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	<title>Zementblog &#187; Wissenschaft</title>
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	<description>Das Original: Zementär-revolutionär.</description>
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		<title>Die Natur als Intrigantin für den Kopf</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 18:50:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wann fing alles an? Wo hört alles auf? Derlei Fragen können in den Wahnsinn treiben, versucht man, eine plausible Antwort zu finden, eine eindeutige Antwort, oder auch nur einen Hinweis auf eine mögliche Antwort. Müssen wir deshalb die Frage umformulieren &#8211; oder unser Denken völlig neu reflektieren? Anfang und Ende gibt es vielleicht nur im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Wann fing alles an? Wo hört alles auf? Derlei Fragen können in den Wahnsinn treiben, versucht man, eine plausible Antwort zu finden, eine eindeutige Antwort, oder auch nur einen Hinweis auf eine mögliche Antwort. Müssen wir deshalb die Frage umformulieren &#8211; oder unser Denken völlig neu reflektieren?</p>
<p>Anfang und Ende gibt es vielleicht nur im Menschenkopf, dessen Träger immer einen <em>Ausschnitt</em> von etwas besehen will. Er betrachtet einen spezifischen Zeitraum, einen bestimmten Teil der Welt, und versucht nun, diese anhand dessen zu erklären. Am Ende wird er uns eine Ordnung vorstellen, die er entworfen hat, das untersuchte Problem verständlich zu machen oder auf abstraktem Wege zu lösen.<span id="more-5083"></span> Möglich ist auch, dass er eine Simplifizierung vornimmt, die Laien helfe, den Sachverhalt zu verstehen. Immer aber wird uns dieser Wissenschaftler ein System liefern, in dem alles Sinn macht und nichts zu fehlen scheint. Ein theoretisch logischer Raum wurde konstruiert, in dem wir uns ohne Schwierigkeiten aufhalten können.</p>
<p><strong>Dem Ganzen auf den Grund kommen wollen</strong></p>
<p>Wenn wir es nun wagen sollten, aus diesem Raum auszubrechen und dem Ganzen auf den Grund kommen zu wollen, so werden wir &#8211; wie eingangs bemerkt &#8211; die Grenzen unserer Denkfähigkeit beklagen und jämmerlich zusammensinken. Wir wollen einen Sinn finden &#8211; des Lebens, des Universums und des ganzen Restes. Betasten wir auf dieser Suche jedoch die äußeren Ränder des uns umschließenden Raumes, merken wir: Hier ist nichts in sich stimmig. Hier gibt es keinen Halt. Kein oben, kein unten, kein A und kein B. Was nun?</p>
<p>Man muss sich ins Gedächtnis rufen, dass all die Wissenschaftler, Welterklärer und Bedeutsamen nicht mehr sind als Individuen unserer Art. Sie wollten womöglich nie Teil eines im Rückblick als großes Menschheitsprojekt wahrgenommenen Prozesses werden, wollten stattdessen vielleicht nicht mehr und nicht weniger als ihren subjektiven Sinn im Leben finden. Den findet der eine im Gotteshaus, der andere im Sport, der nächste im Handwerk, und so weiter. Der Wissenschaftler findet ihn in seiner Wissen- und bestenfalls gleichermaßen Leidenschaft. So schaut er sich die Natur genauer an, bemerkt Unklarheiten, schafft diese mit seinen besonderen Mitteln beiseite; schon steht sein Name noch Jahrhunderte später in den wichtigen Büchern.</p>
<p><strong>System nur mit dem System</strong></p>
<p>Nach und nach haben wir auf der Grundlage vieler Arbeiten solcher eigenständigen Individuen, die vielleicht nur sich selbst, nicht die ganze Welt bereichern wollten, unser feines <em>Weltbild</em> beisammen. Dieses können und dürfen wir aber nur auf diese unsere Welt beziehen, nichts weiter! Denn eben darum kommt es dazu, dass wir so verzweifeln: Ein System lässt sich nur mit innersystemischen Mitteln begreifen. Außersystemische Entitäten oder gar ganze äußere Systeme werden uns mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln immer etwas ferner als unsere eigene Welt liegen, werden uns nie vollständig ersichtlich sein. Genauso verhält es sich mit dem subjektiven Charakter jedes anderen Individuums als uns selbst: Wir können ihn äußerlich beschreiben und Vermutungen darüber anstellen, wie er beschaffen ist &#8211; am Ende bleibt uns doch nichts, denn die Spekulation wird immer Spekulation bleiben, zwangsläufig. Ich kann dir meine<em> Vorstellung</em> davon darlegen, wie du denkst und fühlst, niemals aber werde ich es wissen können. Ich kann dir meine <em>Vermutungen</em> darüber darlegen<em></em>, wo alles anfing und wo alles aufhört, niemals aber werde ich sie beweisen können.</p>
<p>So mag sich der eine aus der Verzweiflung lösen, indem er sich am Glauben festhält, der andere mag ewig nach logischen Erklärungen suchen. Er wird keine finden; ein logisches Muster wird hier nicht greifen. Was darüber hinausgeht, will man entweder durch Mystifizierung verklären oder enttäuscht abtun. Stattdessen könnte man den Weg auch <em>rückwärts gehen</em>: Wenn es in der Natur schon keinen Anfang und kein Ende gibt, warum sollten wir uns dann länger in unseren weltumspannenden Konzepten damit aufhalten?</p>
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		<title>Umfrage: Politische Partizipation</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jul 2011 11:21:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p style="text-align: center;">Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.</p>
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		<title>Fuckyoushima</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2011/04/02/fuckyoushima/</link>
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		<pubDate>Sat, 02 Apr 2011 18:22:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was soll ich sagen? Die Grünen können sich freuen, denn die Deutschen glauben, in den Himmel zu kommen, wenn sie die Grünen wählen. Jetzt, wo alles wie gebannt auf Japan schaut und die Angst vor radioaktivem Gemüse wieder umgeht, ist ein politischer Schwung nur mehr eine Frage des Reaktionsvermögens. Merkel ist eine gute Reaktorin und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><div id="attachment_4706" class="wp-caption alignright" style="width: 257px"><img class="size-full wp-image-4706" title="AKW Biblis" src="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2011/04/akw_biblis.png" alt="" width="247" height="176" /><p class="wp-caption-text">Zeitbomben haben keine Notbremse.</p></div>
<p>Was soll ich sagen? Die Grünen können sich freuen, denn die Deutschen glauben, in den Himmel zu kommen, wenn sie die Grünen wählen. Jetzt, wo alles wie gebannt auf Japan schaut und die Angst vor radioaktivem Gemüse wieder umgeht, ist ein politischer Schwung nur mehr eine Frage des Reaktionsvermögens.</p>
<p>Merkel ist eine gute Reaktorin und weiß deshalb genau, wie man geschickt aus der Schusslinie geht.<span id="more-4663"></span> Man legt die Tagesordnung lahm, wartet die feurigen Debatten und das bürgerliche Gezeter einige Zeit ab und kehrt danach wieder zum alten Geschäft zurück. Weil das so schön ist, gibt es auch ein schönes Wort dafür, das trockener klingt als zwei Scheiben Pappe zum Frühstück schmecken dürften: Moratorium. Man kann gar nicht oft genug versuchen, es sich auf der Zunge zergehen zu lassen.</p>
<p><strong>Lächerliches Szenario</strong></p>
<p>Derweil schwappen allerlei wirre Geschichten aus Japan herüber, der eine sagt das, die andere das &#8211; und beide wissen es nichts Genaueres. Wir wägen also jedesmal ab und kommen bei jeder Nachrichtensendung zu einem neuen Urteil. Die derzeitige Lage sieht jedenfalls &#8211; man kann es drehen, wie man will &#8211; furchtbar aus. Vermutlich hat eine Kernschmelze stattgefunden (<a title="Taz - Es gab doch eine Kernschmelze" href="http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/es-gab-doch-eine-kernschmelze/">Taz</a>). Die Reaktoren sind vollends im Eimer, zuletzt kam die Meldung, hoch radioaktiv verseuchtes Wasser trete aus einem Leck aus (<a title="Spiegel Online - Radioaktives Wasser sickert durch Riss aus Reaktor 2" href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,754666,00.html">Spiegel Online</a>). Man misst inzwischen in immer mehr Bereichen erhöhte Strahlenwerte; es ist das absehbare Unvorstellbare in den Tagesberichten. Auch die Feuerwehrmänner, die man aufgrund deren Rettungsversuch in den Schlagzeilen schon als Helden gefeiert hatte, waren offenbar doch keine Freiwilligen. Letztlich war der Einsatz doch nur ein lächerliches Szenario, denn erstens ist Wasserbeschuss auf einen glühenden, zerstörten Reaktor der halbe Tropfen auf den brennenden Stein, und zweitens ist nichts leichtsinniger, als dutzende Arbeiter unmittelbar der Strahlenquelle auszusetzen.</p>
<p>Zurück nach Deutschland. Ist eine Kehrtwende in der Politik zu erwarten? Man könnte darüber spekulieren. Nachdem nun die Grünen etwa in Baden-Württemberg dermaßen gut abgeschnitten haben, was zunächst Stuttgart 21, zuletzt aber ausschlaggebend eben Fukushima zu verdanken war, nehmen die Zweifel an der Regierung innerhalb der Bevölkerung scheinbar doch zu. Dass die Antwort darauf nun die Grünen sein mussten, ist zwar kurz gedacht, aber zu hohe Erwartungen helfen uns nicht weiter. Die spannende Frage der nächsten Zeit ist doch, was die Grünen aus ihre verlängerten Arm machen: Werden sie angesichts eines energiepolitischen Zugzwangs konsequent sein &#8211; oder werden sie sich wie schon so oft zurückhalten?</p>
<p><strong>Voraussetzungen zum Abschalten schaffen</strong></p>
<p>Überschauen wir die Lage einmal, sehen wir eine neuerstarkte Bewegung gegen Atomkraft. Das ist gut so, wenn auch nicht sonderlich politisch. Viele schließen sich aus Heimatschutzgründen an oder weil das Thema einfach gerade angesagt ist (nicht zuletzt ist aus der Kampagne &#8220;Atomkraft? Nein, Danke!&#8221; mittlerweile ein entpolitisiertes Label wie &#8220;Gegen Nazis&#8221; geworden). Dennoch muss diese Kraft gut überlegt eingesetzt werden. Fest steht, dass sich nicht von heute auf morgen alle Atomkraftwerke abschalten lassen (das geht nur mit Köpfen). Ein energiewissenschaftlicher Plan in der Art, wie ihn Rot-Grün einst bereits vorgelegt hatte, ist jedoch durchaus nicht abwegig. Allerdings müssen Voraussetzungen für eine entschiedene Schwächung der Kernkraftkonzerne geschaffen werden, die die politischen Entscheidungsträger auf kommunaler Ebene wie auf Bundesebene zumindest zu einem gewissen Kurswechsel drängen. Ein Weg wäre etwa die Schaffung einer ausschlaggebenden Nachfrage nach erneuerbaren Energien, denn ein nationales Abschalten bei Nutzung von importiertem Atomstrom führt zu nichts.</p>
<p>Als erstes müssen den Deutschen noch einige Schuppen von den Augen fallen. Dass Merkel während des Moratoriums etwa alle AKWs prüfen lässt, ist gleichsam ein Grund zum Lachen und zum Heulen: Erst eine Laufzeitverlängerung in ganzheitlicher Übereinstimmung mit den führenden AKW-Betreibern, dann das. Dass es weiterhin CDU-Wähler gibt, sollte Anlass dafür geben, umgehend auszuwandern. Stattdessen bleiben wir aber hier und müssen uns diese Berg- und Talfahrt ansehen, die Hoffnung, die kommt und geht, wann sie will. Das Hin und das Her, ich habe beides satt. Am Ende landen wir wieder bei Null. Trotzdem wollen wir keine geschlagenen Nichtsnutze sein und wehren uns immer wieder mit aller Kraft. Was ist das für ein Abwehrverhalten? Was haben wir zu verlieren? Ehre, Würde, Stolz? Lieber Gott, wenn wenigstens du noch wärst und es die Wissenschaft nicht gäbe.</p>
<p>Nicht nur die Grünen, sondern auch die Börsen auf aller Welt dürfen sich über die Katastrophe in Japan freuen. Es erschließt sich ein ganzer Markt, der Tsunami hat schließlich nicht einmal vor Zahnbürsten Halt gemacht; na, wunderbar!</p>
<p style="text-align: right;"><small>Foto: Louisa Manz/<a title="Jugendmedien - AKW Biblis" href="http://www.jugendmedien.de/media/8698-akw-biblis" target="_blank">Jugendmedien.de</a><br />
</small></p>
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		<title>Sapere aude!</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 18:42:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Ratio als oberstes Prinzip Aufklärung in der deutschen Literatur Als die Epoche der Aufklärung bezeichnet man die Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts, in der sich in Europa – vornehmlich England, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland – ein starker rationaler Geis­teswandel vollzog. Dabei waren in erster Linie Philoso­phie und Literatur die Organe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p style="text-align: justify;"><strong>Die Ratio als oberstes Prinzip</strong><br />
<em>Aufklärung in der deutschen Literatur</em></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/aufklaerung.jpg"><img class="size-full wp-image-3525 alignright" style="margin: 10px;" title="Aufklärung" src="http://www.zementblog.de/wp-content/uploads/2010/04/aufklaerung.jpg" alt="Aufklärung" width="100" height="100" /></a>Als die Epoche der Aufklärung bezeichnet man die Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts, in der sich in Europa – vornehmlich England, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland – ein starker rationaler Geis­teswandel vollzog. Dabei waren in erster Linie Philoso­phie und Literatur die Organe dieses Umdenkens, wel­che schließlich die ganze Gesellschaft mit sich zogen.<span id="more-3512"></span> Man kann die Aufklärungszeit als den Übergang von der frühen Neuzeit zur Moderne betrach­ten, was der deutsche Historiker Reinhart Koselleck tref­fend unter dem Begriff „Sattelzeit“ zusammenfasste.</p>
<p style="text-align: justify;">Im 18. Jahrhundert brach mit der Aufklärung also die Moderne an – aber was war davor? Europa war geprägt von Feudalismus und absoluten Monarchien (Absolutismus), es herrschte der Adel ungehindert über die vielen Länder. Deutschland war noch ein Flickentep­pich und bestand aus ungefähr 300 Territorialstaaten, die zu 80 Prozent aus Agrarlandschaft bestanden. Der sogenannte Dritte Stand, also das Bürgertum, wand sich ungefähr ab der Mitte des Jahrhunderts gegen das bestehende Sys­tem, wurde plötzlich politisch aktiv – in Frankreich kam es sogar zur legendären Revolution. Woran lag dieser Wandel in den Köpfen der sonst so unbeteiligten Bürger? Es sind die Dichter und Denker gewesen, die das Feuer entfachten und den Horizont der Menschen aufklärten.</p>
<p style="text-align: justify;">Die aufklärerische Bewegung strebte nach einer Emanzipation des Individuums, einer Verselbstständigung des Denkens. Man erklärte die Vernunft zum eigentli­chen Wesen des Menschen, was einen radikalen Wandel von geistiger Abhän­gigkeit von Obrigkeiten hin zur Befreiung des Geistes bedeutete. Auch war der Empirismus, der Erfahrungen und Sinneswahrnehmungen als Grundlage jegli­cher Erkenntnis nimmt, ein wesentlicher Bestandteil der Aufklärung, der der Theorie von der Vernunft (Rationalismus) entgegenstand. Die beiden Strömun­gen führten immer wieder zu Konflikten unter den literarischen Vertretern der Aufklärung, bedeuteten gemeinsam aber doch einen großen Fortschritt für die deutsche und gesamteuropäische Literatur.</p>
<p style="text-align: justify;">Immanuel Kant beantwortete die Frage, was Aufklärung ist, folgendermaßen: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Un­mündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Ent­schließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu be­dienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ Mit der „Leitung eines andern“ meint Kant hier die Abhängigkeit des Denkens der Bürger sowohl von der herrschen­den Klasse (Adel) als auch von der dogmatisch-metaphysischen Lehre der Kir­che (Klerus).</p>
<p style="text-align: justify;">Die Aufklärung betraf nicht nur das Denken – mit der Emanzipation dessen ent­wickelte sich auch der Umschwung in der Gesellschaft, der (wie so oft) über viele Umwege schließlich zu Demokratieideen führte; somit gilt diese Epoche als eine der wichtigsten und bedeutendsten. Auch brachte sie umfangreiche Veränderungen in der Literatur mit sich: Es entstanden neue Stilrichtungen und literarische Strömungen; besonders im Vordergrund stand allerdings die Wie­derverwendung oder Zweckentfremdung bereits üblicher Textformen. Zentraler Bestandteil waren die Fabel, die durch ihre Kürze und metaphorische Vielseitig­keit bestach, und das Drama. Letzteres war deshalb so beliebt, weil das Thea­ter die Menschen direkt ansprach und angriff, also eine unmittelbare Reaktion in den Köpfen des Publikums provozierte.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Literaturtheoretiker Johann Christoph Gottsched (1700 &#8211; 1766) veröffent­lichte in seinen vielen umfangreichen Schriften zur Literatur unter anderem eine Theorie des Regeldramas (Versuch einer Critischen Dichtkunst vor die Deutschen, 1730), das radikal rationalistisch und schon fast wieder dogmatisch genau vorschrieb, wie ein deutsches aufklärerisches Drama auszusehen habe. Dabei verlangte er die Einheit von Ort, Zeit und Handlung: Ein Theaterstück habe an einem einzigen Ort zu spielen und dürfe nicht mehr als einen realen Tag wiedergeben, um das Geschehen nicht zu unrealistisch wiederzugeben. Au­ßerdem dürfe die Handlung nur behandeln, was „möglich“ sei. Diese Idee war zwar wegweisend für das klassische deutsche Drama, wurde aber von vielen namhaften Vertretern der Aufklärung scharf kritisiert; im besonderen von Gott­hold Ephraim Lessing, der sich sogar wünschte, „dass sich Herr Gottsched nie­mals mit dem Theater vermengt hätte“ (17. Literaturbrief, 1759). Rückblickend hat Gottsched aber, obwohl offensiv für die Ständegesellschaft einstehend und äußerst kontrovers diskutierte Theorien verfechtend, dennoch einen nicht uner­heblichen Beitrag zur Aufklärungsepoche geleistet, indem er Anlass zur Diskus­sion gegeben und somit einige Steine ins Rollen gebracht hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Im folgenden sei, nachdem mit Kant und Gottsched der theoretisch-philosophi­sche Ansatz der Aufklärung erläutert worden ist, näher auf die bedeutenden Schriftsteller dieser bewegten und bewegenden Epoche eingegangen. Unter anderem sind dabei Wieland, Gellert und Lessing einer besonderen Erwähnung würdig.</p>
<p style="text-align: justify;">Christoph Martin Wieland (1733 &#8211; 1813) spielte eine sehr wichtige Rolle zur Zeit der Aufklärung. Er war Dichter, Übersetzer und Herausgeber zugleich und nahm sich ein Vorbild am französischen Aktivismus, der sich in neuartigen Pu­blikationen wie beispielsweise literaturkritischen Zeitschriften äußerte. Wieland publizierte von 1773 bis 1789 nach dem Vorbild des Mercure de France den Teutschen Merkur, der der deutschen Aufklärungsbewegung als zentrales Re­zensionsorgan galt und die Literaturkritik wesentlich förderte, welche zu einem weiteren Merkmal der Aufklärung wurde. Der Herausgeber beabsichtigte die Bildung einer neuen Lesekultur und eines nationalen, eigenen Literaturge­schmacks. Auch diese Idee war vom aufklärerischen Zeitgeist geprägt, der eine Vereinzelung des Menschen vorsah, also auch die Bildung seines eigenen Cha­rakters, der unabhängig vom Patriarchen denkt, was er selbst denkt und somit auch liest, war er selbst lesen will. Auch Wielands Übersetzungen von den Wer­ken Ciceros, Horaz&#8217; und Shakespeares haben ihm viel Ansehen und Aufmerk­samkeit eingebracht, sodass er zu einer hervorstechenden Persönlichkeit seiner Epoche wurde – Napoleon hob ihn gar zum „deutschen Voltaire“ empor -, die aber im darauffolgenden Jahrhundert vom Sturm verdrängt wurde.</p>
<p style="text-align: justify;">Christian Fürchtegott Gellert (1715 – 1769) ist konservativ und christlich erzo­gen worden und konnte sich nie ganz davon lösen. Auch in seinem Gesamtwerk kommen immer wieder kleinbürgerliche Züge zum Vorschein; trotzdem gab er sich ganz der Aufklärung hin. Sein Verständnis davon war die Vermittlung von Unterhaltung und Vernunft gleichermaßen. Er schrieb Lustspiele genauso wie Moralreden und setzte die Erzählform der Fabel in neuartiger Weise zu aufkläre­rischen Zwecken ein, um Grundsätze der Vernunft zu lehren – ihm war es wich­tig, das Publikum gleichzeitig zu unterhalten und zu bilden. Mit seinen Fabeln wurde er zum bedeutendsten Dichter der deutschen Frühaufklärung.</p>
<p style="text-align: justify;">Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781), Verfasser von Dramen der komischen wie der tragischen Art, Fabeln und Gedichten, gilt als der bedeutendste Schrift­steller der Literatur der deutschen Aufklärung. Er zählte nicht zur besserverdie­nenden Gesellschaft und hatte somit schwerer als andere Aufklärer mit dem Beruf des freien Schriftstellers zu leben. Mit seinen Fabeln vermittelte er einfa­che Moralsätze, mit seinen Lustspielen (Der junge Gelehrte, 1754) stellte er lä­cherliche Charaktere in Anlehnung an Zeitgenossen bloß und mit der neuen Form des bürgerlichen Trauerspiels (Miss Sara Sampson, 1755) vereinte er die nach der allgemein gültigen, zuletzt von Gottsched verfochtenen Ständeklausel zu trennenden Formen der Komödie („für die einfachen Bürger bestimmt“) mit der Tragödie („dem Adelsstand vorenthalten“). Lessing transportierte und prägte ein eigenständiges Moralbe­wusstsein und Sinn für Toleranz (eindrucksvoll in Worte gefasst durch die be­kannte Ringparabel in Nathan der Weise). Zudem war er einer der ersten, die utopische Texte verfassten, also an bessere, gerechtere Gesellschaftsformen dachten – dadurch entstanden auf einmal neue gesellschaftliche Werte wie Hu­manität und der Sinn für soziale Gerechtigkeit.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Aufklärung war in Deutschland eine Vorbereitung auf die Klassik, die viele damals entwickelte literarische Formen und Theorien übernahm. Sie brachte eine neue, kritische und individuelle Gesinnung nach Europa und weckte einen gewissen Kampfgeist gegen den Absolutismus in den Federn der herausragen­den Schriftsteller jener Zeit. Die philosophische Basis bildeten die Werke von Voltaire und Kant; zur praktischen Aufklärung trugen in Deutschland besonders Wieland, Gellert und Lessing bei. Die Aufklärer sind Querdenker gewesen, die sich nicht mit dem Gehorsam und der Unmündigkeit zufrieden gaben. Sie be­trachteten den Lauf der Dinge mit Skepsis und Ratio, was einen grundlegenden Wandel sowohl für die Literatur als auch für die Gesellschaft bedeutete.</p>
<p style="text-align: right;"><small>Bild: Kupferstich v. Daniel Chodowiecki (1726-1801)</small></p>
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		<title>Eine Million Wikipedia-Artikel</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Dec 2009 15:38:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die deutschsprachige Version der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia hat am heutigen Tag die Eine-Million-Marke erreicht. Dazu möchte ich nicht gratulieren &#8211; unter dieser Million befinden sich viele irrelevante oder zu unübersichtliche Artikel. Auch gibt es Artikel, die ein Durchschnittsmensch gar nicht versteht, da sie nicht auf Allgemeinwissen basierend aufgebaut sind, sondern sich in Fachbegriffen verirrt, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Die deutschsprachige Version der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia hat am heutigen Tag die Eine-Million-Marke erreicht. Dazu möchte ich nicht gratulieren &#8211; unter dieser Million befinden sich viele irrelevante oder zu unübersichtliche Artikel. Auch gibt es Artikel, die ein Durchschnittsmensch gar nicht versteht, da sie nicht auf Allgemeinwissen basierend aufgebaut sind, sondern sich in Fachbegriffen verirrt, die man höchstens als Student des jeweiligen Faches begreifen kann. Das ist eindeutig eine Schwäche von Wikipedia.<span id="more-2583"></span></p>
<p>Nun aber zum millionsten Artikel: Es handelt sich um eine Information über den US-amerikanischen Botaniker <a title="Wikipedia - Ernie Wasson" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ernie_Wasson" target="_blank">Ernie Wasson</a>. Aufgrund von Irrelevanz, da dieser Mann nichts Besonderes geleistet zu haben scheint, wurde der Text unmittelbar nach Veröffentlichung zur sofortigen Löschung vorgeschlagen. Ein sehr repräsentatives Jubiläum. Der Nutzer Koveras schrieb dazu:</p>
<blockquote><p>Ist doch typisch: Der millionste Artikel <em>musste</em> einfach zur Löschung vorgeschlagen werden, oder?</p></blockquote>
<p>Im Falle der Löschung wäre ein Artikel über den CDU-Politiker <a title="Wikipedia - Peter Busch" href="http://http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Busch_%28Politiker%29" target="_blank">Peter Busch</a> der millionste Informationstext.</p>
<p>Jetzt ist der Artikel aber online und trotz seiner Belanglosigkeit der millionste &#8211; für die &#8220;Wikipedianer&#8221; ein Grund zum Feiern. Das Logo erstrahlt nun in edlem Gold und eine <a title="Wikipedia - Eine-Million-Artikel-Seite" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Eine-Million-Artikel-Seite" target="_blank">Jubiläums-Seite</a>, die einen elektronischen Quilt umfasst, wurde auch eingerichtet.</p>
<div class="shr-publisher-2583"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<title>Genie und Wahnsinn</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2009/12/23/genie-und-wahnsinn/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 13:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Genie und Wahnsinn liegen oft nur ein paar Takte auseinander&#8221;, hat der meisterhafte Dirigent Jeffrey Tate gesagt. Was aber verbirgt sich hinter Genie und Wahnsinn? Wikipedia schreibt: Ein Genie ist eine Person mit überragend schöpferischer Geisteskraft oder auch besonders herausragenden Leistungen auf anderen Gebieten. Als Wahnsinn (&#8230;) wurden in der Geschichte des Abendlandes bis zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>&#8220;Genie und Wahnsinn liegen oft nur ein paar Takte auseinander&#8221;, hat der meisterhafte Dirigent <a title="Wikipedia - Jeffrey Tate" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jeffrey_Tate" target="_blank">Jeffrey Tate</a> gesagt. Was aber verbirgt sich hinter Genie und Wahnsinn? Wikipedia schreibt:</p>
<blockquote><p>Ein <strong>Genie</strong> ist eine Person mit überragend schöpferischer Geisteskraft oder auch besonders herausragenden Leistungen auf anderen Gebieten.</p>
<p>Als <strong>Wahnsinn</strong> (&#8230;) wurden in der Geschichte des Abendlandes bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bestimmte Verhaltens- oder Denkmuster bezeichnet, die nicht der akzeptierten sozialen Norm entsprachen.<span id="more-2485"></span> Dabei bestimmten stets gesellschaftliche Konventionen, was jeweils genau als &#8220;Wahnsinn&#8221; verstanden wurde: Der Begriff konnte dabei für bloße Abweichungen von den Konventionen, für geistige Störungen, bei denen ein Mensch bei vergleichsweise normaler Verstandesfunktion an krankhaften Einbildungen litt, bis hin zur Kennzeichnung völlig bizarrer und (selbst-)zerstörerischer Handlungen verwendet werden.</p></blockquote>
<p>Nehmen wir als Beispiel den Virtuosen. Er ist sowohl ein Genie, da er <em>besonders herausragende Leistungen</em> auf seinem Gebiet zustande bringt, als auch ein Wahnsinniger, da seine Leistungen <em>von den Normen abweichen</em>. Sprich: Jeffrey Tate hat vollkommen recht, da ein Genie schnell dem Wahnsinn verfallen kann, sobald es seine besonderen Leistungen verstärkt und so stark heraussticht, dass es aus den üblichen Bahnen herausgleitet und nicht mehr den gesellschaftlichen Konventionen entspricht.</p>
<p>Ein Wahnsinniger oder Verrückter war in der Menschheitsgeschichte schon immer jemand, der wegen seines Andersseins als Aussätziger betrachtet wurde. Sei es nur eine geisteskranke Person gewesen &#8211; der Wahnsinn war da, der Exorzismus musste her. So wird dieser teilweise auch heute noch praktiziert, bis dem Behandelten entweder der Teufel oder aber &#8211; was nicht selten so endet &#8211; das Leben ausgetrieben wird.</p>
<p>Das Genie hingegen hat man immer verehrt &#8211; man sehe sich den Lebenslauf <a title="Wikipedia - Wolfgang Amadeus Mozart: Das Wunderkind" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Amadeus_Mozart#Das_Wunderkind" target="_blank">Wolfgang Amadeus Mozarts</a> an. Schon als kleiner Junge wurde er von allen als &#8220;Wunderkind&#8221; lobgepriesen. Das hat sich im weiteren Verlauf seines Daseins auch nicht geändert. Immer war er das Genie, der Virtuose &#8211; aber niemals der Wahnsinnige, der exzessive Meister. Das hätte ihn zu sehr in die Nähe des dreckigen Gesindels gerückt. Und doch liegen Genie und Wahnsinn, danke, Tate, für diesen lehrreichen Satz, nur ein paar Takte auseinander.</p>
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		<title>Ferkelferien?</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2009/08/07/ferkelferien/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Aug 2009 09:56:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Virologe und ehemalige Waldorf-Schüler Alexander Kekulé hat sich am Dienstag im Gespräch mit dem &#8220;Handelsblatt&#8221; für eine Verlängerung der Schulferien zur Verhinderung eines Anstiegs der Schweinegrippefälle ausgesprochen. Diese Maßnahme sei &#8220;eine gute Möglichkeit, die Verbreitungswelle abzufangen&#8221;, so der Direktor des Instituts für medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum in Halle. Was soll man davon halten? Eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><a href="http://www.flickr.com/photos/st3f4n/3539728738/" target="_blank"><img class="alignleft" style="margin: 10px;" title="Schweinegrippe" src="http://farm3.static.flickr.com/2377/3539728738_bd8e47f8b2.jpg" alt="Schweinegrippe" width="216" height="144" /></a>Der Virologe und ehemalige Waldorf-Schüler <a title="Wikipedia - Alexander S. Kekulé" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_S._Kekul%C3%A9" target="_blank">Alexander Kekulé</a> hat sich am Dienstag im <a title="Handelsblatt - Schweinegrippe: Experte für Verlängerung der Ferien" href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/schweinegrippe-experte-fuer-verlaengerung-der-ferien;2440707;0" target="_blank">Gespräch mit dem &#8220;Handelsblatt&#8221;</a> für eine Verlängerung der Schulferien zur Verhinderung eines Anstiegs der Schweinegrippefälle ausgesprochen. Diese Maßnahme sei &#8220;eine gute Möglichkeit, die Verbreitungswelle abzufangen&#8221;, so der Direktor des Instituts für medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum in Halle.<span id="more-1867"></span></p>
<p>Was soll man davon halten? Eine solche Maßnahme ist gegen jede Vernunft. Ja, man muss sich die Konsequenzen einmal durch den Kopf gehen lassen &#8211; ich will das einmal anhand eines Beispiels hervorbringen.</p>
<p>Susi ist in den Sommerferien mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder nach Mexiko in den Urlaub gereist. Geplant war, die ganzen sechs Wochen der Schulferien dort zu verbringen. Jetzt aber hat Susi im Internet gesehen, dass die Ferien um zwei Wochen verlängert wurden. Also überredet sie ihre Eltern, acht Wochen in Mexiko zu bleiben. In den zusätzlichen zwei Wochen bekommt Susis kleiner Bruder die Schweinegrippe und steckt die ganze Familie an.</p>
<p>Na? Hört sich die Idee des werten Herrn Kekulé immer noch so toll an? Eine &#8220;Ferienzeit&#8221; in Form einer massenhaften Zwangsquarantäne wäre das, was aus den Überlegungen als hilfreiche Methode logisch resultieren würde. Das aber setzt eine Bevölkerung voraus, die alles mit sich machen lässt. Würden Sie sich so eine Maßnahme vom Staat gefallen lassen? Ich nicht.</p>
<p>Man hätte einfach eine Einreisekontrolle organisieren sollen, die jeden Rückkehrer umgehend prüft und bei einem Fall von Schweinegrippe auf der Stelle in die Quarantäne schickt. Das wäre viel einfacher. Jetzt aber kommt eine Pandemie auf Deutschland zu. Die Hygiene in pädagogischen und schulischen Einrichtungen müsste strenger beachtet werden, um eine rasante Verbreitung zu verhindern. Daran denkt aber keiner derjenigen, die dazu in der Lage sind.</p>
<p style="text-align: right;"><small>Bild: <a title="Homepage von Stéfan" href="http://3615-mavie.blogspot.com/" target="_blank">Stéfan</a></small></p>
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		<title>Homo Malus</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2009/08/03/homo-malus/</link>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 18:11:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Film &#8220;Das Experiment&#8221; von Oliver Hirschbiegel zeigt, das &#8220;Stanford-Prison-Experiment&#8221; (kurz: SPE) verfilmend, wie schnell den Menschen &#8220;das Böse&#8221; entlockt werden kann, wenn sie in eine simulierte Extremsituation versetzt werden, obwohl sie wissen, dass alles nur gespielt ist. Bei dem Experiment, das 1971 von Philip Zimbardo an der Stanford Universität in Kalifornien durchgeführt wurde, ging [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Der Film &#8220;<a title="Wikipedia - Das Experiment (Film)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Experiment_(Film)" target="_blank">Das Experiment</a>&#8221; von Oliver Hirschbiegel zeigt, das &#8220;<a title="Offizielle Homepage von &quot;PrisonExperiment&quot; (DE)" href="http://www.prisonexp.org/deutsch/" target="_blank">Stanford-Prison-Experiment</a>&#8221; (kurz: SPE) verfilmend, wie schnell den Menschen &#8220;das Böse&#8221; entlockt werden kann, wenn sie in eine simulierte Extremsituation versetzt werden, obwohl sie wissen, dass alles nur gespielt ist.</p>
<p>Bei dem <a title="Wikipedia - Stanford-Prison-Experiment" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stanford-Prison-Experiment" target="_blank">Experiment</a>, das 1971 von <a title="Wikipedia - Philip Zimbardo" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Philip_Zimbardo" target="_blank">Philip Zimbardo</a> an der Stanford Universität in Kalifornien durchgeführt wurde, ging es darum, den Hang des Menschen zu sadistischen, faschistoiden, religiös ausgedrückt &#8220;bösen&#8221; Handlungen in psychisch extremen Situationen darzulegen.<span id="more-1845"></span> Vielleicht passt auch ein Bisschen die Frage &#8220;Ist ein Faschismus in der aufgeklärten Gesellschaft möglich?&#8221;, wie sie im Experiment &#8220;<a title="Wikipedia - The Third Wave" href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_Third_Wave" target="_blank">The Third Wave</a>&#8221; gestellt wird, in dieses Konzept. Allerdings ging es dem Psychologen Zimbardo bei seinem Szenario vielmehr um den sogenannten &#8220;<a title="Amazon - Philip Zimbardo: Der Luzifer-Effekt" href="http://www.amazon.de/gp/product/3827419905/" target="_blank">Luzifer-Effekt</a>&#8220;, den er in seinem gleichnamigen Fachbuch näher vorstellt. Um das &#8220;Böse&#8221;, das in jedem von uns steckt. Das hört sich zwar gewissermaßen <a title="Humanistischer Pressedienst - Die wundersame Welt der Religioten" href="http://hpd.de/node/6606" target="_blank">religiotisch</a> an, ist aber ein durchaus interessanter Gedanke.</p>
<p>Der deutsche Film zu diesem bereits nach der Hälfte der geplanten Zeit wegen gewalttätigen Eskalationen abgebrochenen Experiment glänzt mit hochkarätigen Schauspielern wie Moritz Bleibtreu, Wotan-Wilke Möhring oder Andrea Sawatzki. Sehr gelungen ist auch der angsteinflößende Auftritt von Justus von Dohnányi. Der große Unterschied ist aber, dass das Experiment in dieser Verfilmung des Romans &#8220;Black Box&#8221; von <a title="Amazon - Mario Giordano: Black Box" href="http://www.amazon.de/Black-Box-Versuch-t%C3%B6dlichem-Ausgang/dp/3499261464" target="_blank">Mario Giordano</a> erst abgebrochen wird, als es sich durch sich selbst auflöst und mehrere Tote fordert. Der Wahnsinn, der bei dieser Idee entsteht, wenn sie radikal weitergedacht wird, ist also nicht gebremst worden. Dadurch wird also in einer noch intensiveren Weise ersichtlich, wozu ein Mensch fähig ist &#8211; und, vor Allem, wie schnell es dazu kommen kann. Wie schnell aus einer Simulation, einem Spiel Todernst wird.</p>
<p>Eine altbekannte, andere Versuchsreihe, die etwas Ähnliches darzulegen versuchte, ist die heute aus ethischen Gründen untersagte <a title="Wikipedia - Milgram-Experiment" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment" target="_blank">Milgram-Versuchsreihe</a> (benannt nach dem Psychologen <a title="Wikipedia - Stanley Milgram" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stanley_Milgram" target="_blank">Stanley Milgram</a>). Wie das Experiment abläuft, ist ausgezeichnet vorgeführt worden in dem Kurzfilm &#8220;<a title="Werner's Place - Obedience" href="http://www.wernersplace.com/obedience2.htm" target="_blank">Obedience</a>&#8221; (den anzusehen es sich auch wirklich lohnt).</p>
<p>Sicher ist es fragwürdig, Menschen derart auf den Arm zu nehmen oder zu erniedrigen, nur um des Versuches willen &#8211; dennoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass sich die Teilnehmer allesamt freiwillig gemeldet haben und zudem Bezahlung erhielten. Aber in jedem Fall sind die dabei gesammelten <a title="Spiegel Online - So leicht werden Menschen zu Folterknechten" href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,597501,00.html" target="_blank">Erkenntnisse</a> hochinteressant.</p>
<div class="shr-publisher-1845"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<title>News (1. August &#8217;09)</title>
		<link>http://www.zementblog.de/2009/08/01/news-1-august-09/</link>
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		<pubDate>Sat, 01 Aug 2009 17:07:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der humanistische Pressedienst fragt: &#8220;Sind wir von Natur aus religiös, ein „Homo Religiosus“? Oder ist Religiosität sozial determiniert? Wozu ist Aufklärung dann überhaupt gut? Und wie sieht es aus mit der Macht der Ideen?&#8221; Antworten sind hier zu finden. Die Website der Zeitschrift &#8220;Konkret&#8221; veröffentlicht Tag für Tag, Monat für Monat kurze Nachrichten über &#8220;ganz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><ol>
<li>Der humanistische Pressedienst fragt: &#8220;Sind wir von Natur aus religiös, ein „Homo Religiosus“? Oder ist Religiosität sozial determiniert? Wozu ist Aufklärung dann überhaupt gut? Und wie sieht es aus mit der Macht der Ideen?&#8221; Antworten sind <a title="HPD - Religion: Die neuesten Erkenntnisse" href="http://hpd.de/node/7545" target="_blank">hier</a> zu finden.</li>
<li>Die Website der Zeitschrift &#8220;Konkret&#8221; veröffentlicht Tag für Tag, Monat für Monat kurze Nachrichten über &#8220;ganz normale&#8221; Vorfälle aus dem deutschen Alltag. Furchtbar wie real &#8211; die &#8220;<a title="Konkret - No-Go-Area Deutschland" href="http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=a1" target="_blank">No-Go-Area Deutschland</a>&#8220;.<span id="more-1818"></span></li>
<li>WordPress Deutschland kommt gleich mit mehreren Meldungen: Erstens ein Gewinnspiel zum Thema &#8220;<a title="Wordpress-Magazin - Gewinnspiel: Dein erster WordPress-Artikel" href="http://www.wordpress-magazin.de/mein-erster-wordpress-artikel-gewinnspiel/" target="_blank">Dein erster Blogeintrag</a>&#8220;, zweitens über eine <a title="Wordpress Deutschland - Kritische Sicherheitslücke in WP 2.8.2" href="http://blog.wordpress-deutschland.org/2009/08/01/kritische-sicherheitsluecke-in-wordpress-2-8-2.html" target="_blank">kritische Sicherheitslücke</a> im WordPress-System, drittens werden (endlich!) <a title="Wordpress Deutschland - Verbesserungsvorschläge und/oder Korrekturen der deutschen Sprachdatei gesucht!" href="http://blog.wordpress-deutschland.org/2009/07/27/verbesserungsvorschlaege-und-korrekturen-der-sprachdatei-gesucht.html" target="_blank">Verbesserungsvorschläge</a> für die aktuelle deutsche Sprachdatei von WordPress gesucht.</li>
</ol>
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		<title>News (12. Juli &#8217;09)</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 13:30:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Informatik]]></category>
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		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>
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		<description><![CDATA[Zwei Neuigkeiten bei Golem: Erstens haben Forscher die Verarbeitung von Bildern im Gehirn einer Fliege für den Fortschritt moderner Robotertechnologien beobachtet, zweitens ist ein Michael Jackson-Computerspiel in der Entwicklung. Volker Sommer, Professor für Evolutionäre Anthropologie am University College London, hat für die Frankfurter Rundschau einen interessanten Artikel über Menschen und andere Tiere geschrieben (via HPD).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><ol>
<li>Zwei Neuigkeiten bei Golem: Erstens haben Forscher die Verarbeitung von Bildern im <a title="Golem - Fliegenforschung für bessere Roboter" href="http://www.golem.de/0907/68306.html" target="_blank">Gehirn einer Fliege</a> für den Fortschritt moderner Robotertechnologien beobachtet, zweitens ist ein <a title="Golem - Computerspiel mit Michael Jackson in der Entwicklung" href="http://www.golem.de/0907/68308.html" target="_blank">Michael Jackson-Computerspiel</a> in der Entwicklung.</li>
<li>Volker Sommer, Professor für Evolutionäre Anthropologie am University College London, hat für die Frankfurter Rundschau einen interessanten Artikel über <a title="Frankfurter Rundschau - Evolutionstheorie: Menschen und andere Tiere" href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/1830490_Menschen-und-andere-Tiere.html" target="_blank">Menschen und andere Tiere</a> geschrieben (via <a title="Humanistischer Pressedienst - Menschen und andere Tiere" href="http://hpd.de/node/7403" target="_blank">HPD</a>).</li>
</ol>
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