Soldat im Regen

Keine Heimat habe ich. Gedemütigt hat man mein Volk. Auf wen soll ich noch schießen? In Versaille hat man meinen Untergang beschlossen und ich kann nichts dagegen tun. In Weimar ging das Unheil für die Unterdrückten weiter und ich kann immer noch nichts tun.

Den Arm schlug man mir ab, damit ich nicht mehr schießen kann. Die Zunge schnitt man mir heraus, damit ich mich nicht empören kann. Die Füße sägte man mir von den Beinen, damit ich auch nicht fortlaufen kann. Ausgelaugt ist mein Körper, ausgelaugt meine Seele.

Beraubt meines Geistes und meiner Ehrfurcht der Nation gegenüber stehe ich nun da – und es beginnt zu regnen. Oh, unseliges Deutschland. Ich habe meinen Stolz gegen die Demütigung eingetauscht und muss nun als vergewaltigter, geschundener und seiner Heiligtümer beraubter Krüppel sterben, hier im Dreck.

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