Schlagwort: Internet

Juli 31
Norwegen 2011
Trauer aus Liebe, Liebe gegen Hass. Foto: Rødt nytt / Flickr.

Breivik hat gar keinen Bart! Und extremistisch sieht er auch nicht aus! Der Stern zeigt sich empört darüber, dass der Täter so „erschreckend normal“ aussehe, tut dies denn auch gleich als „gezielt inszeniert“ ab. Blond, blauäugig – es hätte jeder andere gewesen sein können. Kommt Anders Behring Breivik etwa aus der Mitte und war am Ende doch nicht, wie sein Anwalt urteilte, „geisteskrank“, sondern ganz normal?

In den ersten panischen Stunden nach den tragischen Vorkommnissen bewiesen diverse Terror-Experten im TV aufs neue ihre Unbrauchbarkeit und schlossen: Hinter diesem Attentat können nur Islamisten stecken. Wie groß muss wohl die Enttäuschung gewesen sein, als plötzlich die Lebensgeschichte eines christlich-fundamentalistischen Rechtspopulisten aufgeblättert wurde?

März 20

Ob Griechenland, Tunesien oder Ägypten – immer wieder ist die Rede von der „Generation Facebook“, die auf die Straße geht, dem „Web 2.0“ als Protestmedium. Kommunikation, Organisation und Interaktion finde im digitalen Netzwerk statt, die sich vermehrenden reibungslosen Abläufe bei der politischen Praxis in diesen Ländern sei im wesentlichen den Sozialen Netzwerken zu verdanken. Sicher sind die hochgelobten neuen Medien eine Chance, die es sich mit revolutionärem Anspruch zu ergreifen lohnt, doch welche Rolle spielen sie in der politischen Entwicklung einer Gesellschaft? Inwieweit können wir sie nutzen? Und: Können wir sie überhaupt nutzen? Eine Untersuchung.

Februar 15

Spam von Profis – heute: Herr Omar Sam

Hallo,

ich bin der offizielle Anwalt von Präsident Hosni Mubarak von Ägypten, bitte ich suche Ihre Hilfe, um mir zu helfen 2.5 Millionen Dollar zu sichern, die in Belgien eingefroren wurden.

Februar 13

Der taz wurden mehr als 60.000 interne E-Mails von NPD-Akteuren zugespielt, welche die Zeitung nun online veröffentlicht hat. Im Folgenden ein Auszug daraus:

Ich will ja nicht sagen das Ich mit allem, was unser Führer gemacht hat, einverstanden bin aber das Judenproblem hat er ja recht gut in den Griff bekommen ist das nicht auch in einer abgespeckten Version für Migranten möglich so eine Art Jagdschein.

Dezember 31

Ein zementär-revolutionärer Jahresrückblick

Wieder ist ein Jahr vorübergegangen – ein Jahrzehnt zugleich, die „Nuller Jahre“. Wir haben in den vergangenen zwölf Monaten beobachten können, wie sich die Politik Obamas entwickelte, wie Merkel aus Steinen frische Brötchen und die Polizei in Stuttgart aus Kastanien Pflastersteine machte, ja wir haben allerhand erlebt. Nichts neues, dafür aber immer wieder Bestätigungen jeder Art für eine interessante Entwicklung, nicht nur in Deutschland: Man spricht vom kalten Neoliberalismus und vom Wutbürger (nebenbei bemerkt das Wort des Jahres 2010). Letzteren konnten wir im vergangenen „heißen Herbst“ nicht nur auf Gleisen oder an Bäumen sehen.