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Schlagwort: Internet
Die Geschichte vom Blitzer-Knipser
So wie Goethe einen zweiten Teil schrieb, hat auch dieses Schauspiel seine Fortsetzung: Als meine Probleme um eine Nachlizensierung eines Creative-Commons-Fotos vorbei waren – damals hat man 150 Euro von mir haben wollen, schließlich und mithilfe der Blogosphäre bin ich dann aber doch drumherum gekommen -, war das noch lange nicht der letzte Akt für… nennen wir ihn einfach mal Vaußt. Denn er hat wieder zugeschlagen.
Morgen erscheint der Jugendroman „Little Brother“ in deutscher Übersetzung. Es handelt sich um ein in der US-amerikanischen Presse hochgelobtes Werk des kanadischen Journalisten, Bloggers und Autoren Cory Doctorow, der unter anderem aktives Mitglied der Electronic Frontiers Foundation (EFF) ist, einer Organisation zur Verteidigung der Rechte in der digitalen Welt.
Es geht um den 17-jährigen Marcus Yallow, der in San Francisco Zeuge eines Terroranschlags auf die Bay Bridge wird. Infolge dessen wird die Stadt des politischen Aktivismus zum von der Heimatschutzbehörde (Department of Homeland Security, DHS) rigoros überwachten Polizeistaat.
Wenn man so in den vielen Blogs stöbert, entdeckt man immer wieder richtig gute Artikel, die genauso gut in der Zeitung hätten stehen können. Oft denke ich dann: Wie schade, das hätte sicher auch einem viel breiteren Publikum gefallen. Einem Publikum leider aber, das Blogs nie im Leben lesen würde. Wer liest schon Blogs unter den Leuten, die Zeitung lesen? Ich kenne niemanden. Das kann sich ändern. Es sind schon mehrmals Versuche gestartet worden, die Inhalte des Web 2.0 an die „analoge Generation“ (und vielleicht nicht nur Generation, sondern Gesellschaftsgruppe) zu vermitteln – nicht, um diese Menschen zur Internet-Nutzung zu bewegen, sondern um die großen Glanzlichter da drinnen nach da draußen zu tragen.
Das tote Tier am Straßenrand, der Feuilleton und das Internet
Was diese drei Dinge gemeinsam haben? Plötzlich vieles. Ein verreckendes Tier am Rande einer viel befahrenen Straße nennt man im amerikanischen Slang „Roadkill“. Der Titel des Debütromans der 17jährigen Theatertochter Helene Hegemann lautet „Axolotl Roadkill“ – der Axolotl ist ein mexikanischer Schwanzlurch, der nicht erwachsen wird und immerzu einer Kaulquappe gleicht. Es geht in dem Buch um ein Mädchen im zarten Alter von 16 Jahren, das ein knallhartes Erwachsenwerden in Berlin durchmacht – Sex, Drogen, Schmerzen. In einer sehr konstruierten Sprache, die wie gespielte Intellektualität wirkt und keineswegs wie tiefgründige Poesie, beschreibt Hegemann das lotterige Szeneleben detailreich und mit interessanten Einfällen.