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	<title>Zementblog &#187; Bergedorf</title>
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	<description>Das Original: Zementär-revolutionär.</description>
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		<title>Demo gegen rechts in Bergedorf</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Jan 2011 01:11:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bergedorf]]></category>
		<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
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		<description><![CDATA[Am 15. Januar wird in Hamburg-Bergedorf eine Demonstration unter dem Motto &#8220;Neonazistrukturen aufdecken &#8211; Rassismus bekämpfen!&#8221; stattfinden. Sie stellt den vorläufigen Höhepunkt einer Kampagne gegen rechte Strukturen und Zustände vor Ort dar. Diese ist in Reaktion auf vermehrte rechts motivierte Vorfälle im vergangenen Jahr von Bergedorfer AntifaschistInnen ins Leben gerufen worden. Im Rahmen der Kampagne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Am 15. Januar wird in Hamburg-Bergedorf eine Demonstration unter dem Motto &#8220;Neonazistrukturen aufdecken &#8211; Rassismus bekämpfen!&#8221; stattfinden. Sie stellt den vorläufigen Höhepunkt einer Kampagne gegen rechte Strukturen und Zustände vor Ort dar. Diese ist in Reaktion auf vermehrte rechts motivierte Vorfälle im vergangenen Jahr von Bergedorfer AntifaschistInnen ins Leben gerufen worden. Im Rahmen der Kampagne fanden mehrere Veranstaltungen statt, unter anderem ein Filmabend, ein Infostand und zwei Vorträge. Am Vorabend zur Demonstration, also am Freitag, findet um 19 Uhr eine Informations- und Mobilisierungsveranstaltung mit anschließender Party im selbstverwalteten Jugendzentrum <a title="Website des Unser Haus e. V." href="http://unserhausev.de/" target="_blank"><em>Unser Haus e. V.</em></a> statt.<span id="more-4496"></span></p>
<p>Die Demonstration geht am <strong>Samstag, den 15. Januar 2011, um 15 Uhr</strong> am Lohbrügger Markt in Hamburg-Bergedorf los. Es sind alle (außer natürlich Nazis) herzlich dazu eingeladen, sich an einer bunten, lautstarken Demonstration zu beteiligen! Abends findet im Jugendzentrum <em>Unser Haus e. V.</em> ein Konzert statt.</p>
<p>Weitere Informationen:</p>
<ul>
<li><a title="Antifa Bergedorf" href="http://antifabergedorf.blogsport.de/" target="_blank">Antifa Bergedorf</a></li>
<li><a title="Indymedia - Antifa-Kampagne HH-Bergedorf" href="http://de.indymedia.org/2011/01/297357.shtml" target="_blank">Überblick über die Kampagne</a></li>
</ul>
<p><small>Hinweis an alle Blogger, Twitterer, Facebooker und sonstige Freunde des Webzweinull:<br />
Es wäre schön, wenn ihr die Nachricht über die Demonstration weiterleiten könntet.</small></p>
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		<title>Wohnortvergewaltigung</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Oct 2010 22:58:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bergedorf]]></category>
		<category><![CDATA[Gentrifizierung]]></category>
		<category><![CDATA[Konsumterror]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Unser aller geliebtes Bergedorf, einst ein hübsches Plätzchen am Rand von Hamburg, ist auf den Strich gegangen &#8211; es hat sich vom Zuhälter Stadtmarketing prostituieren lassen. Für Geld &#8211; und nur für Geld allein &#8211; wird aus dem gemütlichen Stadtteil und Bezirk eine Innenstadtallegorie, ein surreal aus dem Boden und zwischen die kleinen Lädchen gestampfter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Unser aller geliebtes Bergedorf, einst ein hübsches Plätzchen am Rand von Hamburg, ist auf den Strich gegangen &#8211; es hat sich vom Zuhälter <em>Stadtmarketing</em> prostituieren lassen. Für Geld &#8211; und nur für Geld allein &#8211; wird aus dem gemütlichen Stadtteil und Bezirk eine Innenstadtallegorie, ein surreal aus dem Boden und zwischen die kleinen Lädchen gestampfter Bonzenmagnet. Ein großer Hai, der die kleinen Fische frisst, verkörpert durch dekadente Betonklötze, die mehr Raum (das heißt dann &#8220;Saal-Ambiente&#8221;) als Arbeitsplätze bieten.<span id="more-4336"></span> Das Ganze ist ein schier endloses Bauprojekt &#8211; hier und dort gibt es immer wieder etwas zu restaurieren, abzureißen oder neu zu errichten -, das öffentliche Gelder in einem Fahrradparkplatz, drei &#8220;Shopping-Centern&#8221;, futuristischen Pflastersteinen sowie einem monumentalen Filmtheater an Ort und Stelle der jetzigen Postzentrale des Bezirks versenkt. Kein schöner Land in diesen Monden! Ganz hässlich grau und groß und grässlich.</p>
<p>Apropos Bonzenmagnet &#8211; ja, wir können auch hier den Zungenbrecher &#8220;Gentrifizierung&#8221;  &#8211; oder, für Freizeit-Amis, &#8220;Gentrification&#8221; &#8211; anwenden: Bergedorf wird umstrukturiert. Das Geld wird zum Fenster hinausgeworfen, obwohl die Kommunen gleichzeitig nach Anweisung von ganz oben (Stichwort Sparpaket) sparen sollen. Das interessiert die Investoren jedoch reichlich wenig, wollen sie doch viel lieber zeigen, wieviel Karat die Diamanten an ihren Fingern haben. Weil sie so schön funkeln und glänzen, kommen die, die sich&#8217;s leisten können, in Scharen. Sind sie einmal da, sollen sie nicht mehr gehen &#8211; denn sie haben mächtig Asche in der Tasche und geben zur Not auch mal doppelt so viel für ein und denselben Plünn aus. Also setzen die Herren vom <em>Stadtmarketing</em> alles daran, die Gäste aus den Villenvierteln mit neuen, schicken Wohnsiedlungen und einem attraktiven Konsumentenparadies (inkl. Baumwolldisko und noch supererem Markt) am Fleck zu halten.</p>
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		<title>Bergedorfs rechte Szene ist hellwach</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Oct 2010 18:28:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Am ersten September veröffentlichte die Tageszeitung aus der Region, die Bergedorfer Zeitung, zwei kurze Artikel darüber, was hier zur Zeit politisch geschieht. Dabei wurde das Ganze teils verdreht und mit einem fragwürdigen Unterton dargestellt, sodass man annehmen kann, die Texte provozierten rechte Gewalttäter, wenn sie sie nicht sogar zu neuen Gewalttaten aufriefen. Der Hauptartikel mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Am ersten September veröffentlichte die Tageszeitung aus der Region, die <em>Bergedorfer Zeitung</em>, zwei kurze Artikel darüber, was hier zur Zeit politisch geschieht. Dabei wurde das Ganze teils verdreht und mit einem fragwürdigen Unterton dargestellt, sodass man annehmen kann, die Texte provozierten rechte Gewalttäter, wenn sie sie nicht sogar zu neuen Gewalttaten aufriefen. Der Hauptartikel mit dem Titel „<a href="http://www.bergedorfer-zeitung.de/printarchiv/bergedorf/article80781/Bergedorf_ruestet_sich_gegen_rechte_Gewalttaeter.html" target="_blank">Bergedorf rüstet sich gegen rechte Gewalttäter</a>“ kündigt die Eröffnung der Wanderausstellung „Opfer rechter Gewalt“ in der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) an.<span id="more-4138"></span> Allein der Titel bringt zum Ausdruck, wie sich der Rest, eine Beschreibung der Veranstaltungen parallel zur Ausstellung, liest: Wie ein Terminkalender für Neonazis. Im beigesetzten „Info-Kasten“ heißt es schließlich: „<a href="http://www.bergedorfer-zeitung.de/printarchiv/bergedorf/article80782/Bergedorfs_rechte_Szene_schlummert.html" target="_blank">Bergedorfs rechte Szene schlummert</a>“ &#8211; es sei „ruhig geworden um die rechte Szene in Bergedorf“. Dabei beruft sich der Autor auf Angaben des Hamburger Verfassungsschutzes. Die einzigen dort verbuchten Aktivitäten der örtlichen Neonaziszene seien Infostände und Flugblattverteilungen gewesen.</p>
<p>Der Artikel behauptet auf Grundlage vermeintlich objektiver Statistiken eines Apparates, der die Extremismustheorie vertritt und somit rechts und links gleichsetzt, dass sich die Neofaschisten aus Bergedorf und Umgebung zurückgezogen hätten. Das hänge mit dem Tod des Führercharakters Jürgen Rieger zusammen, der der Szene einen „herben Schlag“ verpasst habe. Doch der Verfasser setzt noch einen drauf und zitiert den Verfassungsschutz mit der Theorie, die Aktivisten hielten sich zurück, „um ihre bürgerliche Existenz nicht zu gefährden“. Man nenne mir einen Neonazi, in dem das nicht einen hellen Aufschrei auslöst.</p>
<p>Diese haltlosen Berichte sind ein herber Schlag ins Gesicht der Fakten. Denn fest steht: Bergedorfs rechte Szene ist hellwach! Wir haben dazu zwar keine amtlichen Statistiken (was schlimm genug ist) &#8211; wer aber in antifaschistischen Kreisen aktiv ist, weiß, dass allein in diesem Jahr mehrfach wehrlose Minderjährige aus politischer Motivation angegriffen und verletzt wurden. Auch das Jugendzentrum <a title="Website von Unser Haus e. V." href="http://unserhausev.de/" target="_blank"><em>Unser Haus e. V.</em></a> wurde attackiert, beschädigt, mit rassistischer Propaganda beklebt und öffentlich (über ein Flugblatt) diffamiert. Im Laufe des Frühjahrs wurde sogar die KZ-Gedenkstätte Neuengamme bei Bergedorf mit Hakenkreuzen besprüht (Zementblog <a href="../2010/04/26/querpresse-uberlesenes/" target="_blank">berichtete</a>).</p>
<p>Nach dem ersten September war eine neue Hochphase der rechten Aktivitäten zu vermelden: Die Veranstaltung der Initiative „NPD &#8211; kehrt Marsch!“ im Kulturforum (Serrahnstraße) erhielt Besuch von acht teilweise bekannten Rechtsradikalen aus der Umgebung. Sie setzten sich „ganz zivilisiert“ ins Publikum, bis sie von der Polizei abgeholt wurden. Diese ließ den unerwünschten Besuch nach einer Diskussion mit den Veranstaltern über das Versammlungsrecht laufen. Daraufhin machten sich die Neonazis auf den Weg zum Jugendzentrum <em>Unser Haus e. V.</em>, wurden aber erneut von der Polizei überrascht und so davon überzeugt, dass es doch keine so gute Idee wäre, das Zentrum anzugreifen.</p>
<p>Ein minderjähriger Antifaschist wurde mehrmals tätlich angegriffen und verletzt, sodass er mehrere Tage danach im Krankenhaus verbringen musste. Außerdem bekam ein SPD-Stand und auch die Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“ selbst „harmlosen Besuch“ von nationalistischen Aktivisten.</p>
<p>In Anbetracht dieser Chronik ist klarzustellen, dass Bergedorfs rechte Szene keinesfalls schlummert &#8211; ganz im Gegenteil. Es kann nicht sein, dass ein derart falsches Bild in die Öffentlichkeit getragen wird, weder durch das Landesamt für Verfassungsschutz noch durch die <em>Bergedorfer Zeitung</em>. Wir dürfen die Augen nicht verschließen vor rechten Gewalttaten – in der Statistik nicht, und im Alltag schon gar nicht.</p>
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		<title>Die Augen öffnen</title>
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		<pubDate>Sun, 16 May 2010 20:22:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Bergedorf]]></category>
		<category><![CDATA[Bestattung]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Regina Koop leitet ein Bestattungsunternehmen in Hamburg-Bergedorf. Sie schrieb für Zementblog.de offen und kritisch über ihren Beruf, das Leben, das Sterben und was damit verbunden ist. Warum wurde ich Bestatterin? Ich bin Bestatterin geworden, weil für mich das Bestatten &#8211; das Begleiten, das Sterben und der Tod &#8211; zum Leben gehört und so verschieden ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><em>Regina Koop leitet ein Bestattungsunternehmen in Hamburg-Bergedorf. Sie schrieb für Zementblog.de offen und kritisch über ihren Beruf, das Leben, das Sterben und was damit verbunden ist.</em></p>
<p><strong>Warum wurde ich Bestatterin?</strong></p>
<p>Ich bin Bestatterin geworden, weil für mich das Bestatten &#8211; das Begleiten, das Sterben und der Tod &#8211; zum Leben gehört und so verschieden ist wie das erlebte, gelebte, geprägte Leben, so verschieden zu betrachten ist, wie wir Menschen mit unseren Ängsten und Vorstellungen, unserer Haltung zur eigenen Bestattung verschieden sind.<span id="more-3648"></span></p>
<p>Ich bin Bestatterin geworden, weil ich Menschen achte und liebe &#8211; über ihren Tod hinaus. Und weil ich deren Unterschiedlichkeit, ob es Religionen oder Prägungen durch das gelebte Leben sind, weder bewerten, noch verurteilen werde, sondern respektiere – am Anfang wie am Ende.</p>
<p>Ich bin Bestatterin geworden, weil ich der Überzeugung bin, dass ein Mensch mit und ohne Atmung ein Mensch bleibt – es gibt keinen toten Menschen, weder in unseren Gedanken noch in unseren Herzen. Verstorbene gehören zu uns &#8211; sie sind Ursprung und Wurzel von unserem heutigen, eigenen Leben.</p>
<p>Ebenso unterschiedlich wie die Menschen dürfen unsere Bestattungsformen sein. Leider herrscht in unserer Gesellschaft nach wie vor eine Entsorgungsmentalität vor. Nachts um drei wird der Bestatter gerufen, um den geliebten Menschen wie Sondermüll fortzuschaffen. Viele wünschen sich eine anonyme Beisetzung in dem fälschlichen Glauben, es sei die billigste und einfachste Lösung.</p>
<p>Das Bestattungsgesetz beschränkt uns in Deutschland lediglich darauf, dass wir beigesetzt werden müssen, als Urne oder als Sarg. Im Klartext: Ein Sarg oder eine Urne gehört in keinem Fall in die häusliche Umgebung. Ort der Totenruhe kann somit nur Meer, Wald oder Friedhof sein. Das Bestattungsgesetz beschränkt kaum den Rahmen, wie und wo wir uns verabschieden wollen, wie unsere Trauerfeiern aussehen dürfen.Also kann am Sarg gelacht und geweint werden – es kann ein lebendiger, entsprechender Abschied werden. Wenn jemand zu Hause stirbt, kann er bis zu 36 Stunden dort bleiben (sofern es keine erkennbaren Gründe dagegen gibt, etwa besondere Krankheiten oder Gewalttaten). Dort können Angehörige, Freunde, Nachbarn in Ruhe vom Verstorbenen Abschied nehmen.</p>
<p>Leider sterben heute die Wenigsten zu Hause. Statistisch gesehen sterben in Deutschland etwa 900.000 Menschen jährlich; über 70 % davon außerhalb ihrer häuslichen Umgebung, Tendenz steigend. Zunehmend werden unsere Alten in Krankenhäuser und Pflegeheime ausgelagert. Wir lagern das Sterben aus der häuslichen Umgebung aus, verdrängen die Toten und suchen noch nach moralischen Werten.</p>
<p><strong>Sterben im Krankenhaus</strong></p>
<p>Ist das Sterben im Krankenhaus nicht furchtbar einsam und namenlos? Ich behaupte für mich persönlich, im Krankenhaus sehr wahrscheinlich nicht an der Diagnose, mit der ich eingeliefert wurde, zu sterben. Mich machen Krankenhäuser krank. In Krankenhäusern wird immer vom „gesund werden“ gesprochen, da geht das Leben anscheinend immer weiter. Dass das Sterben zum Leben gehört, wird gerade dort häufig ausgeblendet &#8211; „Wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass Ihre Mutter heute verstorben ist.“ Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann würden Ärzte und Bestatter sich viel mehr zusammensetzen und den Menschen im Krankenhaus immer früher die Möglichkeit geben, über ihre Ängste und Wünsche bezüglich ihrer eigenen Bestattung zu sprechen.</p>
<p>Vor der Operation sitzt der Arzt geduldig (obwohl die eigentlich nie Zeit haben) am Bett des Patienten und klärt ihn über die Nebenwirkungen und möglichen Komplikationen auf. Und dann unterschreiben wir voll Hoffnung auf das Leben, nehmen die Komplikationen und anderen Möglichkeiten in Kauf.</p>
<p>„Haben Sie alles für Ihre Bestattung mit Ihren Angehörigen geregelt? Gibt es da Fragen oder Wünsche, die Sie uns mitteilen möchten?“ Dass ein Arzt den Patienten diese Fragen stellt, scheint unvorstellbar. Fast zaghaft wird nur die eine Frage nach dem nächsten Angehörigen gestellt, der anzurufen wäre, wenn etwas passiert. Ich habe das Thema einmal in einem Krankenhaus vorsichtig angesprochen und betonte, wie wichtig es sei, auch mit Patienten über die eigene Bestattung, den Tod zu sprechen und Wünsche dazu aufzuschreiben. Die prompte Antwort darauf war: „Das geht in keinem Fall, dann denken ja alle, in diesem Krankenhaus wird nur gestorben.“</p>
<p><strong>Im Leben ans Sterben denken</strong></p>
<p>Beruhigte es nicht die Nerven und die Seele ungemein, gäbe es einem Patienten nicht Vertrauen und Zuversicht, wenn auch im Krankenhaus offen über die Ängste vor dem und Gedanken an den Tod gesprochen würde? Ich will einen Schritt weiter gehen und behaupte: Es stirbt sich leichter, sanfter, beruhigter in einer Umgebung, wo der Tod auf natürliche Weise zum Leben dazu gehört.</p>
<p>„Wo habe ich meine Geburtsurkunde, was brauchen die Kinder, wenn ich sterbe, wo finden sie meine Papiere? Wie möchte ich bestattet werden, wie auf keinen Fall?“ &#8211; Mit diesen Fragen zur eigenen Bestattung sind meinem Empfinden nach zu viele Menschen allein. Keiner dieser Bestattungswünsche ist anonym. Kein Mensch ist anonym geboren und anonym gestorben&#8230; niemand lebt anonym. Niemand ist namenlos geboren, niemand ist namenlos bestattet worden und doch kommt es mir oft so vor, als wären unsere Bestattungsformen namenlos geworden, wie unser Sterben außerhalb des häuslichen Bereiches. Sterben wir etwa alle gleich, waren wir Zeit unseres Lebens uniform? Will man am Ende noch behaupten, wir hätten alle dieselben Wünsche, Ängste, Ideen und Vorstellungen?</p>
<p>Ein slawisches Sprichwort besagt: „Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schließen. Es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen.“ In diesem Sinne bin ich Bestatterin – ich lerne täglich aufs Neue, meine Augen zu öffnen.</p>
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		<title>Querpresse: Überlesenes</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2010/04/26/querpresse-uberlesenes/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 18:25:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[In den letzten Wochen und Tagen sind einige wichtige Nachrichten teils untergegangen, teils unerwähnt geblieben oder aber als &#8220;mutmaßlich&#8221;, also aus ungesicherten Quellen stammend präsentiert und abgetan wor­den. Manche sind einfach einer besonderen Erwähnung würdig. Aber eins nach dem anderen. Zunächst ein mittlerweile schon etwas weiter zurückliegendes Ereignis, das selbst in den Lokalblät­tern kaum eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p style="text-align: justify;">In den letzten Wochen und Tagen sind einige wichtige Nachrichten teils untergegangen, teils unerwähnt geblieben oder aber als &#8220;mutmaßlich&#8221;, also aus ungesicherten Quellen stammend präsentiert und abgetan wor­den. Manche sind einfach einer besonderen Erwähnung würdig. Aber eins nach dem anderen.</p>
<p style="text-align: justify;">Zunächst ein mittlerweile schon etwas weiter zurückliegendes Ereignis, das selbst in den Lokalblät­tern kaum eine Bemerkung wert gewesen zu sein schien: Am Ostermontag haben Neonazis die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Neuengamme" target="_blank">KZ-Gedänkstätte Neuengamme</a> mit Hakenkreuzen und dem Kennzeichen &#8220;C18&#8243; (Merkmal der radikal nationalsozialistischen Organisation &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Combat_18" target="_blank">Combat 18</a>&#8220;) beschmiert (siehe auch <a href="http://de.indymedia.org/2010/04/277504.shtml" target="_blank">Indymedia</a>).<span id="more-3543"></span> In einer Pressemitteilung fordert die <a href="http://ag-neuengamme.de/" target="_blank">Arbeitsgemeinschaft Neuengamme e. V.</a> den umgebenden Bezirk Ham­burg-Bergedorf auf, &#8220;künftig dafür Sorge zu tragen, dass eine solche Schändung nicht wieder mög­lich&#8221; ist. Seltsam, dass ein solcher Skandal in den Medien &#8211; nicht nur in der Presse &#8211; derart ausge­blendet wird. Natürlich handelt es sich &#8220;nur wieder um eine weitere rechtsradikale Tat&#8221;, aber viel­leicht ist die Erwähnung derer der Öffentlichkeit auch gar nicht so recht, zumal sich die konservative Politik jetzt auch verstärkt auf &#8220;Linksradikale&#8221; konzentrieren will.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 226px"><a href="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/collateral_murder.png"><img class="size-medium " style="margin: 10px;" title="Massenmord im Irak" src="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/collateral_murder-300x212.png" alt="" width="216" height="152" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Sieh dir diese toten Bastarde an!&quot;</p></div>
<p style="text-align: justify;">Nächster Punkt: die neueste Enthüllung von WikiLeaks &#8211; ein Video namens &#8220;<a href="http://www.collateralmurder.com/" target="_blank">Collateral Murder</a>&#8220;, das &#8220;ein [...] Kriegsverbrechen von US-Soldaten im Irak dokumentiert&#8221; (<a href="http://www.jungewelt.de/2010/04-07/063.php" target="_blank">junge Welt</a>). Die Aufnahme fand von einem US-Militärhubschrauber aus statt und zeigt, wie ein Einsatzkommando scheinbar spontan eine Gruppe harmlos wirkender Menschen ohne ersichtlichen Grund niederschießt. Zwei der hingerichteten Menschen waren Journalisten der Agentur Reuters, also ganz klar keine potentiel­le Gefahr. Dieses Massaker führe laut <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/147387" target="_blank">Telepolis</a> die &#8220;totale moralische Verwahrlosung des Menschen in der Alltäglichkeit des Krieges&#8221; vor Augen. Telepolis zitiert im folgenden die amerikanische Mili­tärführung, die mit den Worten reagiert habe, der Akt sei ganz und gar &#8220;nach den Regeln des be­waffneten Konflikts und in Übereinstimmung mit den Einsatzregeln des US-Militärs&#8221; verlaufen. In den Nachrichten ist das Video nicht gerade rege diskutiert worden. Selbstverständlich hat jedes Blatt und jeder Sender davon berichtet, aber immer wieder mit der Bemerkung, WikiLeaks sei keine seri­öse Quelle, deshalb gäbe es keine Möglichkeit, eine fundierte Debatte zu beginnen.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/menschenkette.jpg"><img class="size-thumbnail  " style="margin: 10px;" title="Menschenkette gegen Atomkraft" src="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/menschenkette-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Der Moment des Händchenhaltens.</p></div>
<p style="text-align: justify;">Und zuletzt sei die Menschenkette gegen Atomkraft am vergangenen Samstag erwähnt, die quer durch Norddeutschland vom AKW Brünsbüttel über Hamburg bis zum AKW Krümmel führte. Nach Angaben der veranstaltenden Organisationen machten sich auf mehr als 120 Kilometern etwa 120.000 <a href="http://taz.de/1/nord/artikel/1/atomkraftgegner-machen-sich-lang/" target="_blank">Atomkraftgegner lang</a> &#8211; der reibungslose Ablauf und die tolle Beteiligung . Gleichzeitig de­monstrierten 20.000 Menschen vor dem AKW Biblis in Hessen sowie 7.000 Personen beim Atom­müll-Zwischenlager in Ahaus (Nordrhein-Westfalen). Die Sprecher des Trägerkreises (<a href="http://www.anti-atom-kette.de/pressemeldungen/pressemitteilungen/artikel/302826667e/groesste-proteste-in-der-geschichte-1.html" target="_blank">KettenReAktion</a>) bezeichnen die groß angelegte Aktion als die &#8220;größten Proteste, die es [...] in der Bundesrepublik je gegeben hat&#8221; und fordern die Bundesregierung auf, aus dem Tag &#8220;Konsequenzen [zu] ziehen&#8221;. Es wurden außerdem weitere Proteste in Aussicht gesetzt, sofern die schwarz-gelbe Regierung weiter &#8220;an ihrem Atomkurs&#8221; festhalte.</p>
<p style="text-align: right;"><small>Bilder: WikiLeaks.org, Inken Bruns</small></p>
<div class="shr-publisher-3543"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Wer ist dieser Mann?</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2010/04/01/wer-ist-dieser-mann/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 22:30:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Bergedorf]]></category>
		<category><![CDATA[Witzig]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit dem gestrigen Vormittag steht ein Mann auf dem Wasser im Hafen von Hamburg-Bergedorf. Wer kennt diesen Mann? Die Behörden tappen im Dunkeln und versuchten bereits mehrfach, die unbekannte Person von der Wasseroberfläche zu zerren &#8211; vergeblich. Er weigert sich und lehnt jede psychologische Hilfe strikt ab. Niemand weiß mehr, ihm zu helfen. Das Seltsame [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><a href="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/wassermann.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-3448" style="margin: 10px;" title="Bergedorfer Wassermann" src="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/wassermann-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Seit dem gestrigen Vormittag steht ein Mann auf dem Wasser im Hafen von Hamburg-Bergedorf. Wer kennt diesen Mann? Die Behörden tappen im Dunkeln und versuchten bereits mehrfach, die unbekannte Person von der Wasseroberfläche zu zerren &#8211; vergeblich. Er weigert sich und lehnt jede psychologische Hilfe strikt ab. Niemand weiß mehr, ihm zu helfen. Das Seltsame am Auftreten des Unbekannten ist seine hölzerne, reglose Erscheinung. Handelt es sich womöglich um einen weiteren Geniestreich des Aktionskünstlers David Blaine?<span id="more-3441"></span> Oder haben wir es mit einer ganz neuen, unbekannten Verhaltensform in unserer Gesellschaft zu tun? Sozio- und Psychologen sowie der RTL-Moderator der &#8220;Guinness World Records&#8221;-Show stehen vor vielen offenen Fragen.</p>
<p>Anwohner haben bereits diverse Webcams im Umfeld des Bergedorfer Hafens installiert und senden nun Stunde für Stunde das jeweils aktuellste Bild des Wasserläufers ins Internet. Einige mutmaßen, es handele sich um eine sogenannte &#8220;menschliche Statue&#8221;, also einen Künstler ähnlich den golden oder silbern bemalten Figuren in den Fußgängerzonen der großen Städte dieser Welt. Viele sind davon überzeugt, er wolle ein neues Bild des Jesus Christus in die Welt bringen, was angesichts seines ungewöhnlichen Standpunkts nahe liegt. Man ist sehr gespannt und wartet auf die Lösung dieses erstaunlichen Rätsels.</p>
<hr />Nach neuesten Informationen und einer neuen Auswertung der Ereignisse mussten wir feststellen, dass es sich bei diesem Fall lediglich um einen Aprilscherz handelte. Die Ermittlungen haben also nie stattgefunden, ebensowenig die Observation der Figur durch Anwohner. Das unbekannte Objekt besteht aus Holz und ist ohne Leben.</p>
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		<title>&#8220;Klassenkampf&#8221; jetzt zweideutig</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 17:10:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bergedorf]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die längst überfällige Hamburger Schulreform, die mehr gemeinsames Lernen durchsetzt und damit den Weg zu mehr Chancengleichheit ebnet, hat die volle Zustimmung eines weiten Parteienspektrums. Davon fühlen sich die Hamburger Pfeffersäcke bedroht &#8211; und weil sie soviel Geld haben, sammelten sie unter dem trügerischen Motto &#8220;Wir wollen lernen!&#8221; (eigentlich &#8220;Wir wollen nicht mit den Schmuddelkindern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Die längst überfällige <a title="Website zur Hamburger Schulreform" href="http://www.schulreform.hamburg.de/" target="_blank">Hamburger Schulreform</a>, die mehr gemeinsames Lernen durchsetzt und damit den Weg zu mehr Chancengleichheit ebnet, hat die volle Zustimmung eines weiten Parteienspektrums. Davon fühlen sich die Hamburger Pfeffersäcke bedroht &#8211; und weil sie soviel Geld haben, sammelten sie unter dem trügerischen Motto &#8220;Wir wollen lernen!&#8221; (eigentlich &#8220;Wir wollen nicht mit den Schmuddelkindern spielen!&#8221;) Unterschriften für Geld &#8211; jedes Autogramm wurde mit einem Euro honoriert. Dem wurde schnell Einhalt geboten, ﻿﻿﻿﻿trotzdem hat das Rühren der Werbetrommel Wirkung gezeigt.</p>
<p>Es bahnt sich ein Volksentscheid an, der die Reform verhindern könnte; genügend Stimmen sind schon da.<span id="more-3234"></span> Einer der aktiven Bürger/erzkonservativen Systemverfechter sagte in einer <a title="YouTube - Panorama: Eliten wollen unter sich bleiben" href="http://www.youtube.com/watch?v=2jAI0hzDZuc" target="_blank">&#8220;Panorama&#8221;-Sendung zum Thema</a>: &#8220;Dass ein Arbeiterkind mit dem Kind eines Vorstandsvorsitzenden zusammen nachmittags spielt und davon profitiert, mag vielleicht manchmal funktionieren, aber in der Regel wird das nicht der Fall sein.&#8221; Jetzt kommt es also auf eine starke Bewegung für die Schulreform und gegen die <a title="Wikipedia - Schulreform in Hamburg: Bürgerinitiative &quot;Wir wollen lernen!&quot;" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schulreform_in_Hamburg#B.C3.BCrgerinitiative_.22Wir_wollen_lernen.22" target="_blank">Scheuerl-Initiative</a> an &#8211; zum Beispiel im Hamburger Bezirk Bergedorf.</p>
<p>Dort hat am vergangenen Mittwoch ein Treffen zur Debatte und Gründung einer Initiative für die Schulreform stattgefunden. Es waren LehrerInnen aller Schulformen, Mitglieder der verschiedensten Parteien und Gewerkschaften sowie anderweitig Interessierte vor Ort. Nach einer Informations- und anschließender lebhafter Diskussionsrunde wurden die verschiedenen möglichen und notwendigen Aktionsbereiche besprochen. Im Vordergrund stand dabei der Kontakt zu Schulen, Lehrern und Eltern &#8211; hierbei ist es wichtig, eine verständliche Sprache zu sprechen, um auch jede Altersgruppe anzusprechen. Viele haben das Thema Hamburger Schulreform noch nicht ganz oder gar nicht begriffen, also gilt es, den Stand der Dinge auf möglichst einfache Weise zu vermitteln.</p>
<p>Des Weiteren sind Pressearbeit und Aktionen auf Wochenmärkten und in den Schulen angesprochen worden. Es sollen außerdem ein &#8220;Thinktank&#8221; gebildet, Workshops angeboten und eine Großveranstaltung in Bergedorf organisiert werden. Der Informations-, Diskussions- und Planungsabend hat noch einmal den dringenden Handlungsbedarf unterstrichen, aber auch eine starke Aktionsbereitschaft unter den Teilnehmern gezeigt. Das ist gut so, denn sonst kommt Scheuerl mit seiner Gegenbewegung per Volksentscheid durch und die Aussicht auf eine Schule für alle wird auf lange Zeit ohne Hoffnung sein. Also ist es wichtig, Unterstützung von allen Seiten zu bekommen, damit Bergedorf seinen notwendigen Beitrag zur hamburgweiten Initiative leistet!</p>
<p>Das nächste Treffen der Initiative findet am 25. März um 19.00 Uhr im <a title="Website vom Kulturforum Serrahn e. V." href="http://www.serrahn.net/" target="_blank">Kulturforum</a>, Serrahnstraße 1 in Hamburg-Bergedorf statt.</p>
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		<title>Praktikum: Zusatztag</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jul 2009 17:24:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bergedorf]]></category>
		<category><![CDATA[Praktikum]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja, obwohl ich schon geschrieben hatte, mein Praktikum sei jetzt vollständig beendet &#8211; und obwohl ich damit wohl auch kundgetan zu haben schien, dass ebenso meine Praktikumsberichte damit ein Ende genommen hatten, so kommt heute hiermit doch noch ein weiterer Bericht. Das liegt daran, dass ich nach dem Praktikum noch einen &#8220;Zusatztag&#8221; bekommen habe, an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Ja, obwohl ich schon geschrieben hatte, mein Praktikum sei jetzt vollständig beendet &#8211; und obwohl ich damit wohl auch kundgetan zu haben schien, dass ebenso meine Praktikumsberichte damit ein Ende genommen hatten, so kommt heute hiermit doch noch ein weiterer Bericht. Das liegt daran, dass ich nach dem Praktikum noch einen &#8220;Zusatztag&#8221; bekommen habe, an dem ich das Krematorium besucht habe, in dem die Angehörigen sich gebührend von dem/der Verstorbenen verabschieden können. Mein Lehrer hat mir für heute freundlicherweise freigegeben, damit ich mitfahren und beim Auf- und Abbau sowie natürlich beim Ablauf soweit möglich helfen konnte.<span id="more-1669"></span></p>
<p>Der Besuch des Krematoriums war wirklich interessant. Ich muss sagen: Interessanter als der andere Krematoriumsbesuch, von dem ich bereits berichtete. Mag sein, dass das auch daran liegt, dass jenes andere Krematorium noch nicht lange existiert und in Betrieb ist &#8211; aber ein besseres Konzept, ein eingespielteres Personal und eine passendere Einrichtung hatte das heutige in jedem Fall zu bieten.</p>
<p>Ob des umschwingenden Wetters (erst regnete es in Strömen, dann, als wir zu arbeiten begannen, wurde es immer schwüler) war die Aktion &#8211; soweit ich das beurteilen kann &#8211; erfolgreich. Wir waren rechtzeitig da, um die Deko-Kisten aus dem Auto zu nehmen, alles im Abschiedsraum des Krematoriums entsprechend zu schmücken und alle Kerzen überall anzuzünden. Da noch etwas Zeit blieb, durfte ich noch hinter die Kulissen schauen und sehen, wie ein eingesargter Verstorbener eingeäschert wurde. Danach hatte man sich vernünftig zu platzieren und auf die Trauergesellschaft zu warten.</p>
<p>Als die Gruppe ankam, wurde kurz die Lage erklärt von der Chefin, ein Mädchen stürzte schluchzend in den Hinterraum. Ich musste mit einer Mitarbeiterin warten, bis die Feier im Abschiedsraum vorüber war, dann gab es für die Trauernden die Option, dabei zu sein, während der Verstorbene eingeäschert wurde. Allesamt stimmten sie zu, also sah ich noch einmal den Ablauf: Der Sarg steht auf einer Metallschiene, die langsam hochgefahren wird. Der Ofen, vor dem die Apparatur steht, wird geöffnet, dann geht es ganz schnell. Die Metallschiene schiebt den Sarg in den Ofen; da dort Stützen angebracht sind und die Metallschiene schließlich ein Stück herunterfährt, bleibt der Sarg auch im Ofen und fängt durch die hohen Temperaturen (1000 ° C!) sofort an, zu brennnen. Die Metallschiene wird wieder heraus- und heruntergefahren, der Ofen geschlossen.</p>
<p>Nachdem die Gesellschaft zuletzt Kaffee und Kuchen hatte, räumten wir die Dekoration wieder zusammen und packten alles ein. Irgendwann fuhren wir davon &#8211; um drei Stunden später wieder zu kommen, die fertig gefüllte Urne abzuholen. Diese war noch etwas warm, kein Wunder. Also fuhren wir ganz davon.</p>
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		<title>Praktikum: Tag 15</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 18:12:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Das ist es gewesen: Mein schönes Praktikum beim Bestattungsunternehmen. Ein gutes Zeugnis habe ich auch bekommen, hoffentlich bringt mir das Pluspunkte bei der Bewertung meiner Praktikumsmappe. Da kommen alle Tagesberichte hinein, die ich geschrieben habe (siehe hier), auch die zugehörigen Fotos. Aber an dieser Stelle will ich erst noch von meinem letzten Tag heute berichten. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Das ist es gewesen: Mein schönes Praktikum beim Bestattungsunternehmen. Ein gutes Zeugnis habe ich auch bekommen, hoffentlich bringt mir das Pluspunkte bei der Bewertung meiner Praktikumsmappe. Da kommen alle Tagesberichte hinein, die ich geschrieben habe (siehe <a title="Suchergebnisse für 'praktikum'" href="http://www.zementblog.de/?s=praktikum" target="_self">hier</a>), auch die zugehörigen Fotos. Aber an dieser Stelle will ich erst noch von meinem letzten Tag heute berichten.<span id="more-1639"></span></p>
<p>Am Vormittag ist die Inhaberin eines anderen Bestattungsinstitutes gekommen. Sie ist wohl befreundet mit der Chefin, da sie von ihr Unterstützung beim Aufbau ihrer Firma bekommt. Die Frau erzählte von einem Fall, an dem sie wohl gerade zu arbeiten hatte &#8211; ein ermordeter Junge sollte beerdigt werden; da die Eltern erzählt hatten, er sei nicht besonders groß, das aber nicht stimmte (später stellte sich heraus, er war knapp zwei Meter groß), hatte man jedoch einen Sarg bestellt, in den er gar nicht hineinpasste. Dementsprechend desaströs war die momentane Situation für die Bestatterin.</p>
<p>Viel schlimmer aber eine weitaus brisantere Geschichte. Jener Bestatterin war von einem anderen Bestattungsunternehmen (einem von den großen Haien) eindrücklich gesagt worden, sie solle doch den Link von ihrer Homepage zum Redner, der unter Anderem für Sie arbeitete, umgehend entfernen, da er ja auch für die gearbeitet hat. Das Unternehmen wolle nicht, dass es so aussieht, als wäre der Redner bei ihr angestellt (habe ich das jetzt so richtig verstanden? Ich bin mir nicht ganz sicher). Der Knackpunkt ist jedenfalls, dass das Großinstitut nur erreichen will, dass die Bestatterin keinen Redner hat.</p>
<p>Ich war immer davon überzeugt, ernste Branchen wie die der Bestatter halten untereinander zusammen, da es ja schließlich um eine sehr wichtige Angelegenheit geht. Aber dass dort so ein Spiel nach dem Prinzip &#8220;Große Haie &#8211; kleine Fische&#8221; abläuft, hätte ich nicht gedacht. Ist das nicht verrückt?</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Mir hat mein Praktikum beim Bestattungsunternehmen wirklich sehr gut gefallen. Ich habe täglich neue Dinge erfahren, Interessantes, Beeindruckendes, Erschreckendes, Lehrreiches &#8211; einfach viel. Das liegt wohl daran, dass, wie ich bereits erwähnte, der Beruf des Bestatters ein besonders vielseiter, umfangreicher und weitreichender ist. Nichts von dem, was ich gelernt habe, gehörte zu dem, was ich mir zuvor vorgestellt hatte. Dass der Bestatter so viel organisieren, planen, besprechen, regeln muss, habe ich nicht gedacht. Aber im Nachhinein stelle ich fest: Wer sonst täte das alles? Wenn man sich einmal Gedanken darüber macht, wird einem schnell klar, dass der Bestatter kein gruftiger Totenmann ist. Er oder sie ist ein Ansprechpartner in schweren Zeiten, ein Organisator, ein Kommunikator. Einfach alles, was in solchen Situationen getan werden muss, bringt er oder sie in die Gänge.</p>
<p>Jedenfalls sollte das so sein. Dass dem bei den meisten Bestattungsunternehmen nicht so ist, ist bedauerlich, aber wahr. Die Mehrzahl solcher Unternehmen legt nur auf die Wirtschaft den Wert, nicht auf die Angehörigen. Die wiederum wollen oft eine möglichst schnelle und billige Abwicklung der Sache. Im Nachhinein werden sie es aber bedauern: Sie wollen dann auf einmal doch wissen, wo ihr Verstorbener begraben liegt, können das Ganze doch nicht so schnell verarbeiten.</p>
<p>Ich bin froh darüber, dass mein Praktikum in keinster Weise langweilig oder uninteressant war. Sicher ging es nicht allen in meinem Jahrgang so, was eigentlich schade ist &#8211; schließlich sollte man die Zeit des Schulpraktikums sinnvoll nutzen und verwertbare Ergebnisse liefern, die einem auch in der Zukunft noch etwas bringen. Ich habe den Berufsalltag kennengelernt, die Bürokratie, die Planung, die &#8211; ja, ich muss es noch einmal erwähnen, weil es so essentiell ist &#8211; Organisation und das alles. Das Praktikum war ein voller Erfolg.</p>
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		<title>Praktikum: Tag 14</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Jul 2009 16:49:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bergedorf]]></category>
		<category><![CDATA[Praktikum]]></category>

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		<description><![CDATA[Oh nein, mein Praktikum ist schon morgen zu Ende! Dass es so schnell vorübergeht, hätte ich mir nicht träumen lassen. Wenn ich nicht vorhätte, mein Abitur zu schreiben, würde ich auf der Stelle fragen, ob ich weiter beim Bestatter arbeiten könnte. Ja, wirklich. Mir hat jeder einzelne Tag so gut gefallen, dass ich es richtig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Oh nein, mein Praktikum ist schon morgen zu Ende! Dass es so schnell vorübergeht, hätte ich mir nicht träumen lassen. Wenn ich nicht vorhätte, mein Abitur zu schreiben, würde ich auf der Stelle fragen, ob ich weiter beim Bestatter arbeiten könnte. Ja, wirklich. Mir hat jeder einzelne Tag so gut gefallen, dass ich es richtig schade finde, dass es schon um ist.<span id="more-1630"></span></p>
<p>Heute habe ich noch eine lehrreiche Erfahrung gemacht: Ich war bei einem Trauergespräch dabei. Gut, was heißt Trauergespräch. Es war eher ein Vorsorgegespräch. Eine Frau war gekommen, die sich schon länger um ihre Mutter kümmerte. Da es vermutlich nicht mehr lange ist mit der, wollte sie sich informieren. Soweit ich das mitbekommen habe, ist der Vater nämlich gestorben &#8211; dadurch der Kontakt zum Bestattungsinstitut.</p>
<p>Das Gespräch war auf einer mir bislang unbekannten Ebene ergreifend. Ganz heiter, in gewisser Weise überspielend frohen Mutes kam die Frau herein &#8211; und nachdenklich, berührt, erdrückt ist die Frau gegangen. Sie hatte nicht damit gerechnet, in was für einem Desaster der irgendwann eintretende Todesfall ihrer Mutter geendet wäre, wäre sie heute nicht gekommen.</p>
<p>Es gab so viel zu klären! Kaum ein Dokument war vorhanden, nicht einmal der Personalausweis. Nun aber informierte die Chefin sie: Sie müsse so schnell wie möglich den Ausweis verlängern lassen, ein rechtskräftiges Scheidungsurteil ihrer Mutter einholen, und, und, und. Es gab so viel zu klären.</p>
<p>Ich habe mich immer gefragt: Wie tröstet man jemanden, wenn es um den Tod eines Angehörigen geht? Was soll man sagen? &#8220;So schlimm ist das doch nicht&#8221; oder &#8220;Freuen Sie sich, jetzt sind Sie die Last los&#8221;? Nein, das wäre nur noch herunterziehender. Aber was dann? Heute habe ich gelernt, dass man einfach versucht, Fragen zu stellen, die die betreffende Person aufheiternde Dinge erzählen machen. Auch, wenn es sich in diesem Fall nicht direkt um einen eingetroffenen Todesfall handelte, so merkte ich doch, als auf einmal über gemeinsame Interessen geplaudert wurde, wie psychologisch ein Bestatter dabei vorgehen muss.</p>
<p>Der Beruf des Bestatters ist der vielfältigste, den ich mir vorstellen kann.</p>
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