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	<title>Zementblog &#187; Konsumterror</title>
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	<description>Das Original: Zementär-revolutionär.</description>
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		<title>Richtig entsorgen!</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 19:23:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<title>Umfrage: Facebook</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Sep 2011 10:57:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<title>Ehec: Müssen wir jetzt alle sterben?</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2011/06/06/ehec-mussen-wir-jetzt-alle-sterben/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 19:57:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sprossen also, Sprossen. Vielleicht, soviel ist sicher, sind Sprossen Schuld am Ehec-Desaster. Sprossen: Diese kleinen, unscheinbaren Dinger, die man in den Salat oder aufs Brot stopft, weil sie noch so ein bisschen Gestichel ins Essen geben. Und eigentlich sollte einem schon dieser Geschmack sagen: Die Sprosse, sie ist zwar interessant, aber sie ist auch dein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><div class="wp-caption alignleft" style="width: 202px"><a href="http://www.flickr.com/photos/klugi/4936077666/" target="_blank"><img style="margin-left: 10px; margin-right: 10px; margin-bottom: 10px;" title="Salat" src="http://farm5.static.flickr.com/4075/4936077666_639f4d84e9_m.jpg" alt="Tomate-Gurken-Salat" width="192" height="128" /></a><p class="wp-caption-text">Kann das Selbstmord sein?</p></div>
<p>Sprossen also, Sprossen. Vielleicht, soviel ist sicher, sind <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/suche-nach-ehec-erreger-riskante-zutat-1.1105408">Sprossen Schuld am Ehec-Desaster</a>. Sprossen: Diese kleinen, unscheinbaren Dinger, die man in den Salat oder aufs Brot stopft, weil sie noch so ein bisschen Gestichel ins Essen geben. Und eigentlich sollte einem schon dieser Geschmack sagen: Die Sprosse, sie ist zwar interessant, aber sie ist auch dein Feind! | <strong>Von Moritz Clauß<span id="more-4789"></span></strong></p>
<p>So sehen die Sache vermutlich die Autoren vom &#8220;Spiegel&#8221;, die ganz nach BILD-Manier &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,ausg-4888,00.html">Der Feind im Essen &#8211; Ehec: Die Geburt einer neuen Seuche</a>&#8221; titeln, was auf ein Fazit à la &#8220;Essen sollte man gar nicht mehr! Es ist zu gefährlich!&#8221; schließen lässt. Und da haben die werten Profi-Journalisten natürlich recht! Voll mit Bakterien und Keimen wartet das Essen nur darauf, durch die Speiseröhre in unseren Magen zu gleiten, um uns dann von innen heraus zu zerfressen, aufzuspießen und mit kleinen, gezielten Stichen zu töten! Das kleine, fiese Wiener Würstchen, das uns zu gern erst in sich und dann ins Gras beißen sehen würde &#8211; das ist der Schuldige! Oder eben diese noch viel fieseren Sprossen, die da überall über den Boden krabbeln und es auf uns abgesehen haben.</p>
<p>Man muss sich das einmal vorstellen: Eine von Wirtschaftskrise und Killerspielen schwer gebeutelte Nation, finanziell am Abgrund (Schuld sind die Pleite-Griechen!) und immer darauf bedacht, in der Weltöffentlichkeit ja nicht falsch verstanden zu werden, wird quasi im Minutentakt von derartigen Seuchen heimgesucht! Die Pest war ja ein Witz gegen das, was wir hier erleiden müssen! BSE, Vogelgrippe, Schweinegrippe und jetzt auch noch <em>Ehec</em>! &#8220;Ja, was soll man da denn überhaupt noch essen?&#8221;, wird sich der konzentrierte Beobachter nun fragen. Wie gesagt: Überhaupt nichts, das ist am sichersten!</p>
<p>Oder aber man betrachtet die Sache von einer ganz anderen Seite. Also von einer <em>ganz</em> anderen Seite! Neulich meinte nämlich ein Bekannter zu mir, dieses Ehec sei doch nicht so schlimm, im Gegenteil! &#8220;Es sterben jeden Tag mehr Menschen, die kein Ehec haben, als Menschen, die Ehec haben. Ehec ist also gesund!&#8221;, stellte er begeistert &#8211; und nicht ganz ohne Ironie &#8211; fest und ich muss zugeben: Wo er recht hat, hat er recht.</p>
<hr />
<p style="text-align: right;">Ein Gastbeitrag von <a title="Laute irrt | Website von Moritz Clauß" href="http://laute-irrt.de/" target="_blank"><em>Moritz Clauß</em></a> (Redakteur bei <a title="acht9.de" href="http://www.acht9.de/" target="_blank">acht9</a>)</p>
<p style="text-align: right;"><small>Bild: <a title="Flickr-Profil von Helmut W. Klug" href="http://www.flickr.com/people/klugi/" target="_blank">Flickr</a>/<a title="Website von Helmut W. Klug" href="http://klugi.com/" target="_blank">Helmut W. Klug</a> (CC <a title="Creative Commons - CC by-nc-sa 2.0 DE" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de" target="_blank">by-nc-sa</a> 2.0)</small></p>
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		<title>Über die Stadt</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2011/02/27/uber-die-stadt/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Feb 2011 20:29:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Stadt ist laut, die Stadt ist schnell, die Stadt ist viel zu schnell. Sie ist immer in Bewegung und sie ist kalt. Abweisend ist sie, sie ist ganz berührungslos. Und dicht, die Stadt ist ein dicht wimmelnder Haufen arbeitender Ameisen – und doch leblos. Die Stadt ist künstlich, sie ist eine Illusion der Vision [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Die Stadt ist laut, die Stadt ist schnell, die Stadt ist viel zu schnell. Sie ist immer in Bewegung und sie ist kalt. Abweisend ist sie, sie ist ganz berührungslos. Und dicht, die Stadt ist ein dicht wimmelnder Haufen arbeitender Ameisen – und doch leblos. Die Stadt ist künstlich, sie ist eine Illusion der Vision des Fortschritts, der Industrie. Die Stadt ist der harte Asphalt, auf dem wir uns die Füße kaputtlaufen, tagein, tagaus. Doch es führt kein Weg  daran vorbei, dass wir uns die Füße kaputtlaufen, denn wir müssen durch die Stadt, immer wieder. Wir müssen Geschäfte erledigen, unsere Sachen besorgen, Menschen grüßen, ja und nein sagen, immer wieder.<span id="more-4643"></span></p>
<p>Und wenn ich abends in den Himmel schaue, fehlen mir die Sterne. Ich schaue und schaue, doch die Sterne kann ich nicht finden. Wo sind sie hin? Die Stadt hat sie geschluckt. Die Stadt hat die Sterne geschluckt. Gestohlen. Gefressen.<br />
Die Stadt ist aggressiv, sie greift alles Schöne, Sanfte, Zarte, Herrliche mit all ihrer Energie an. Sie kennt kein Erbarmen, sie beißt und kratzt, bis nichts als kahle, starre Eintönigkeit bleibt.</p>
<p>Die Stadt ist das leise Ungetüm, das uns laut in den Ohren dröhnt. Sie ist der unschuldige Vergewaltiger der Gefühle. Sie ist eine Daumenschraube und eine Streckbank und eine eiserne Jungfrau für den stillen Moment.</p>
<p>Ich will stille Momente erleben, ich will ausatmen, ich will den Blick schweifen lassen, ich will nicht rennen müssen, ich will nicht kämpfen müssen – ich will gar nichts müssen.</p>
<p>Und wenn ich dann abends wieder in den Himmel schaue, glaube ich mit einem Mal, einen Stern entdeckt zu haben. Dann schaue ich genauer hin und stelle fest: Es ist gar kein Stern. Es ist ein Flugzeug.</p>
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		<title>Berufsorientierung</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2011/02/22/berufsorientierung/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Feb 2011 13:47:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der österreichische Dokumentarfilm &#8220;We Feed The World&#8221; von Erwin Wagenhofer wirft einen kritischen Blick auf die Lebensmittelindustrie mitsamt aller Massenproduktion und der einhergehenden Rationalisierung. Zwischen jedem Abschnitt meldet sich Jean Ziegler mit erhobenem Zeigefinger zu Wort, nennt ein paar schlaue Zahlen aus den großen Statistiken und verfügt über jegliche moralische Urteilskraft. Der Zuschauer bekommt schnell [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Der österreichische Dokumentarfilm &#8220;We Feed The World&#8221; von Erwin Wagenhofer wirft einen kritischen Blick auf die Lebensmittelindustrie mitsamt aller Massenproduktion und der einhergehenden Rationalisierung. Zwischen jedem Abschnitt meldet sich Jean Ziegler mit erhobenem Zeigefinger zu Wort, nennt ein paar schlaue Zahlen aus den großen Statistiken und verfügt über jegliche moralische Urteilskraft. Der Zuschauer bekommt schnell den Eindruck: Das ist ein kluger Mann, der Ziegler. Gleichzeitig handelt es sich aber um eine Kapitalismuskritik, die oberflächlicher kaum sein könnte. Immer ist von &#8220;denen da oben&#8221; die Rede, immer ist &#8220;der Fortschritt&#8221; das Problem.<span id="more-4619"></span></p>
<p>Es scheint sich mehr um einen neuen Sturm und Drang, eine neue Aufklärung zu handeln, die sich da ihre Bahnen bricht (oder längst gebrochen hat). Die Arbeiter und Bauern &#8211; sofern Wagenhofer mit ihnen gesprochen und dann die Kamera vor ihr Gesicht gehalten hat &#8211; fürchten sich vor der abstumpfenden Industrialisierung, als habe sie erst gestern begonnen. So ist die kritische Aussage des Films doch allzu verkürzt, zumal sie von einer neuen Entwicklung spricht und damit ein gesellschaftliches, ökonomisches, aber auch politisch-rechtliches Fundament vollständig ausblendet. Das Problem ist also nicht die Wirtschaftsform, sondern der Mensch da oben.</p>
<p>Eindrucksvoll und teils sogar bereichernd ist der Film dennoch. Er zeigt mit geschickter Kamera den Konsumterror von der anderen Seite der Bühne und lässt diejenigen Menschen zu Wort kommen, die unmittelbar betroffen sind. Während wir abertausenden von Küken auf Fließbändern zugucken, sinniert etwa der Geflügelzüchter Hannes Schulz:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Menschen werden weltfremder und brutaler und härter. &#8230; Warum das so ist? Weil es da oben keine Leute mehr gibt, die sich von unten nach oben gearbeitet haben. Nichts gegen Universitätsabgänger. Aber das sind Leute, die zur Schule gegangen sind und studiert haben. Und dann kommen sie von der Uni als Magister und Doktor und haben eigentlich zur Basis überhaupt keine Beziehung. Sie sehen die Landwirtschaft so wie die meisten, wie es einem halt in der Werbung und von früher vorgegaukelt wird. Eigentlich ohne Realitätsbezug.</p>
<p>An sich interessiert den Handel nur der Preis.&#8221;</p></blockquote>
<p>So schlicht und spät diese Erkenntnis auch kommt, sie ist immerhin greifbar. In der Schule machen wir gerade eine sogenannte &#8220;Berufsorientierungswoche&#8221; &#8211; und werden im Prinzip auf nichts vorbereitet, das in irgendeiner Weise mit Menschen zu tun hat. Dabei erzählt uns ein Versicherungsangestellter, jeder Job hätte etwas mit Menschen zu tun. Ob wir nun im Büro säßen oder durch die Gegend reisten, das sei am Ende gleich. Mag ja sein &#8211; trotzdem werden wir auf Karriere, auf die Rolle des Unternehmers, nicht des Arbeiters vorbereitet. Und dann wollen wir mehr Gewinn erzielen, jonglieren also nur mit Zahlen. Das ist ein schönes Spiel. Wir mögen Spiele. Uns geht es gut.</p>
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		</item>
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		<title>Das Problem ist das System, ja</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2011/01/08/das-problem-ist-das-system-ja/</link>
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		<pubDate>Sat, 08 Jan 2011 19:01:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir zeigen alle gerne mit dem Finger auf andere. Wir fühlen uns gut, wenn wir in einer bestimmten Situation meinen, den Schuldigen ausfindig gemacht zu haben. Es ist einfach ein tolles Gefühl &#8211; es bedeutet nämlich, dass wir selbst unsere Hände in Unschuld waschen können und im Grunde vollkommen unbeteiligt sind. An allem. Konsequent weitergedacht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Wir zeigen alle gerne mit dem Finger auf andere. Wir fühlen uns gut, wenn wir in einer bestimmten Situation meinen, den Schuldigen ausfindig gemacht zu haben. Es ist einfach ein tolles Gefühl &#8211; es bedeutet nämlich, dass wir selbst unsere Hände in Unschuld waschen können und im Grunde vollkommen unbeteiligt sind. An allem. Konsequent weitergedacht hieße das auch, dass wir vor ein unlösbare Problem gestellt sind. Ein Sündenbock ist also, das bestätigen diverse Präzedenzfälle, immer eine Entschuldigung, ja Ausrede für die eigene Untätigkeit, das eigene Versagen. Oder?<span id="more-4502"></span></p>
<p>Moritz vom Sockenblog hat in seinem Artikel &#8220;Schuld sind nicht immer nur die anderen&#8221; (erschienen bei <a title="Binsenbrenner - Schuld sind nicht immer nur die anderen" href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/2011/01/07/schuld-sind-nicht-immer-nur-die-anderen/" target="_blank">Binsenbrenner.de</a>) erneut auf das Thema hingewiesen. Dabei bezog er sich unter anderem auf Lebensmittelskandale, für die in der öffentlichen Diskussion tatsächlich immer die Produzenten verantwortlich gemacht werden. Mit einem Hinweis auf die deutsche Dekadenz (Flachbildfernseher und Smartphones statt Sojasprossen und Bio-Tomaten) erklärte er, man habe den Zeigefinger auch auf sich selbst zu richten. Der Konsument trage einen erheblichen Teil zur Problematik bei, so entscheide er doch immer selbst, &#8220;ob er auf sorgfältige Ernährung wert&#8221; lege oder nicht.</p>
<p>Ganz so einfach ist das leider nicht &#8211; die Entscheidungsfreiheit des Konsumenten, von der Moritz da nämlich ausgeht, ist nicht jedem Fall gegeben. Ganz im Gegenteil trifft auf den Großteil der Bevölkerung zu, dass sie in einem unterbewussten Systemzwang steckt, der ihr von Grund auf anerzogen wird. So gilt Wirtschaftlichkeit als oberstes moralisches Prinzip &#8211; solange jeder für sich selbst sorgt, so sagt man, ist auch für das Wohl der Allgemeinheit gesorgt. Und umgekehrt: Wenn es &#8220;der Wirtschaft&#8221; gut gehe, gehe es auch uns allen gut. Soweit die Ideologie des Kapitalismus, die täglich den bequemen Konsens liefert, den eine Regierung und mit ihr die gesamte herrschende Klasse notwendigerweise benötigt.</p>
<p>Moritz&#8217; sprachlich ausgezeichneter Artikel schneidet ein nicht zu unterschätzendes Thema leider nur oberflächlich an. Es wird mit Menschlichkeit und Moralität argumentiert, dabei jedoch die tiefe Komplexität des Sachverhalts übersehen. Doch ist das Hauptaugenmerk nicht darauf, sondern auf den Effekt dieses Artikels zu legen: Er hat eine umfangreiche Diskussion von hohem Wert angestoßen. So hat etwa Felix vom Lahnblog mit einer <a title="Lahnblog - Schuld?" href="http://lahnblog.de/deutschland/schuld/" target="_blank">Stellungnahme</a> reagiert, wie ich sie an dieser Stelle nun auch veröffentliche.</p>
<p><strong>Verantwortung durch Entscheidungsfreiheit</strong></p>
<p>Die Hauptthese von Moritz ist die, dass wir &#8211; wir bleiben beim Beispiel der Lebensmittelindustrie &#8211; eine tragende Verantwortung allein durch unsere Entscheidungs- und Konsumfreiheit haben:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die meisten von uns hätten genug Geld, um für ein fair gehandeltes und  fair produziertes T-Shirt 20-40 Euro auf den Ladentisch zu legen. Die  meisten von uns legen stattdessen jedoch 10 Euro auf den Ladentisch und  freuen sich über den niedrigen Preis, ohne die Herkunft ihrer Kleidung  zu hinterfragen. Die meisten von uns hätten auch genug Geld für  biologisches und gesundes Schweinefleisch. Stattdessen kaufen wir  eingeschweißte Chemiebomben zum halben Preis.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nun wird einem zunächst einmal eines sauer aufstoßen: Ist es nicht anmaßend, zu behaupten, die Mehrheit könne es sich leisten, sich alltäglich von Bio-Produkten zu ernähren und fair gehandelte Kleider zu tragen? Sicher, Deutschland hat eine starke Mittelschicht, aber das will noch nichts heißen. Außerdem: Selbst, wenn es keine finanzielle Frage wäre, hätten wir, philosophisch betrachtet, tatsächlich alle Freiheit, uns für &#8220;Bio&#8221; und &#8220;Fair Trade&#8221; zu entscheiden?</p>
<p>Alles Fragen, die in der Diskussion zum Artikel immer wieder aufgetaucht sind. Moritz beharrte weiterhin darauf, dass sich die Mehrheit einen bewussteren Konsum leisten könne. Im weiteren Verlauf des Wortgefechts gab nunmehr die Frage nach der Definition von Armut den Ton an. Betreffe sie nun eine kleine Unterschicht oder vielmehr alle lohnabhängigen Menschen? In meinen Augen ist Armut, wenn die Erfüllung grundlegender Bedürfnisse und somit die Freiheit eines Menschen von einer Sache, einem Menschen oder einem Hindernis struktureller Natur behindert wird. Ganz gleich aber, wie man nun Armut definieren mag &#8211; das Problem bleibt dasselbe. Es wurde lediglich aneinander vorbei geredet, denn letztlich geht es doch nur darum, ob der Konsument höchstselbst die für sein Konsumverhalten verantwortlich ist oder nicht, und wenn nicht, wer dann.</p>
<p>Fest steht doch, dass jeder lohnabhängige Mensch in gewissen  marktwirtschaftlichen Zusammenhängen aufwächst, erzogen wird und eine  entsprechende Denklogik entwickelt, die ihm hilft, im System  zurechtzukommen. Hierbei ist jeder gemeint, wir zeigen also nicht mehr nur auf andere. Auch ein Gesellschafts- und Systemkritiker muss  schließlich, ich wiederhole damit die Aussagen einiger anderer Debattanten, Geld verdienen und mit Geld bezahlen. Wir können uns  höchstens geistig von all diesen Zusammenhängen trennen, nicht physisch.</p>
<p>So ist also – ganz gleich, wer hier jetzt arm ist und wer nicht – die  überwältigende Mehrheit der Gesellschaft (auch hier in Deutschland) durch eine automatisierte Logik dazu  “gezwungen”, auf einen bewussten Nahrungsmittelkonsum zu verzichten. Zwar könnte die Masse vom einen Tag auf den anderen durch einen  rasanten Anstieg der Nachfrage den Preis nämlicher Bio-Produkte senken –  damit würden diese Bio-Produkte allerdings qualitativ und quantitativ auf dasselbe Niveau  wie alle anderen, herkömmlichen Nahrungsmittel sinken. Die Produktion  müsste beschleunigt, die Löhne gedrückt werden. So einfach ist das.</p>
<p>Ich sage es noch einmal: Nicht dem Konsumenten, der in einer  zwingenden Relation steht, ist die Schuld zuzuweisen – es ist die  Systematik, ein komplexes Ineinandergreifen kantiger Zahnräder, die hier dominiert. Und  summa summarum handelt es sich doch um ein Privileg wohlhabenderer Leute, den Konsum zur Gänze auf Bio-Niveau umzustellen.</p>
<p><strong>Revolution durch bewussten Konsum?</strong></p>
<p>Der Artikel von Moritz fußt auf der Annahme, bewusster Konsum könne Arbeitskonditionen, Tierschicksale und überhaupt das meiste weltweit verbessern. So ist es doch reichlich illusorisch, zu glauben, mit dem Kauf einer rein biologisch angebauten Tomate gegen Gentechnik zu kämpfen. Es geht um nichts anderes, als sich inmitten all der Skandale &#8211; bei denen es sich um nichts weiter als kapitalistische Normalität handelt &#8211; ein gutes Gewissen zu erkaufen. Auf die Spitze treibt es dabei die Limonade &#8220;LemonAid&#8221;. Sie wird mit allen Ernstes als &#8220;flüssige Revolution&#8221; beworben: &#8220;LemonAid ist halb Limonade, halb Entwicklungshilfe. &#8230; Trinkt mit uns für eine bessere Welt&#8221;, heißt es auf der <a title="Website von LemonAid" href="http://www.lemon-aid.de/" target="_blank">Website zum Getränk</a>. Zwar handelt es sich hierbei lediglich um eine gut gemachte Werbekampagne. Doch sie drückt genau das aus, was viele tatsächlich glauben: Die Welt durch bewussten, empathischen Konsum verändern zu können.</p>
<p>Dieser Traum vom reformierten, guten Kapitalismus ist naiv, denn, und das hat Felix vom Lahnblog wunderbar auf den Punkt gebracht, er übersieht das Wesentliche &#8211; das Gewinnstreben eines Unternehmers, die treibende Kraft der Marktwirtschaft. So verwundert es auch nicht weiter, als Moritz entgegnet: &#8220;Gewinnstreben ist in meinen Augen nichts schlechtes. Der daraus  resultierende Wohlstand auch nicht unbedingt. Nur muss es wie gesagt a)  für alle die gleichen Startbedingungen geben und b) darf niemand unter  dem Gewinnstreben des anderen leiden.&#8221; Nur lassen sich innerhalb des bestehenden Systems die &#8220;Startbedingungen&#8221; niemals verändern, die sind schon gegeben. Oben, unten, das war&#8217;s. Entweder arbeitest du oder du lässt dein Kapital für dich arbeiten. Einfach ist auch, an die Moral zu appellieren und zu sagen, niemand dürfe &#8220;unter dem Gewinnstreben des anderen leiden&#8221;. Das ist schließlich eben der Knackpunkt, von dem man sich dann lieber abwendet. Selbst, wenn man das in Deutschland vermeintlich nicht erkennen kann, so ist es doch so, dass das kapitalistische Streben nach Profit von der Unterdrückung anderer abhängt. Schließlich kann nur dann jemand mehr als andere haben, wenn diese weniger haben. So ist es auch mit der Dritten Welt. Solange Deutschland Geld schon als Spielzeug benutzt, wird es in den wirklich und existentiell bedrohlich armen Ländern der Welt nicht einmal genug Trinkwasser geben.</p>
<p>Denken wir doch einmal konsequent weiter und nehmen wir an, jeder konsumierte ganz bewusst nur noch Bio-Produkte und fair gehandelte Waren. Die Masse eignete sich den so hochgelobten <em>alternativen Lebensstil </em>an. Was würde passieren? Im Kapitalismus kann nur eins passieren, damit weiter gewirtschaftet werden kann: Es muss Profit gemacht werden. Das geht automatisch auf Kosten der schönen Werte, die ohnehin mehr Marketing als Realität darstellen. Die Bio-Produkte bleiben zwar bio, die Angestellten werden aber ausgebeutet. Und zwar so drastisch, dass sie sich, damit wären wir wieder bei der Ausgangsfrage, kein einziges Bio-Produkt leisten, ja gerade mal ihren Unterhalt finanzieren können. Dann kann zwar die Mittelschicht immer noch Wert auf ethische Backwaren, moralisches Gemüse und politisch korrekten Kaffee legen &#8211; mehrheitsfähig und weltverbessernd wird das Ganze nicht. Das hängt nicht von unserem Konsumverhalten ab, sondern von einer altbekannten Logik, genannt Kapitalismus. Am Ende bleibt nicht mehr übrig als eine &#8211; wie Christoph Horst in KONKRET 10/10 den Veganismus nannte &#8211; &#8220;elitäre Essstörung&#8221;.</p>
<p><strong>Die Psychologie des Systems</strong></p>
<blockquote><p>&#8220;[...] Dann frage ich mich, ob man wirklich nichts ahnen konnte? Oder aber, ob die, die die Möglichkeit dazu gehabt hätten, einfach nichts ahnen wollten?&#8221; &#8211; <a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/2011/01/07/schuld-sind-nicht-immer-nur-die-anderen/comment-page-1/#comment-4400" target="_blank">Moritz</a></p>
<p>&#8220;[...] Gerade der Billigwahn macht viel mehr kaputt als der Einzelne vielleicht im ersten Moment zu sparen glaubt.&#8221; &#8211; <a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/2011/01/07/schuld-sind-nicht-immer-nur-die-anderen/comment-page-1/#comment-4407" target="_blank">Peter</a></p></blockquote>
<p>Hier unterscheidet sich die Diskussion schon im Kern:</p>
<ul>
<li>A &#8211; &#8220;Der Verbraucher ist schuld. Er konsumiert, handelt also eigenverantwortlich und frei.&#8221;</li>
<li>B &#8211; &#8220;Das System ist schuld. Es produziert und steht auf der Herrschenden Seite, verfügt also über eine gewisse Kontroll- und Lenkungsmacht.&#8221;</li>
</ul>
<p>Die zwei obigen Zitate illustrieren die scheinbare Unüberbrückbarkeit dieser zwei offenbar gegensätzlichen Standpunkte von der einen Seite. Doch sind sie wirklich gegensätzlich &#8211; oder aber vereinbar?</p>
<p>Ich will den Verbraucher niemals von aller Schuld loslösen. Ihm ist selbstverständlich immer eine gewisse Verantwortung zuzumuten und zuzusprechen. Das Dritte Reich, um auf Moritz&#8217; krasses Beispiel zurückzukommen, brauchte die nickenden Deutschen immer auch als Rückendeckung, als Legitimierung für die eigene verbrecherische Politik. So ist es auch in diesem Fall: Ohne den massenhaften Konsum von Produkten, die geistigen Giftstoffen entspringen oder reelle Giftstoffe enthalten, lohnte es sich nicht, diese überhaupt zu produzieren.</p>
<p>Dennoch muss gefragt werden: Warum konsumieren wir nämliche Produkte? Es ist der Punkt, an dem Moritz&#8217; Kritik weitergehen, an dem länger als zu kurz gedacht werden muss.</p>
<p>Wir konsumieren, weil wir etwas für wohlschmeckend, wohlriechend oder sonstig erfüllend, ausstattend bzw. genießbar halten, je nach Wohlstand &#8211; vor allem wollen wir mit unserem Konsum aber grundlegende Bedürfnisse befriedigen. Soweit, so gut. Nun kommen in wohlhabenderen Ländern der Ersten Welt, etwa Deutschland, aber unzählige Luxusgüter &#8211; Mobiltelefone, Autos, eigentlich auch Bücher, Zeitschriften, Süßigkeiten usw. &#8211; hinzu. Diese müssen, da sie über grundlegende Bedürfnisse hinausgehen und teilweise lediglich eine erweiterte oder alternative Form eines bereits bestehenden Guts darstellen, entsprechend beworben werden. Hauptprojektionsflächen sind dafür die Geräuschmedien Fernsehen und Radio. Sie sagen uns tagtäglich, was wir trinken, essen, lesen, sehen, besuchen, benutzen oder einfach nur haben sollen. Damit bringen sie uns von klein auf bei, was sich zu haben gehört, wodurch wir uns definieren sollen, womit wir schon im zwischenmenschlichen Bereich zum Wettkampf antreten können. Nur, was besser, neuer, schicker, schneller, größer, kleiner, flacher oder dicker ist, zählt noch. Das sind die hochgelobten Werte der Gesellschaft, in der wir leben &#8211; herzlich willkommen im Neoliberalismus.</p>
<p>Das alles ist die Psychologie des Systems. Sie macht uns zum Bürger, der brav konsumiert und dabei meint, eine freie Wahl zu haben. Dass wir entscheiden können, was wir kaufen, setzt voraus, das bereits eine Wahl getroffen wurde &#8211; nämlich die, welche Produkte überhaupt zur Wahl stehen. Mit Freiheit hat das also nichts zu tun.</p>
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		<title>Wohnortvergewaltigung</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2010/10/21/wohnortvergewaltigung/</link>
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		<pubDate>Wed, 20 Oct 2010 22:58:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bergedorf]]></category>
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		<description><![CDATA[Unser aller geliebtes Bergedorf, einst ein hübsches Plätzchen am Rand von Hamburg, ist auf den Strich gegangen &#8211; es hat sich vom Zuhälter Stadtmarketing prostituieren lassen. Für Geld &#8211; und nur für Geld allein &#8211; wird aus dem gemütlichen Stadtteil und Bezirk eine Innenstadtallegorie, ein surreal aus dem Boden und zwischen die kleinen Lädchen gestampfter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Unser aller geliebtes Bergedorf, einst ein hübsches Plätzchen am Rand von Hamburg, ist auf den Strich gegangen &#8211; es hat sich vom Zuhälter <em>Stadtmarketing</em> prostituieren lassen. Für Geld &#8211; und nur für Geld allein &#8211; wird aus dem gemütlichen Stadtteil und Bezirk eine Innenstadtallegorie, ein surreal aus dem Boden und zwischen die kleinen Lädchen gestampfter Bonzenmagnet. Ein großer Hai, der die kleinen Fische frisst, verkörpert durch dekadente Betonklötze, die mehr Raum (das heißt dann &#8220;Saal-Ambiente&#8221;) als Arbeitsplätze bieten.<span id="more-4336"></span> Das Ganze ist ein schier endloses Bauprojekt &#8211; hier und dort gibt es immer wieder etwas zu restaurieren, abzureißen oder neu zu errichten -, das öffentliche Gelder in einem Fahrradparkplatz, drei &#8220;Shopping-Centern&#8221;, futuristischen Pflastersteinen sowie einem monumentalen Filmtheater an Ort und Stelle der jetzigen Postzentrale des Bezirks versenkt. Kein schöner Land in diesen Monden! Ganz hässlich grau und groß und grässlich.</p>
<p>Apropos Bonzenmagnet &#8211; ja, wir können auch hier den Zungenbrecher &#8220;Gentrifizierung&#8221;  &#8211; oder, für Freizeit-Amis, &#8220;Gentrification&#8221; &#8211; anwenden: Bergedorf wird umstrukturiert. Das Geld wird zum Fenster hinausgeworfen, obwohl die Kommunen gleichzeitig nach Anweisung von ganz oben (Stichwort Sparpaket) sparen sollen. Das interessiert die Investoren jedoch reichlich wenig, wollen sie doch viel lieber zeigen, wieviel Karat die Diamanten an ihren Fingern haben. Weil sie so schön funkeln und glänzen, kommen die, die sich&#8217;s leisten können, in Scharen. Sind sie einmal da, sollen sie nicht mehr gehen &#8211; denn sie haben mächtig Asche in der Tasche und geben zur Not auch mal doppelt so viel für ein und denselben Plünn aus. Also setzen die Herren vom <em>Stadtmarketing</em> alles daran, die Gäste aus den Villenvierteln mit neuen, schicken Wohnsiedlungen und einem attraktiven Konsumentenparadies (inkl. Baumwolldisko und noch supererem Markt) am Fleck zu halten.</p>
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		<title>Wort zum Alltag 8/10</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 16:46:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesrepublik]]></category>
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		<category><![CDATA[Lohndumping]]></category>
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		<description><![CDATA[Lieber Stefan, du zeigst, wie man auch ohne Abitur nach ganz oben kommt, wie man &#8220;alles erreichen kann, wenn man es nur will&#8221;. Mit einem Realschulabschluss in der Tasche gründetest du 1994 gemeinsam mit der Unternehmensgruppe Tengelmann die KiK Textilien und Non-Food GmbH. KiK &#8211; das steht für &#8220;Kunde ist König&#8221;. Mittlerweile handelt es sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><em>Lieber Stefan,</em></p>
<p><em><img class="alignright size-full wp-image-4051" style="margin: 10px;" title="Stefan Heinig" src="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/08/heinig.jpg" alt="" width="100" height="100" /></em>du zeigst, wie man auch ohne Abitur nach ganz oben kommt, wie man &#8220;alles erreichen kann, wenn man es nur will&#8221;. Mit einem Realschulabschluss in der Tasche gründetest du 1994 gemeinsam mit der Unternehmensgruppe Tengelmann die <em>KiK Textilien und Non-Food GmbH</em>. KiK &#8211; das steht für &#8220;Kunde ist König&#8221;. Mittlerweile handelt es sich dabei um die &#8220;größte Textil-Discount-Kette Deutschlands&#8221;. Soweit, so Wikipedia.<span id="more-4050"></span></p>
<p>Was steckt dahinter? Du bist so gewitzt wie dein fotogenes Grinsen. Deine Lohndrückerstrategie ist Kapitalismus <em>at its best</em>: Während die Produktionskraft ausgebeutet und gleichzeitig gesichert wird, dass sie das auch mit sich machen lässt, wird hierzulande die Arbeiterschaft in eine Abhängigkeit gerückt, die ihnen verbietet, sich gegen die schlechte Arbeitsplatzsituation irgendwie zu wehren.</p>
<p>Mit dem Lohn drückst du auch die Menschen, doch das ist dir egal. Dein Lächeln bleibt so echt wie deine Textilien, auch wenn in Bangladesh der Sohn einer Näherin verelendet, weil sie nicht genug Geld hat, ihn medizinisch versorgen zu lassen. Nicht genug Geld, weil du mehr willst. Profit um jeden Preis. Derweil quiekt uns die aufgedrehte Verona im Fernsehen die Ohren voll, damit bloß niemand etwas merkt. Und du behältst recht: Deine Kunden sind Könige. Sie bezahlen so wenig, dass sie es kaum glauben &#8211; und merken nicht, dass sie es dabei längst nicht mehr mit Gerechtigkeit zu tun haben können.</p>
<p><em>Auf das schmutzige Geld!</em></p>
<p><em>Jan</em></p>
<p><strong>Brschloch des Monats</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Thilo Sarrazin</span></p>
<blockquote><p>&#8220;Als ich sagte, dass „alle Juden ein bestimmtes Gen teilen“, habe ich mich nicht hinreichend präzise ausgedrückt. Ich  bezog mich mit meiner Äußerung [...] auf neuere Forschungen aus den USA. [...] Politisch ist diese These neutral. Um eine  rassistische Äußerung handelt es sich nicht.&#8221;</p>
<p style="text-align: right;">(Sarrazins <a title="FAZ.net - Sarrazins Biologismus: Phantasma &quot;Juden-Gen&quot;" href="http://www.faz.net/s/Rub9B4326FE2669456BAC0CF17E0C7E9105/Doc~ECC46C81351DA40E7B3219E328A122494~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Stellungnahme zu Rassismus-Vorwürfen</a>)</p>
</blockquote>
<p style="text-align: right;"><small>Bild: <a title="Wikimedia Commons - Stefan Heinig" href="http://http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Stefan-Heinig.jpg?uselang=de" target="_blank">Wikimedia Commons</a></small></p>
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		<title>Rauchen für Doofe</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2010/08/14/rauchen-fur-doofe/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Aug 2010 15:03:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Konsumterror]]></category>
		<category><![CDATA[Witzig]]></category>
		<category><![CDATA[Zeichnung]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-4004" title="Rauchen für Doofe" src="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/08/rauchen.jpg" alt="" width="512" height="369" /></p>
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		<title>Wortkonglomerat V</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2010/07/25/wortkonglomerat-v/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 15:58:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesrepublik]]></category>
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		<category><![CDATA[Militär]]></category>
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		<category><![CDATA[Wortkonglomerat]]></category>

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		<description><![CDATA[Schwitzen Sie kalt, wenn Sie Angst haben? Ich habe noch nie davon gehört, trotzdem liest man in schlechten Bestsellern immer wieder etwas von kaltem Angstschweiß. · · · Ich will Regenwürmer husten hören und Schmetterlinge kotzen sehen. Ich will Stürme schlucken und Häuser husten. Ich will Steine schreien und in Bäume beißen. Ich will Krokodile [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><div id="attachment_3941" class="wp-caption alignleft" style="width: 118px"><a href="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/07/beratung.jpg"><img class="size-medium wp-image-3941  " style="margin: 10px;" title="Wünschen Sie eine Beratung?" src="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/07/beratung-225x300.jpg" alt="Drücken Sie bitte diese Taste!" width="108" height="144" /></a><p class="wp-caption-text">Es fragt sich, ob diese Taste ein sonst übliches &quot;Ja!&quot; ersetzen kann.</p></div>
<p>Schwitzen Sie kalt, wenn Sie Angst haben? Ich habe noch nie davon  gehört, trotzdem liest man in schlechten Bestsellern immer wieder etwas  von <em>kaltem Angstschweiß</em>.</p>
<p style="text-align: center;">·  ·  ·</p>
<p>Ich will Regenwürmer husten hören und Schmetterlinge kotzen sehen. Ich  will Stürme schlucken und Häuser husten. Ich will Steine schreien und in  Bäume beißen. Ich will Krokodile kacken und Elefanten essen. Kurzum:  Ich will pinke Panzer in Afghanistan.<span id="more-3886"></span> Mit Blümchenmuster. &#8220;Wer in das  rosa Kanonenrohr eines Flowerpower II schaut, überlegt sich zweimal, ob  er eine deutsche Patrouille angreift. Er würde sie eher auslachen&#8221; (frei  nach Wehrbeauftragtem Königshaus, FDP).</p>
<p style="text-align: center;">·  ·  ·</p>
<p>In der dritten Staffel von Weeds sagt der Marihuanazüchter Conrad zum  jungen Lehrling: &#8220;Du bist die Sonne. Du hast die Kontrolle. Wenn du die  Lichtzufuhr nicht dosierst, sprießen die Pflanzen und richten sich nach  der Lichtquelle aus, die sie finden. Nicht anders als bei uns Menschen,  aber&#8230; das ist eine andere Lektion.&#8221; Ganz recht, wenn das Licht aus  ist, machen wir uns auf die Suche nach neuem Licht.</p>
<p style="text-align: center;">·  ·  ·</p>
<p>Auf manchen Mäusen steht &#8220;Trust&#8221;, was zweierlei sehr unterschiedliche  Bedeutungen hat &#8211; &#8220;Konzern&#8221; bzw. &#8220;Großunternehmen&#8221; sowie &#8220;vertrauen&#8221;.  Was wollen uns diese Mäuse sagen? Vertrauen Sie dem Kapitalismus?  Vertrauen Sie unseren Mäusen? Oder etwa: diese Maus zu bedienen ist ein  großes Unternehmen?</p>
<p style="text-align: center;">·  ·  ·</p>
<p>Vor kurzem bin ich verwundert stehen geblieben, als ich vorm Bahnhof eine kleine, heterogene Menschenansammlung  im Halbkreis vor einem Busch stehen sah. Irritiert fragte ich mich: Was  tun die da? Gemeinsam pinkeln, jung und alt, Frau und Mann? Heimlich  einen durchziehen, ganz unauffällig? Als ich mich, ganz unauffällig,  dazugesellte, begriff ich erst, worum es tatsächlich ging. Sie hatten  einen Igel entdeckt. Einen Igel!, und sie waren so fasziniert, als  bekämen sie derlei zum allerersten Mal zu Gesicht. Als hätten sie eine  Kobra gefunden, oder einen kackenden Schmetterling.</p>
<p style="text-align: center;">·  ·  ·</p>
<p>Quo vadis, BRD?</p>
<div class="shr-publisher-3886"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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