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	<title>Zementblog &#187; Philosophie</title>
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	<description>Das Original: Zementär-revolutionär.</description>
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		<title>Reformismus und Revolution</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 14:17:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Reformismus]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist eine reformistische Politik der richtige Weg, aus dem Kapitalismus herauszukommen? Kann der Reformismus ebenso zur Lösung der gesellschaftlichen Probleme führen wie sie eine Revolution bewirken könnte? Diese Fragen tauchen im linken Spektrum immer wieder auf, wenn alteingesessene von der Revolution des Proletariats Träumende etwa die Strategie der Linkspartei kritisieren. Als Reformismus bezeichnen wir die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist eine reformistische Politik der richtige Weg, aus dem Kapitalismus herauszukommen? Kann der Reformismus ebenso zur Lösung der gesellschaftlichen Probleme führen wie sie eine Revolution bewirken könnte? Diese Fragen tauchen im linken Spektrum immer wieder auf, wenn alteingesessene von der Revolution des Proletariats Träumende etwa die Strategie der Linkspartei kritisieren.</p>
<p>Als Reformismus bezeichnen wir die Taktik, das bestehende politische System insgesamt zu verändern, indem Teile desselben planvoll nacheinander umgestaltet werden.<span id="more-3766"></span> Es wird also ganz und gar auf revolutionäre Verfahren verzichtet und stattdessen ein gewaltloser Schleichgang eingelegt. Man versucht, das bestehende System mit Reformen erträglicher zu machen und abschließend ganz abzuschaffen.</p>
<p><strong>Reformismus ohne Fortschritt</strong></p>
<p>Das Problem dabei ist, dass es ganz leicht passiert, dass man das System einfach beibehält, weil man im Laufe der Zeit mit den eigenen Anpassungen gut zu leben gelernt hat und gar nicht mehr so unzufrieden ist, wie man es einst war. Man hat sich in das gängige politische Spektrum eingegliedert und verliert die marxistische Denkweise zunehmend, ohne die man den Kapitalismus nicht mehr schlecht findet, weil man ja im Glauben lebt, ihn zurechtgeschneidert zu haben. Das läuft insgesamt nur noch darauf hinaus, dass gar nichts passiert ist.</p>
<p>Bleibt uns aber etwas anderes übrig als reformistische Politik? In diesen Tagen sind wir kaum anders handlungsfähig, da wir nur im Rahmen der Legalität etwas erreichen können &#8211; und diese Legalität schließt revolutionäres Handeln nunmal aus. Sicher hatten Revolutionen noch nie die Absicht, sich ausschließlich im gesetzlichen Rahmen zu bewegen. Die Situation heute in Deutschland verlangt aber, dass Politik legal und nicht nur legitim ist, um anerkannt werden zu können.</p>
<p><strong>Im Rahmen des Möglichen</strong></p>
<p>Eine Arbeiterrevolution ist heutzutage so abwegig und unrealistisch wie kaum etwas anderes. Schuld daran ist auch das verloren gegangene Arbeiterbewusstsein. Der Arbeiter nimmt sich selbst nicht mehr als das wahr, was er im Klassenkampf darstellte: den Marx&#8217;schen Proletarier. Dies wäre aber allererste Voraussetzung für eine Revolution.</p>
<p>Insgesamt ist Reformismus in der großen Politik wohl die einzige Möglichkeit, bestehende Verhältnisse zu verändern und nach einer gerechteren Gesellschaft zu streben. Wichtig ist dabei nur, nicht die eigentliche Gesinnung aus den Augen zu verlieren und selbst im Parlament niemals zu einer angeglichenen, verbürgerlichten Partei zu verkommen, die letztlich auf der Stelle steht. In konfliktreichen, zugespitzten Situationen im unmittelbaren Umfeld aber kann revolutionäres Handeln durchaus Früchte tragen, sofern es gut durchdacht und geplant ist. Der Revolutionsgedanke soll nicht grundsätzlich verloren gehen, denn er ist, was Motivation, Solidarität und Gemeinschaft vorantreibt. Dennoch müssen wir auf dem Boden der Tatsachen bleiben und sehen, was wir hier und jetzt am System verbessern können, solange wir doch innerhalb dessen zu leben gezwungen sind.</p>
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		<title>Die Augen öffnen</title>
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		<pubDate>Sun, 16 May 2010 20:22:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Bergedorf]]></category>
		<category><![CDATA[Bestattung]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Regina Koop leitet ein Bestattungsunternehmen in Hamburg-Bergedorf. Sie schrieb für Zementblog.de offen und kritisch über ihren Beruf, das Leben, das Sterben und was damit verbunden ist. Warum wurde ich Bestatterin? Ich bin Bestatterin geworden, weil für mich das Bestatten &#8211; das Begleiten, das Sterben und der Tod &#8211; zum Leben gehört und so verschieden ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Regina Koop leitet ein Bestattungsunternehmen in Hamburg-Bergedorf. Sie schrieb für Zementblog.de offen und kritisch über ihren Beruf, das Leben, das Sterben und was damit verbunden ist.</em></p>
<p><strong>Warum wurde ich Bestatterin?</strong></p>
<p>Ich bin Bestatterin geworden, weil für mich das Bestatten &#8211; das Begleiten, das Sterben und der Tod &#8211; zum Leben gehört und so verschieden ist wie das erlebte, gelebte, geprägte Leben, so verschieden zu betrachten ist, wie wir Menschen mit unseren Ängsten und Vorstellungen, unserer Haltung zur eigenen Bestattung verschieden sind.<span id="more-3648"></span></p>
<p>Ich bin Bestatterin geworden, weil ich Menschen achte und liebe &#8211; über ihren Tod hinaus. Und weil ich deren Unterschiedlichkeit, ob es Religionen oder Prägungen durch das gelebte Leben sind, weder bewerten, noch verurteilen werde, sondern respektiere – am Anfang wie am Ende.</p>
<p>Ich bin Bestatterin geworden, weil ich der Überzeugung bin, dass ein Mensch mit und ohne Atmung ein Mensch bleibt – es gibt keinen toten Menschen, weder in unseren Gedanken noch in unseren Herzen. Verstorbene gehören zu uns &#8211; sie sind Ursprung und Wurzel von unserem heutigen, eigenen Leben.</p>
<p>Ebenso unterschiedlich wie die Menschen dürfen unsere Bestattungsformen sein. Leider herrscht in unserer Gesellschaft nach wie vor eine Entsorgungsmentalität vor. Nachts um drei wird der Bestatter gerufen, um den geliebten Menschen wie Sondermüll fortzuschaffen. Viele wünschen sich eine anonyme Beisetzung in dem fälschlichen Glauben, es sei die billigste und einfachste Lösung.</p>
<p>Das Bestattungsgesetz beschränkt uns in Deutschland lediglich darauf, dass wir beigesetzt werden müssen, als Urne oder als Sarg. Im Klartext: Ein Sarg oder eine Urne gehört in keinem Fall in die häusliche Umgebung. Ort der Totenruhe kann somit nur Meer, Wald oder Friedhof sein. Das Bestattungsgesetz beschränkt kaum den Rahmen, wie und wo wir uns verabschieden wollen, wie unsere Trauerfeiern aussehen dürfen.Also kann am Sarg gelacht und geweint werden – es kann ein lebendiger, entsprechender Abschied werden. Wenn jemand zu Hause stirbt, kann er bis zu 36 Stunden dort bleiben (sofern es keine erkennbaren Gründe dagegen gibt, etwa besondere Krankheiten oder Gewalttaten). Dort können Angehörige, Freunde, Nachbarn in Ruhe vom Verstorbenen Abschied nehmen.</p>
<p>Leider sterben heute die Wenigsten zu Hause. Statistisch gesehen sterben in Deutschland etwa 900.000 Menschen jährlich; über 70 % davon außerhalb ihrer häuslichen Umgebung, Tendenz steigend. Zunehmend werden unsere Alten in Krankenhäuser und Pflegeheime ausgelagert. Wir lagern das Sterben aus der häuslichen Umgebung aus, verdrängen die Toten und suchen noch nach moralischen Werten.</p>
<p><strong>Sterben im Krankenhaus</strong></p>
<p>Ist das Sterben im Krankenhaus nicht furchtbar einsam und namenlos? Ich behaupte für mich persönlich, im Krankenhaus sehr wahrscheinlich nicht an der Diagnose, mit der ich eingeliefert wurde, zu sterben. Mich machen Krankenhäuser krank. In Krankenhäusern wird immer vom „gesund werden“ gesprochen, da geht das Leben anscheinend immer weiter. Dass das Sterben zum Leben gehört, wird gerade dort häufig ausgeblendet &#8211; „Wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass Ihre Mutter heute verstorben ist.“ Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann würden Ärzte und Bestatter sich viel mehr zusammensetzen und den Menschen im Krankenhaus immer früher die Möglichkeit geben, über ihre Ängste und Wünsche bezüglich ihrer eigenen Bestattung zu sprechen.</p>
<p>Vor der Operation sitzt der Arzt geduldig (obwohl die eigentlich nie Zeit haben) am Bett des Patienten und klärt ihn über die Nebenwirkungen und möglichen Komplikationen auf. Und dann unterschreiben wir voll Hoffnung auf das Leben, nehmen die Komplikationen und anderen Möglichkeiten in Kauf.</p>
<p>„Haben Sie alles für Ihre Bestattung mit Ihren Angehörigen geregelt? Gibt es da Fragen oder Wünsche, die Sie uns mitteilen möchten?“ Dass ein Arzt den Patienten diese Fragen stellt, scheint unvorstellbar. Fast zaghaft wird nur die eine Frage nach dem nächsten Angehörigen gestellt, der anzurufen wäre, wenn etwas passiert. Ich habe das Thema einmal in einem Krankenhaus vorsichtig angesprochen und betonte, wie wichtig es sei, auch mit Patienten über die eigene Bestattung, den Tod zu sprechen und Wünsche dazu aufzuschreiben. Die prompte Antwort darauf war: „Das geht in keinem Fall, dann denken ja alle, in diesem Krankenhaus wird nur gestorben.“</p>
<p><strong>Im Leben ans Sterben denken</strong></p>
<p>Beruhigte es nicht die Nerven und die Seele ungemein, gäbe es einem Patienten nicht Vertrauen und Zuversicht, wenn auch im Krankenhaus offen über die Ängste vor dem und Gedanken an den Tod gesprochen würde? Ich will einen Schritt weiter gehen und behaupte: Es stirbt sich leichter, sanfter, beruhigter in einer Umgebung, wo der Tod auf natürliche Weise zum Leben dazu gehört.</p>
<p>„Wo habe ich meine Geburtsurkunde, was brauchen die Kinder, wenn ich sterbe, wo finden sie meine Papiere? Wie möchte ich bestattet werden, wie auf keinen Fall?“ &#8211; Mit diesen Fragen zur eigenen Bestattung sind meinem Empfinden nach zu viele Menschen allein. Keiner dieser Bestattungswünsche ist anonym. Kein Mensch ist anonym geboren und anonym gestorben&#8230; niemand lebt anonym. Niemand ist namenlos geboren, niemand ist namenlos bestattet worden und doch kommt es mir oft so vor, als wären unsere Bestattungsformen namenlos geworden, wie unser Sterben außerhalb des häuslichen Bereiches. Sterben wir etwa alle gleich, waren wir Zeit unseres Lebens uniform? Will man am Ende noch behaupten, wir hätten alle dieselben Wünsche, Ängste, Ideen und Vorstellungen?</p>
<p>Ein slawisches Sprichwort besagt: „Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schließen. Es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen.“ In diesem Sinne bin ich Bestatterin – ich lerne täglich aufs Neue, meine Augen zu öffnen.</p>
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		<title>Blogparade: Utopie &#8211; Abschluss</title>
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		<pubDate>Sun, 16 May 2010 10:43:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach einer Verlängerung der Blogparade um knapp zwei Wochen, weil die Fragestellung &#8211; wie sieht deine Utopie aus? &#8211; doch recht komplexe Beiträge forderte. So hat die Fristverlängerung zwar niemand wahrgenommen, aber dennoch sind drei hochinteressante, lesenswerte Artikel entstanden. Die Teilnehmern waren im einzelnen: Teo (Teo-Net) Kasse (Lügner-Blog) Mario (Blariog) Ich möchte den Autoren, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einer Verlängerung der Blogparade um knapp zwei Wochen, weil die Fragestellung &#8211; wie sieht deine Utopie aus? &#8211; doch recht komplexe Beiträge forderte. So hat die Fristverlängerung zwar niemand wahrgenommen, aber dennoch sind drei hochinteressante, lesenswerte Artikel entstanden. Die Teilnehmern waren im einzelnen:</p>
<ul>
<li><a title="Teo-Net - Blogparade: Utopie" href="http://teo-net.de/wordpress/?p=2634" target="_blank">Teo</a> (Teo-Net)</li>
<li><a title="Lügner-Blog - Blogparade: Utopie" href="http://www.luegner-blog.de/2010/04/22/blogparade-utopie-oder-die-welt-von-morgen/" target="_blank">Kasse</a> (Lügner-Blog)</li>
<li><a title="Blariog - Blogparade: Utopie" href="http://www.blariog.net/2010/04/25/blogparade-utopien-einer-gerechten-welt/" target="_blank">Mario</a> (Blariog)<span id="more-3642"></span></li>
</ul>
<p>Ich möchte den Autoren, die sich mit dieser komplexen Thematik auseinandergesetzt haben, für ihre Teilnahme danken. Im &#8220;Lügner-Blog&#8221; hat sich schnell eine angeregte Debatte entwickelt &#8211; dazu möchte ich auch hier aufrufen. Es sei zunächst aber festgehalten: Eine Utopie soll in diesem Zusammenhang die <em>realisierbare</em> Vorstellung einer besseren oder gerechteren Welt sein.</p>
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		<title>Wortkonglomerat III</title>
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		<pubDate>Mon, 03 May 2010 16:31:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ist sie nicht albern, die neue Variante des Selbstgesprächs? Menschen beim Headset-Telefonieren zuzusehen, malt mir immer ein irritiertes Grinsen ins Gesicht. Und überhaupt klingt die Bezeichnung &#8220;Headsets&#8221; wie &#8220;Hetz-Hetz&#8221;. · · · Kann die religiöse Theorie als diktatorisch-faschistoides Konzept verstanden werden, wenn doch die Rede von der Schafsherde ist, die blind dem Hüter folgt, ohne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3584" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><a href="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/05/heil_plastik.jpg"><img class="size-medium wp-image-3584 " style="margin: 10px;" title="&quot;Heil Plastik!&quot;" src="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/05/heil_plastik-300x225.jpg" alt="&quot;Heil Plastik!&quot;" width="180" height="135" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Heil Plastik!&quot;, sagte das Fischertechnik-Männchen.</p></div>
<p>Ist sie nicht albern, die neue Variante des Selbstgesprächs? Menschen beim Headset-Telefonieren zuzusehen, malt mir immer ein irritiertes Grinsen ins Gesicht. Und überhaupt klingt die Bezeichnung &#8220;Headsets&#8221; wie &#8220;Hetz-Hetz&#8221;.</p>
<p style="text-align: center;">·  ·  ·</p>
<p>Kann die religiöse Theorie als diktatorisch-faschistoides Konzept verstanden werden, wenn doch die Rede von der Schafsherde ist, die blind dem Hüter folgt, ohne zu blöken?<span id="more-3569"></span> Wenn die Figur des frommen Anhängers ebenso vorhanden ist wie die des schmutzigen Ungläubigen? Und alle den Gesetzen des einen, also Gottes gehorchen? Nur so eine Überlegung.</p>
<p style="text-align: center;">·  ·  ·</p>
<p>Kennen Sie das, wenn Sie sich bei einem überaus gemeinen Gedanken ertappen und sich plötzlich schämen? Zum Beispiel, wenn Sie still das Wort &#8220;Neger&#8221; benutzen, nur um auch mal politisch inkorrekt zu sein, oder unwillkürlich über einen Spastiker (das darf man übrigens auch <a title="Bizeps-Info - Sprechen und Schreiben über Behinderung" href="http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=4345" target="_blank">nicht mehr sagen</a>) grinsen müssen &#8211; das ist immer wieder sehr peinlich.</p>
<p style="text-align: center;">·  ·  ·</p>
<p>Es gibt einen Moment in jedem Alltag, da steht alles still. Man bleibt &#8211; wenn auch nur kurz &#8211; stehen und löst sich von all der Hektik. Nur für einen Augenblick. Nur jetzt. Und auf der anderen Straßenseite sieht man die Menschen genervt, gestresst, gelangweilt, mit gleichgültigen Gesichtern stehen und auf das Grün warten.</p>
<p style="text-align: center;">·  ·  ·</p>
<p>Früher haben kleine Kinder Teebeutel auseinandergefaltet, sie zylinderförmig aufgestellt und angezündet. Dann sind die ganz sanft und leise aufgestiegen und als Asche wieder heruntergerieselt. Das war eine ganz besondere Freude. Und woran erfreuen sich die modernen Blagen? Am Gameboy oder am &#8220;Fick dich&#8221; sagen.</p>
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		</item>
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		<title>Sapere aude!</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2010/04/20/sapere-aude/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 18:42:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Ratio als oberstes Prinzip Aufklärung in der deutschen Literatur Als die Epoche der Aufklärung bezeichnet man die Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts, in der sich in Europa – vornehmlich England, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland – ein starker rationaler Geis­teswandel vollzog. Dabei waren in erster Linie Philoso­phie und Literatur die Organe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Die Ratio als oberstes Prinzip</strong><br />
<em>Aufklärung in der deutschen Literatur</em></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/aufklaerung.jpg"><img class="size-full wp-image-3525 alignright" style="margin: 10px;" title="Aufklärung" src="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/aufklaerung.jpg" alt="Aufklärung" width="100" height="100" /></a>Als die Epoche der Aufklärung bezeichnet man die Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts, in der sich in Europa – vornehmlich England, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland – ein starker rationaler Geis­teswandel vollzog. Dabei waren in erster Linie Philoso­phie und Literatur die Organe dieses Umdenkens, wel­che schließlich die ganze Gesellschaft mit sich zogen.<span id="more-3512"></span> Man kann die Aufklärungszeit als den Übergang von der frühen Neuzeit zur Moderne betrach­ten, was der deutsche Historiker Reinhart Koselleck tref­fend unter dem Begriff „Sattelzeit“ zusammenfasste.</p>
<p style="text-align: justify;">Im 18. Jahrhundert brach mit der Aufklärung also die Moderne an – aber was war davor? Europa war geprägt von Feudalismus und absoluten Monarchien (Absolutismus), es herrschte der Adel ungehindert über die vielen Länder. Deutschland war noch ein Flickentep­pich und bestand aus ungefähr 300 Territorialstaaten, die zu 80 Prozent aus Agrarlandschaft bestanden. Der sogenannte Dritte Stand, also das Bürgertum, wand sich ungefähr ab der Mitte des Jahrhunderts gegen das bestehende Sys­tem, wurde plötzlich politisch aktiv – in Frankreich kam es sogar zur legendären Revolution. Woran lag dieser Wandel in den Köpfen der sonst so unbeteiligten Bürger? Es sind die Dichter und Denker gewesen, die das Feuer entfachten und den Horizont der Menschen aufklärten.</p>
<p style="text-align: justify;">Die aufklärerische Bewegung strebte nach einer Emanzipation des Individuums, einer Verselbstständigung des Denkens. Man erklärte die Vernunft zum eigentli­chen Wesen des Menschen, was einen radikalen Wandel von geistiger Abhän­gigkeit von Obrigkeiten hin zur Befreiung des Geistes bedeutete. Auch war der Empirismus, der Erfahrungen und Sinneswahrnehmungen als Grundlage jegli­cher Erkenntnis nimmt, ein wesentlicher Bestandteil der Aufklärung, der der Theorie von der Vernunft (Rationalismus) entgegenstand. Die beiden Strömun­gen führten immer wieder zu Konflikten unter den literarischen Vertretern der Aufklärung, bedeuteten gemeinsam aber doch einen großen Fortschritt für die deutsche und gesamteuropäische Literatur.</p>
<p style="text-align: justify;">Immanuel Kant beantwortete die Frage, was Aufklärung ist, folgendermaßen: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Un­mündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Ent­schließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu be­dienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ Mit der „Leitung eines andern“ meint Kant hier die Abhängigkeit des Denkens der Bürger sowohl von der herrschen­den Klasse (Adel) als auch von der dogmatisch-metaphysischen Lehre der Kir­che (Klerus).</p>
<p style="text-align: justify;">Die Aufklärung betraf nicht nur das Denken – mit der Emanzipation dessen ent­wickelte sich auch der Umschwung in der Gesellschaft, der (wie so oft) über viele Umwege schließlich zu Demokratieideen führte; somit gilt diese Epoche als eine der wichtigsten und bedeutendsten. Auch brachte sie umfangreiche Veränderungen in der Literatur mit sich: Es entstanden neue Stilrichtungen und literarische Strömungen; besonders im Vordergrund stand allerdings die Wie­derverwendung oder Zweckentfremdung bereits üblicher Textformen. Zentraler Bestandteil waren die Fabel, die durch ihre Kürze und metaphorische Vielseitig­keit bestach, und das Drama. Letzteres war deshalb so beliebt, weil das Thea­ter die Menschen direkt ansprach und angriff, also eine unmittelbare Reaktion in den Köpfen des Publikums provozierte.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Literaturtheoretiker Johann Christoph Gottsched (1700 &#8211; 1766) veröffent­lichte in seinen vielen umfangreichen Schriften zur Literatur unter anderem eine Theorie des Regeldramas (Versuch einer Critischen Dichtkunst vor die Deutschen, 1730), das radikal rationalistisch und schon fast wieder dogmatisch genau vorschrieb, wie ein deutsches aufklärerisches Drama auszusehen habe. Dabei verlangte er die Einheit von Ort, Zeit und Handlung: Ein Theaterstück habe an einem einzigen Ort zu spielen und dürfe nicht mehr als einen realen Tag wiedergeben, um das Geschehen nicht zu unrealistisch wiederzugeben. Au­ßerdem dürfe die Handlung nur behandeln, was „möglich“ sei. Diese Idee war zwar wegweisend für das klassische deutsche Drama, wurde aber von vielen namhaften Vertretern der Aufklärung scharf kritisiert; im besonderen von Gott­hold Ephraim Lessing, der sich sogar wünschte, „dass sich Herr Gottsched nie­mals mit dem Theater vermengt hätte“ (17. Literaturbrief, 1759). Rückblickend hat Gottsched aber, obwohl offensiv für die Ständegesellschaft einstehend und äußerst kontrovers diskutierte Theorien verfechtend, dennoch einen nicht uner­heblichen Beitrag zur Aufklärungsepoche geleistet, indem er Anlass zur Diskus­sion gegeben und somit einige Steine ins Rollen gebracht hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Im folgenden sei, nachdem mit Kant und Gottsched der theoretisch-philosophi­sche Ansatz der Aufklärung erläutert worden ist, näher auf die bedeutenden Schriftsteller dieser bewegten und bewegenden Epoche eingegangen. Unter anderem sind dabei Wieland, Gellert und Lessing einer besonderen Erwähnung würdig.</p>
<p style="text-align: justify;">Christoph Martin Wieland (1733 &#8211; 1813) spielte eine sehr wichtige Rolle zur Zeit der Aufklärung. Er war Dichter, Übersetzer und Herausgeber zugleich und nahm sich ein Vorbild am französischen Aktivismus, der sich in neuartigen Pu­blikationen wie beispielsweise literaturkritischen Zeitschriften äußerte. Wieland publizierte von 1773 bis 1789 nach dem Vorbild des Mercure de France den Teutschen Merkur, der der deutschen Aufklärungsbewegung als zentrales Re­zensionsorgan galt und die Literaturkritik wesentlich förderte, welche zu einem weiteren Merkmal der Aufklärung wurde. Der Herausgeber beabsichtigte die Bildung einer neuen Lesekultur und eines nationalen, eigenen Literaturge­schmacks. Auch diese Idee war vom aufklärerischen Zeitgeist geprägt, der eine Vereinzelung des Menschen vorsah, also auch die Bildung seines eigenen Cha­rakters, der unabhängig vom Patriarchen denkt, was er selbst denkt und somit auch liest, war er selbst lesen will. Auch Wielands Übersetzungen von den Wer­ken Ciceros, Horaz&#8217; und Shakespeares haben ihm viel Ansehen und Aufmerk­samkeit eingebracht, sodass er zu einer hervorstechenden Persönlichkeit seiner Epoche wurde – Napoleon hob ihn gar zum „deutschen Voltaire“ empor -, die aber im darauffolgenden Jahrhundert vom Sturm verdrängt wurde.</p>
<p style="text-align: justify;">Christian Fürchtegott Gellert (1715 – 1769) ist konservativ und christlich erzo­gen worden und konnte sich nie ganz davon lösen. Auch in seinem Gesamtwerk kommen immer wieder kleinbürgerliche Züge zum Vorschein; trotzdem gab er sich ganz der Aufklärung hin. Sein Verständnis davon war die Vermittlung von Unterhaltung und Vernunft gleichermaßen. Er schrieb Lustspiele genauso wie Moralreden und setzte die Erzählform der Fabel in neuartiger Weise zu aufkläre­rischen Zwecken ein, um Grundsätze der Vernunft zu lehren – ihm war es wich­tig, das Publikum gleichzeitig zu unterhalten und zu bilden. Mit seinen Fabeln wurde er zum bedeutendsten Dichter der deutschen Frühaufklärung.</p>
<p style="text-align: justify;">Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781), Verfasser von Dramen der komischen wie der tragischen Art, Fabeln und Gedichten, gilt als der bedeutendste Schrift­steller der Literatur der deutschen Aufklärung. Er zählte nicht zur besserverdie­nenden Gesellschaft und hatte somit schwerer als andere Aufklärer mit dem Beruf des freien Schriftstellers zu leben. Mit seinen Fabeln vermittelte er einfa­che Moralsätze, mit seinen Lustspielen (Der junge Gelehrte, 1754) stellte er lä­cherliche Charaktere in Anlehnung an Zeitgenossen bloß und mit der neuen Form des bürgerlichen Trauerspiels (Miss Sara Sampson, 1755) vereinte er die nach der allgemein gültigen, zuletzt von Gottsched verfochtenen Ständeklausel zu trennenden Formen der Komödie („für die einfachen Bürger bestimmt“) mit der Tragödie („dem Adelsstand vorenthalten“). Lessing transportierte und prägte ein eigenständiges Moralbe­wusstsein und Sinn für Toleranz (eindrucksvoll in Worte gefasst durch die be­kannte Ringparabel in Nathan der Weise). Zudem war er einer der ersten, die utopische Texte verfassten, also an bessere, gerechtere Gesellschaftsformen dachten – dadurch entstanden auf einmal neue gesellschaftliche Werte wie Hu­manität und der Sinn für soziale Gerechtigkeit.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Aufklärung war in Deutschland eine Vorbereitung auf die Klassik, die viele damals entwickelte literarische Formen und Theorien übernahm. Sie brachte eine neue, kritische und individuelle Gesinnung nach Europa und weckte einen gewissen Kampfgeist gegen den Absolutismus in den Federn der herausragen­den Schriftsteller jener Zeit. Die philosophische Basis bildeten die Werke von Voltaire und Kant; zur praktischen Aufklärung trugen in Deutschland besonders Wieland, Gellert und Lessing bei. Die Aufklärer sind Querdenker gewesen, die sich nicht mit dem Gehorsam und der Unmündigkeit zufrieden gaben. Sie be­trachteten den Lauf der Dinge mit Skepsis und Ratio, was einen grundlegenden Wandel sowohl für die Literatur als auch für die Gesellschaft bedeutete.</p>
<p style="text-align: right;"><small>Bild: Kupferstich v. Daniel Chodowiecki (1726-1801)</small></p>
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		<title>Blogparade: Utopie</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 19:57:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie könnte die Welt, in der wir leben, besser sein? Welche gesellschaftlichen Strukturen wären für ein gerechteres Leben notwendig? Kurz gesagt: Wie sieht Deine Utopie aus? Welche bereits bestehende Theorie könnte gut sein? Sozialismus? Kommunismus? Oder leben wir etwa schon in einer gerechten Welt? Diese Blogparade hat keine besonderen Regeln. Du musst nicht einmal ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie könnte die Welt, in der wir leben, besser sein? Welche gesellschaftlichen Strukturen wären für ein gerechteres Leben notwendig? Kurz gesagt: Wie sieht Deine Utopie aus? Welche bereits bestehende Theorie könnte gut sein? Sozialismus? Kommunismus? Oder leben wir etwa schon in einer gerechten Welt?</p>
<p>Diese Blogparade hat keine besonderen Regeln. Du musst nicht einmal ein Blog haben &#8211; schicke mir Deinen Beitrag einfach <a title="E-Mail schreiben" href="mailto:admin@zementblog.de">per E-Mail</a> oder veröffentliche ihn im Kommentarbereich. Das einzig wichtige ist, dass Du genau auf die Fragen eingehst und konkrete Gedanken, Überlegungen und Lösungsideen aufschreibst.<span id="more-3493"></span> Wo sind die Lücken in der modernen Gesellschaft, in der Politik, in der Wirtschaft? Was ist bereits in Ordnung? Was könnte besser sein? Gibt es Länder, an denen man sich ein Vorbild nehmen sollte? Ich freue mich auf eure Beiträge &#8211; solltest du ein Blog haben, gerne mit Link auf diesen Artikel &#8211; und eine spannende, lebendige und vielseitige Diskussion.</p>
<p><span style="text-decoration: line-through;">Die Aktion endet am <em>1. Mai</em>, dem Tag der Arbeit.</span></p>
<p>Die Blogparade wurde aufgrund der komplexen Aufgabenstellung<br />
um zwei Wochen <strong>verlängert</strong> und endet deshalb erst am <strong>15. Mai</strong>!</p>
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		<title>Wortkonglomerat II</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Apr 2010 22:56:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mir schreit gerade eine Anzeige zu: &#8220;Wie lebendig möchten Sie begraben werden?&#8221; Gute Frage. Nicht so lebendig wie zuletzt der liebe Meikel und nicht so lebendig wie der Torwart, der vor die Bahn sprang &#8211; nicht mit vielen leuchtenden Kerzen im Dunkel und nicht mit tausenden Trauergästen und Schlagzeilen in den verrufenen Entenblättern. Das nennt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3473" class="wp-caption alignleft" style="width: 195px"><a href="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/politik.jpg"><img class="size-medium wp-image-3473 " title="Das politische Spektrum" src="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/politik-300x225.jpg" alt="Das politische Spektrum" width="185" height="140" /></a><p class="wp-caption-text">Das politische Spektrum, aus der Sicht eines Durchschnittsdeutschen.</p></div>
<p>Mir schreit gerade eine Anzeige zu: &#8220;Wie lebendig möchten Sie begraben werden?&#8221; Gute Frage. Nicht so lebendig wie zuletzt der liebe Meikel und nicht so lebendig wie der Torwart, der vor die Bahn sprang &#8211; nicht mit vielen leuchtenden Kerzen im Dunkel und nicht mit tausenden Trauergästen und Schlagzeilen in den verrufenen Entenblättern. Das nennt man übrigens &#8220;parasoziale Trauer&#8221;. Aber so viele Menschen kenne ich zum Glück nicht.<span id="more-3462"></span></p>
<p style="text-align: center;">·  ·  ·</p>
<p>Es ist eklig, wenn sich Spuren von Tabakrauch auf dem Speichel ablagern. Dann muss man immer ausspucken und kommt sich dabei vor wie einer dieser sogenannten &#8220;Gangster&#8221;. Besonders, wenn man dann auch noch die Kapuze aufgesetzt hat.</p>
<p style="text-align: center;">·  ·  ·</p>
<p>Haben sich die Dinge zufällig so ergeben? Wenn ja, dann gibt es den Zufall. Manche Menschen glauben an den Zufall, manche nicht. Vielleicht hat Hitler nur zufällig die Juden ermorden lassen. Nein, sicher nicht zufällig. Was hat denn der Zufall da zu suchen? Ich glaube nicht an den Zufall.</p>
<p style="text-align: center;">·  ·  ·</p>
<p>Neulich hat ein Klassenkamerad einen Schnellhefter in den Papierkorb geworfen. Nicht etwa, weil dieser kaputt gewesen ist &#8211; er war lediglich nass geworden! Derselbe hat bei den Junior-Wahlen die CDU gewählt, und wahrscheinlich wird er Banker oder Büroangestellter (früher war sein Traumberuf Millionär; sein Vater ist Polizist).</p>
<p style="text-align: center;">·  ·  ·</p>
<p>Halten die folgenden Worte Sie vom Tabakkonsum ab? &#8220;Rauchen macht sehr schnell abhängig, fangen Sie gar nicht erst damit an.&#8221; Ist das nicht lächerlich? Was erwarten die Gesundheitsminister da von einem? Dass man die Schachtel Zigaretten oder das Päckchen Tabak in den nächsten Mülleimer wirft? Schlechter Scherz.</p>
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		<title>Die lachende Frau</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 08:00:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Frau stand auf dem Bahnsteig, rieb sich die Hände gegen die Kälte und lachte. Sie lachte so herzlich und mit einer so ehrlichen Heiterkeit, dass jedem, der dabeistand, ganz warm wurde. Ein junger Mann, der sich etwas weiter hinten auf eine metallene Bank gesetzt hatte und gelangweilt in einer Zeitschrift blätterte, sah auf und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frau stand auf dem Bahnsteig, rieb sich die Hände gegen die Kälte und lachte. Sie lachte so herzlich und mit einer so ehrlichen Heiterkeit, dass jedem, der dabeistand, ganz warm wurde. Ein junger Mann, der sich etwas weiter hinten auf eine metallene Bank gesetzt hatte und gelangweilt in einer Zeitschrift blätterte, sah auf und musste lächeln. Er erhob sich aus seiner feierabendlichen Gemütlichkeit, legte die Zeitschrift auf den freien benachbarten Sitz und ging auf die Frau zu.<span id="more-3433"></span></p>
<p>&#8220;Worüber lachen Sie denn?&#8221;<br />
&#8220;Über das Leben.&#8221;<br />
&#8220;Was erheitert Sie so am Leben? Es ist anstrengend, eintönig und zu kurz.&#8221;<br />
&#8220;Aber gerade das ist doch witzig, finden Sie nicht? Solange man über all diese schlechten Dinge noch lachen kann &#8211; in jeder Lage -, hat man doch sein Gutes daran.&#8221;</p>
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		<title>Lied für drei Tote</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 17:53:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich singe dieses Lied für den Mann, der sterben musste. für die Frau, die sterben musste. und für das Kind, das sterben musste. Ich singe dieses Lied für den Hund, der tötete. für die Katze, die tötete. und für die Maus, die tötete. Ich singe dieses Lied für einen Zwinger. für ein Wasserbad. und für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich singe dieses Lied<br />
für den Mann, der sterben musste.<br />
für die Frau, die sterben musste.<br />
und für das Kind, das sterben musste.</p>
<p>Ich singe dieses Lied<br />
für den Hund, der tötete.<span id="more-3265"></span><br />
für die Katze, die tötete.<br />
und für die Maus, die tötete.</p>
<p>Ich singe dieses Lied<br />
für einen Zwinger.<br />
für ein Wasserbad.<br />
und für eine Mausefalle.</p>
<p>Ich singe dieses Lied<br />
für den toten Mann.<br />
für die tote Frau.<br />
und für das tote Kind.</p>
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		<title>Wortkonglomerat I</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 19:28:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Witzig]]></category>
		<category><![CDATA[Wortkonglomerat]]></category>

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		<description><![CDATA[Dies ist der erste Teil einer der versprochenen neuen Serien zum einjährigen Jubiläum im Zementblog. Kritik, Ideen und Änderungsvorschläge sind herzlich willkommen. · · · Viel Geld bringen würde die Erfindung wiederverwendbaren Drehpapiers. Die Raucher würden sich freuen und weniger Geld ausgeben müssen. Ein Blättchen fürs Leben reichte aus, weil man es immer wieder benutzen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3125" class="wp-caption alignright" style="width: 190px"><a href="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/02/sprudel.jpg"><img class="size-medium wp-image-3125  " title="Sprudelwasser" src="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/02/sprudel-300x225.jpg" alt="Sprudelwasser" width="180" height="135" /></a><p class="wp-caption-text">Manchmal kann eine Flasche Sprudelwasser sehr überzeugend wirken.</p></div>
<p><em>Dies ist der erste Teil einer der versprochenen neuen Serien zum einjährigen Jubiläum im Zementblog. Kritik, Ideen und Änderungsvorschläge sind herzlich willkommen.</em></p>
<p style="text-align: center;">·  ·  ·</p>
<p>Viel Geld bringen würde die Erfindung wiederverwendbaren Drehpapiers. Die Raucher würden sich freuen und weniger Geld ausgeben müssen. Ein Blättchen fürs Leben reichte aus, weil man es immer wieder benutzen könnte. Eine Revolution der Qualmindustrie!<span id="more-3121"></span> Schade nur, dass die Erfindung kaum Geld brächte, es käme schließlich nur einmal.</p>
<p style="text-align: center;">·  ·  ·</p>
<p>Die jungen, sportlichen Lehrer lieben es, &#8220;organisatorisch topfit&#8221; zu sein und tausende verdammt übersichtlicher <em>Mind-Maps</em>, Diagramme und Relationsmodelle auf die Tafel zu zeichnen. Sie machen ihre Arbeitsblätter noch selbst und sind manchmal sogar nett oder witzig.</p>
<p style="text-align: center;">·  ·  ·</p>
<p>Die alten, alteingesessenen Lehrer heißen jetzt &#8220;Fachlehrkräfte im Dienste des Lehrplans&#8221; oder &#8220;Alte Hasen im Vorruhestand&#8221;. Der Unterricht bei ihnen ist furchtbar langweilig und trocken und nur noch frontal. Sie machen Witze, die nicht komisch sind. Die von ihnen ausgeteilten Aufgabenbögen sind &#8211; das liegt an der Faulheit, pardon, Altersschwäche &#8211; Kopien aus Schulbüchern des vorigen Jahrhunderts.</p>
<p style="text-align: center;">·  ·  ·</p>
<p>Sehr öde ist das Warten an Bushaltestellen, wenn der Bus nur noch im 20-Minuten-Takt hält. Es kostet Zeit, Geduld und Nerven, hat also nichts Gutes, was mich für seine Abschaffung plädieren lässt: Schafft es ab!</p>
<p style="text-align: center;">·  ·  ·</p>
<p>Treffen sich Mütter zweier Kleinkinder, die dieselbe Schulklasse besuchen, im Bus, unterhalten sie sich zunächst über das Busfahren und den Wandel der Zeit. Dann aber beginnt ein unterschwelliger Konkurrenzkampf, etwa wie folgt: &#8220;Mein Sohn lernt immer fleißig und hört auch auf mich, wenn ich ihm sage, er soll regelmäßiger die Hausarbeiten erledigen.&#8221; &#8211; &#8220;Bei meiner Tochter ist das so ähnlich, und zwar&#8230;&#8221; (Dieser Absatz hat keine Pointe, da können Sie lange warten.)</p>
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