelle ich mir sehr hübsch und ansprechend vor.</p>
<p>Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber ich denke schon, dass es wichtig ist, auch diejenigen anzusprechen, die nicht im Internet leben. Natürlich tritt das ganz aus dem Rahmen der Blogosphäre, aber warum soll man nicht auch mal was anderes machen? Dies hier könnte für Abwechslung und mehr Leben sorgen &#8211; außerdem dafür, dass sich die sprachlich wie inhaltlich gelungenen Artikel einer etwas breiter gefächerten Bekanntheit erfreuen. Dabei entsteht natürlich wieder die Qual der Wahl: Welche Blogs sollen ins Journal, welche nicht? Vielleicht muss man das einfach von Ausgabe zu Ausgabe entscheiden oder demokratisch abstimmen. In jedem Fall sollte daran festgehalten werden, dass ein (natürlich nur mit Genehmigung des Autors) weiterveröffentlichter Artikel ein Gewisses Maß an Relevanz, Information und Anspruch benötigt, um überhaupt das Interesse der Leser zu wecken.</p>
<p>Was haltet ihr von dieser Idee? Wie würdet ihr euch das Projekt vorstellen? Wer hätte Lust, eventuell mitzumachen? Ich freue mich auf eure Gedanken, Vorschläge und Anregungen zum Thema.</p>
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		<title>&#8220;Total legitim&#8221;</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2010/02/10/total-legitim/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 23:01:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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		<category><![CDATA[Kritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Das tote Tier am Straßenrand, der Feuilleton und das Internet Was diese drei Dinge gemeinsam haben? Plötzlich vieles. Ein verreckendes Tier am Rande einer viel befahrenen Straße nennt man im amerikanischen Slang &#8220;Roadkill&#8221;. Der Titel des Debütromans der 17jährigen Theatertochter Helene Hegemann lautet &#8220;Axolotl Roadkill&#8221; &#8211; der Axolotl ist ein mexikanischer Schwanzlurch, der nicht erwachsen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das tote Tier am Straßenrand, der Feuilleton und das Internet</strong></p>
<p>Was diese drei Dinge gemeinsam haben? Plötzlich vieles. Ein verreckendes Tier am Rande einer viel befahrenen Straße nennt man im amerikanischen Slang &#8220;Roadkill&#8221;. Der Titel des Debütromans der 17jährigen Theatertochter Helene Hegemann lautet &#8220;<a title="Amazon - Axolotl Roadkill" href="http://www.amazon.de/Axolotl-Roadkill-Helene-Hegemann/dp/3550087926/" target="_blank">Axolotl Roadkill</a>&#8221; &#8211; der <a title="Wikipedia - Axolotl" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Axolotl" target="_blank">Axolotl</a> ist ein mexikanischer Schwanzlurch, der nicht erwachsen wird und immerzu einer Kaulquappe gleicht. Es geht in dem Buch um ein Mädchen im zarten Alter von 16 Jahren, das ein knallhartes Erwachsenwerden in Berlin durchmacht &#8211; Sex, Drogen, Schmerzen. In einer sehr konstruierten Sprache, die wie gespielte Intellektualität wirkt und keineswegs wie tiefgründige Poesie, beschreibt Hegemann das lotterige Szeneleben detailreich und mit interessanten Einfällen.<span id="more-3056"></span></p>
<p>Die Presse lobte das Werk zunächst einseitig, wohl weil man sich verpflichtet fühlte, eine so junge Autorin mindestens für ihre frühliterarische Leistung zu loben. Außerdem war diese bereits zuvor durch außergewöhnliche Leistungen aufgefallen: Sie hat einen Film gedreht, ein Theaterstück geschrieben und Hörspiele entwickelt. Nicht zuletzt wird erwähnt, dass sie die Tochter von <a title="Wikipedia - Carl Hegemann" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Hegemann" target="_blank">Carl Hegemann</a> ist, einem bekannten Theaterschaffenden und Publizisten. So ist Tochter Helene schon früh mit der Welt der Künstler und Theater in Berührung gekommen. Grund genug, von einem &#8220;Phänomen&#8221; (Georg Diez, Süddeutsche Zeitung), von &#8220;treffenden Beobachtungen&#8221; und &#8220;überraschenden Gedanken&#8221; (Tobias Rapp, Der Spiegel), ja von einem &#8220;Kugelblitz in Prosaform und Prosasprache&#8221; (Ursula März, Die Zeit) zu sprechen. Fleißig wird durchgängig positiv rezensiert, eifrig lobt man das Wunderkind und Fräuleinwunder. Insgesamt und überhaupt sei dieser &#8220;große Coming-of-age-Roman der Nullerjahre&#8221; (Mara Delius, FAZ) eine wunderbare, faszinierende, großartige, erstaunliche, unvergleichliche und atemberaubende Glanzleistung.</p>
<p>Nun zur Rolle des Internets in diesem Spektakel. Deef Pirmasens, Betreiber des Blogs &#8220;<a title="Gefühlskonserve - Axolotl Roadkill: Alles nur geklaut?" href="http://www.gefuehlskonserve.de/axolotl-roadkill-alles-nur-geklaut-05022010.html" target="_blank">Gefühlskonserve</a>&#8220;, ist in dem Buch auf mehrere Auffälligkeiten gestoßen, die ihn auf Anhieb stutzig gemacht haben: Ganz besondere Wortkonstruktionen wie &#8220;Vaselintitten&#8221; oder &#8220;Technoplastizität&#8221; kamen ihm seltsam vertraut vor &#8211; und zwar aus dem Buch &#8220;<a title="Amazon - Strobo" href="http://www.amazon.de/Strobo-Airen/dp/3941592068" target="_blank">Strobo</a>&#8221; vom Berliner Blogger Airen. Als er genauer nachsah und die beiden Texte Wort für Wort verglich, entdeckte er sogar gänzlich kopierte, nur leicht abgeänderte Textpasssagen in &#8220;Axolotl Roadkill&#8221;, die ihren Ursprung in &#8220;Strobo&#8221; hatten. Die Autorin reagierte auf den Plagiatsvorwurf mit einer Stellungnahme und der Nennung von Airen in der Danksagung, deren abgeänderte Version nun in der zweiten Auflage auftaucht. In der Stellungnahme heißt es unter anderem:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich [finde] mein Verhalten und meine Arbeitsweise (&#8230;) total legitim und mache mir keinen Vorwurf, was vielleicht daran liegt, dass ich aus einem Bereich komme, in dem man auch an das Schreiben von einem Roman eher regiemäßig drangeht, sich also überall bedient, wo man Inspiration findet.&#8221;</p></blockquote>
<p>Natürlich ist es legitim, sich von anderen Autoren inspirieren zu lassen. Das tun sicher die meisten Schriftsteller, schließlich wird man von dem, was man liest, nicht unerheblich geprägt. Aber stellenweise zu zitieren, ohne die Abschnitte als Zitate kenntlich zu machen oder auf die Quelle hinzuweisen, ist sicher nicht &#8220;total legitim&#8221;. Natürlich kann das einem Jungautoren passieren, nicht aber einem Verlagslektorat. Die &#8220;Digitalbohème&#8221; scheitert an dem Punkt, an dem sie das Internet als Buffet versteht, an dem man sich nach Laune bedienen kann, ohne dabei über irgendwelche Konsequenzen nachzudenken. Mara Delius von der FAZ schreibt abschließend, sozusagen als <a title="Frankfurter Allgemeine - Mir zerfallen die Worte im Mund wie schlechte Pillen" href="http://www.faz.net/s/Rub79A33397BE834406A5D2BFA87FD13913/Doc~E18D3D24CAA994C88A24BD58E0C386A8F~ATpl~Ecommon~Sspezial.html" target="_blank">Krönung des Ganzen</a>, über die Vorgehensweise Helene Hegemanns: &#8220;All das, was schon hundertmal gedacht, gesagt, getan und getragen wurde, hat sie aufgesogen, gebündelt und in etwas ganz Neues, Unerhörtes verwandelt.&#8221;</p>
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		<title>Grundlos Giganten</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2010/02/09/grundlos-giganten/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 18:33:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer]]></category>
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		<category><![CDATA[Bloggen]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Sicher wird jeder deutsche Blogger einmal einen Blick auf die &#8220;ganz großen&#8221; Blogs geworfen haben &#8211; die, die in den Medien auftauchen, die, die man zitiert, die, die möglicherweise mit ihrem einstigen Hobby sogar Geld verdienen. Kurzum: Die Elite. Wer steckt hinter dieser Elite, die zu kommentieren einem immer wieder empfohlen wird, um die eigene [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sicher wird jeder deutsche Blogger einmal einen Blick auf die &#8220;ganz großen&#8221; Blogs geworfen haben &#8211; die, die in den Medien auftauchen, die, die man zitiert, die, die möglicherweise mit ihrem einstigen Hobby sogar Geld verdienen. Kurzum: Die Elite. Wer steckt hinter dieser Elite, die zu kommentieren einem immer wieder empfohlen wird, um die eigene Bekanntheit aufzubessern &#8211; und was macht deren Blogs so interessant? Fragen, um deren Klärung ich mich im Folgenden bemühen will.</p>
<p>Um welche Blogs handelt es sich im Wesentlichen? Namen, die häufiger fallen, sind da die von Basic Thinking und vom medial als Gott der Blogosphäre präsentierten Sascha Lobo, der in selbiger jedoch als unbedeutende Figur mit Guru-Maske auftaucht.<span id="more-3036"></span></p>
<p><strong>Basic Thinking</strong> von Robert Basic ist ein belangloses Blog mit einem überheblichen Namen. Etwas spät, doch immerhin nach dem Wechsel des Betreibers (Robert Basic selbst versteigerte das Blog, machte massig Geld und schreibt heute unter anderer Adresse fleißig weiter) wurden auch die Stammleser unzufrieden und äußerten Kritik. Uwe Ramminger von <a title="Alles2Null - Basic Thinking: So wird das nichts!" href="http://www.alles2null.de/basicthinking-so-wird-das-nichts/" target="_blank">Alles2Null</a> vermisst bei den neuen Autoren &#8220;die persönliche Note, die Brisanz und die kritische Seite&#8221; und zählt zudem beispielhafte Belanglosigkeiten der Kuckucksblogger auf. Sah man bei <a title="Juiced - Basic Thinking: Nicht mehr das, was es mal war!" href="http://juiced.de/blog/basic-thinking-blog-nicht-mehr-das-was-es-mal-war-2/" target="_blank">Juiced</a> anfangs noch &#8220;völ­lig sub­jek­ti­ve Ansich­ten zu diver­sen The­men&#8221;, die &#8220;die Gemü­ter erhitz­ten&#8221; und &#8220;heiße Dis­kus­sio­nen&#8221; auslösten, so wurde dieser Eindruck später durch einen ganz nüchternen Satz revidiert: &#8220;Basic Thin­king (&#8230;) ist für mich kein Blog mehr.&#8221; Ich habe die Website auch zuvor lediglich als &#8220;Weitererzähler&#8221; erlebt &#8211; hier ein &#8220;cooles Video aus dem Netz&#8221;, da ein &#8220;genialer Artikel eines Mitbloggers&#8221;.</p>
<p><strong>Sascha Lobo</strong>? Das ist der Typ im Anzug mit dem roten Irokesen-Haarschnitt. Kennen Sie sicher &#8211; wenn nicht aus dem Internet, dann doch aus der <a title="YouTube - &quot;Es ist Deine Zeit&quot;" href="http://www.youtube.com/watch?v=chuzTpb0XIY" target="_blank">Vodafone-Werbung</a>. Da sitzt er im Bus und telefoniert. Selbst bezeichnet er sich als &#8220;Blogger, <a title="Jungle World - &quot;Man sollte die Einblickstiefe festlegen&quot;" href="http://jungle-world.com/artikel/2008/36/22596.html" target="_blank">Microblogger</a> und Strategieberater&#8221; (ist das <a title="Viel Gezwitscher um nichts" href="http://www.zementblog.de/2009/03/11/viel-gezwitscher-um-nichts/" target="_self">Zwitschern</a> jetzt schon zur Berufsbezeichnung mutiert?), die deutsche Wikipedia fügt noch die Bezeichnungen &#8220;Journalist&#8221; und &#8220;Werbetexter&#8221; hinzu. Was aber stellt er für eine Figur dar? Vodafone verkauft ihn (oder er verkauft sich an Vodafone) als die Verkörperung der &#8220;Generation Upload&#8221;, beziehungsweise die des idealen Kunden (die Werbung wurde in Zusammenhang mit dem mobilen Internet ausgestrahlt). Er wird als Guru des deutschen Web 2.0 präsentiert, als der nette Kerl, mit dem alle bei Facebook &#8220;<a title="Sascha Lobo - Die Facebook-Fan-Falle" href="http://saschalobo.com/2010/02/06/die-facebook-fan-falle/" target="_blank">befriendet</a>&#8221; sind.</p>
<p>Das <a title="Tip Berlin - Die 100 peinlichsten Berliner" href="http://www.tip-berlin.de/kultur-und-freizeit/die-100-peinlichsten-berliner" target="_blank">Berliner Magazin &#8220;Tip&#8221;</a> hat ganz richtig zusammengefasst: Sascha Lobo ist der &#8220;Inbegriff an Peinlichkeit. Das selbstgefällige Verständnis der Blogwurst als Internetexperte, das Ranwanzen an die SPD und dann der Verkauf seiner eigenen Marke an einen Mobilfunkanbieter&#8221; sind einfach ganz und gar daneben. Seinen &#8220;unerträglichen Gestus&#8221; &#8211; und das ist wirklich auf großartige Weise auf den Punkt gebracht &#8211; zeigen, so &#8220;Tip&#8221; weiter, Sätze wie &#8220;Erklären wir den vordigital Geprägten, dass sie herzlich eingeladen sind, teilzuhaben am digitalen Leben.&#8221; Sascha Lobo ist ein kreativer Kopf mit einer Prise zu viel &#8220;Web-Mega-Internet-Cool-Smartphone-Digital-Netbook-UMTS-WLAN&#8221;.</p>
<p>Alles in Allem hat die so oft zitierte &#8220;Avantgarde der deutschen Blogosphäre&#8221; offenbar, plump ausgedrückt, eine große Klappe und nichts dahinter. Wenn man sich die angeblich meistgelesenen und meistkommentierten Blogs anschaut, stößt man überwiegend auf belangloses Gequatsche um nichts, das aus unerfindlichen Gründen mit unglaublichen Besucherzahlen und unzähligen, aber inhaltslosen Kommentaren geehrt wird. Man entschuldige an dieser Stelle meine flachen Formulierungen; es war mir ein dringendes Anliegen, das loszuwerden.</p>
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		<title>Leben &#8211; nur besser</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2010/01/27/leben-nur-besser/</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 18:49:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Konsumterror]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
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		<description><![CDATA[Wir schreiben das Jahr 2017. Eine weltbewegende Erfindung hat das Leben aller grundlegend verändert. Die Erfindung der Surrogates (zu Deutsch Surrogate, Ersatzteile) macht es möglich, ein Roboter-Abbild eines selbst auf den Straßen herumzulaufen, während man bequem daheim hockt und sein zweites Ich fernsteuert. Niemand möchte mehr aufwachen, sind die Abbilder doch alle &#8220;bessere Versionen&#8221; der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir schreiben das Jahr 2017. Eine weltbewegende Erfindung hat das Leben aller grundlegend verändert. Die Erfindung der Surrogates (zu Deutsch Surrogate, Ersatzteile) macht es möglich, ein Roboter-Abbild eines selbst auf den Straßen herumzulaufen, während man bequem daheim hockt und sein zweites Ich fernsteuert. Niemand möchte mehr aufwachen, sind die Abbilder doch alle &#8220;bessere Versionen&#8221; der Personen.</p>
<p>Die alternde Frau kann jetzt wieder jung und sexy aussehen, der hässliche Außenseiter das Äußere eines erfolgreichen Karrieristen besitzen (allerdings kann auch ein fauler, fetter, geiler Bock zum nymphomanen Blondchen werden). Und selbst Kriege werden nur noch indirekt ausgeführt &#8211; auf dem Schlachtfeld kämpfen lediglich Roboter, die Rekruten sitzen derweil im Militärzentrum im Liegestuhl.<span id="more-2985"></span></p>
<p>Soweit die Utopie im neuen Bruce Willis-Streifen &#8220;<a title="Wikipedia - Surrogates (Film)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Surrogates" target="_blank">Surrogates &#8211; Mein zweites Ich</a>&#8220;. Doch wie das so ist, findet sich auch hier ein Knackpunkt: Die Bigotterie dieser oberflächlichen, abgestumpften Welt nämlich. Erst eine Katastrophe lässt die Menschen wieder aufwachen, sie erheben sich erst wieder aus ihren Liegestühlen, als es keinen anderen Ausweg mehr gibt.</p>
<p>Bruce Willis spielt den Polizisten, der eine mysteriöse Mordserie aufklären soll, bei der Menschen ermordet wurden, indem man ihre Surrogates zerstört hat. Laut dem führenden Unternehmen, dass diese Surrogates vertreibt, soll dergleichen nicht möglich sein. Und doch hat es jemand geschafft, die ultimative Geheimwaffe zu entwickeln, die eine Bedrohung für die Welt darstellt. Wie es das typische Hollywood-Actionkino eben braucht.</p>
<p>Einige gesellschaftskritische Ansätze kommen im Film gut zum Vorschein. Sehr überraschende Wendungen und spannende Konfliktsituationen machen das Ganze zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Leider schweift der Plot etwas vom thematischen Tiefgang ab, was wohl aber nicht zuletzt daran liegt, dass es sich um eine Verfilmung einer Graphic Novel handelt. Abschließend bleibt aber festzuhalten, dass Bruce Willis wieder einmal sein schauspielerisches Können unter Beweis gestellt und Regisseur Jonathan Mostow interessanten Stoff spannend und kurzweilig umgesetzt hat.</p>
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		<title>News (7. Januar &#8217;10)</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jan 2010 21:20:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Bundesrepublik]]></category>
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		<description><![CDATA[Gibt es im Privatfernsehen bald nicht einmal mehr Nachrichten? Zapp berichtet. Die Landesbischöfin Niedersachsens, Margot Käßmann, muss zum Rapport bei Karl-Theodor zu Guttenberg, um sich mit ihm über ihre in einer Predigt kundgegebenen Position zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr auszutauschen. Am Sonntag strahlt Arte ein neues Programm für den modernen Netzbürger aus: In der ersten Sendung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ol>
<li>Gibt es im Privatfernsehen bald nicht einmal mehr Nachrichten? <a title="Zapp - Der Wert von Nachrichten bei N24" href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/film_fernsehen/nachrichten176.html" target="_blank">Zapp berichtet</a>.</li>
<li>Die Landesbischöfin Niedersachsens, Margot Käßmann, muss zum <a title="Junge Welt - Bischöfin zum Rapport" href="http://www.jungewelt.de/2010/01-06/057.php" target="_blank">Rapport bei Karl-Theodor zu Guttenberg</a>, um sich mit ihm über ihre in einer Predigt kundgegebenen Position zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr auszutauschen.</li>
<li>Am Sonntag strahlt Arte ein neues Programm für den modernen Netzbürger aus: In der ersten Sendung von &#8220;<a title="Arte - Programm: Yourope" href="http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=1076438,day=2,week=2,year=2010.html" target="_blank">Yourope</a>&#8221; geht es um Soziale Netzwerke.</li>
</ol>
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		<title>Parasoziale Trauer</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2010/01/05/parasoziale-trauer/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 19:40:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Bild-Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Trauern um Unbekannte &#8211; weil die Medien es auch tun Er wird wohl kaum an einem vorbeigegangen sein: Der tragische Tod des Torwarts Robert Enke. Zuvor keine herausragende Persönlichkeit, plötzlich trauert halb Deutschland um ihn. Der Schmerz dieses Verlusts wird in den Schlagzeilen wochenlang ausgedehnt und weitergetragen &#8211; an uns Bürger, die ihn gar nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Trauern um Unbekannte &#8211; weil die Medien es auch tun</strong></p>
<p>Er wird wohl kaum an einem vorbeigegangen sein: Der tragische Tod des Torwarts <a title="Wikipedia - Robert Enke" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Enke" target="_blank">Robert Enke</a>. Zuvor keine herausragende Persönlichkeit, plötzlich trauert halb Deutschland um ihn. Der Schmerz dieses Verlusts wird in den Schlagzeilen wochenlang ausgedehnt und weitergetragen &#8211; an uns Bürger, die ihn gar nicht persönlich kannten.</p>
<p>In der Medienpsychologie wird dieses Phänomen &#8220;parasozial&#8221; genannt &#8211; die reelle Beziehung zu einer distanzierten, nur durch Medien dar- und eben vorgestellten Person, die möglicherweise nicht einmal existiert.<span id="more-2581"></span> Die Rede ist vom einseitigen Kontakt zur Prominenz, vom Vergöttern eines Stars.</p>
<p>Der Anlass zu dieser Ehrung einer Person, zu der man nur aufgrund der medialen Hochschaukelei in Relation steht, ist nicht selten der Tod jener Person. Es kommen Erinnerungen an den Tod der Lady Diana hoch; es hat eine massenhafte Versammlung zur Trauerfeier stattgefunden, bei der tausende Kerzen angezündet wurden. Millionen weinten, obwohl sie &#8220;Lady Di&#8221; nur aus Fernsehen und Käseblatt kannten.</p>
<p>Andere Beispiele sind der Tod des Papstes oder der von Michael Jackson; zuletzt eben der Robert Enkes. Eins hatten alle dieser Fälle gemeinsam: Durch die Medien hat jeder ein bisschen mitgetrauert und eine parasoziale Träne vergossen. Wes Gemüt rührt es nicht an, wenn vom schicksalhaften Tod einer großen Persönlichkeit gesprochen wird? Das Fernsehen, das Radio, die Zeitung: Von überall her knallt es einem entgegen, das rührselige Beileidsgeleier, die Aufforderung zum Mitleid. Natürlich spielt hierbei auch die Bild-Zeitung wieder eine große Rolle; das Blatt, das die Kunst der unethischen Bewegung der Masse durch brüllende Schlagzeilen wie kein anderes beherrscht.</p>
<p>Ethik und Journalismus &#8211; schon immer eine schwierige Sache. Natürlich sollte man in den Medien ein Wort zum Tod einer wichtigen Person, die viel Verantwortung hatte, verlieren. Auch eins zum Tod eines bedeutenden Sängers oder einer Ikone. Schließlich sollen die Nachrichten informieren &#8211; und zwar über aktuelles Geschehen. Da gehört das Sterben einer bekannten Person auch dazu. Aber man muss bei der Berichterstattung in diesem Gebiet vorsichtiger sein und ruhiger mit Informationen der Art umgehen. Es ist unseriös, gleich das gesamte Privatleben des Verstorbenen auszurollen und zu präsentieren, um stärkstes Mitgefühl unter den Konsumenten dieser Informationen auszulösen.</p>
<p>Um Seriosität geht es, aber auch um Manipulation. Der Informierte wird nämlich so sensibilisiert, dass er plötzlich um den Tod der Prominenz weinen muss &#8211; dazu muss er nicht einmal mehr ein leidenschaftlicher Fan desjenigen gewesen sein. Und der Verstorbene kann auf einmal auch einfach ein unbedeutender Torwart aus Hannover sein.</p>
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