Ich bin irgendwie auf den fantastischen Kurzfilm „We Have Decided Not To Die“ von Daniel Askill gestoßen. Er stellt in überwältigender Art und Weise mit großartigen Bildern drei als „Rituale“ bezeichnete Szenen dar, in denen drei Protagonisten – tonlos, aber voller Emotionsmusik – das Unabwendbare abwendbar machen. Im ersten Abschnitt ertrinkt eine junge Frau rückwärts – so surreal das klingen mag, aber sie ertrinkt wirklich rückwärts. Auf die selbe eigenartige Weise durchlebt ein junger Mann das Überleben eines Autocrashs nach seinem logischen – aber nicht dargestellten – Tod. Den krönenden Abschluss macht ein weiterer junger Mensch, wie er aus dem fünfzigsten Stock eines Wolkenkratzers stürzt (springt), sein Tod aber nicht mitzubekommen ist. Schauen Sie ihn sich hier an.
Kategorie: Medien
Zeitung, Fernsehen, Radio – all das, was unsere Kultur repräsentiert. Meist auf eine weniger intelligente Art und Weise, aber man lese selbst nach: in dieser Kategorie.
Was denken Sie? Kann Bloggen journalistische Leistungen ersetzen? Liegt die Zukunft des Journalismus im Web 2.0, im Blog? Werden Zeitschriften vielleicht sogar einmal durch Blogs abgelöst? Fassen Sie Ihre Gedanken in einem Artikel – nicht zu kurz, nicht zu lang – zusammen und schreiben Sie offen über das, was Sie dazu denken. Der Autor des besten Beitrages gewinnt eine Freikarte für die CineStar-Kinos. Schluss ist am 31. März. Viel Spaß!
Die Bild-Zeitung veröffentlichte auf ihrer Website vor Kurzem einen – wie üblich dämlichen – Artikel über ein „Geheimdokument über die Blähungen von Adolf Hitler“:
Briten versteigern Geheimdokument – die Wahrheit über Hitlers Blähungen
(…) Auf vier Seiten notierte (…) ein Hitler-Getreuer, den die Briten bei Kriegsende gefangen nahmen, was bei den Mahlzeiten der Nazi-Runde alles so passierte.
(…) „Er aß Unmengen von Kuchen, die zu einer leichten Verdauungsstörung führten“, schreibt der hochrangige Nazi.
Es ist immer dasselbe Spektakel: Herr Bohlen und zwei weitere Gleichgesinnte setzen sich als Jury in den Sessel und meckern an verirrten Jugendlichen herum, die nicht wissen, was sie anderes tun sollten, als dem flotten Dieter einen Besuch abzustatten.
Jedes Mal hat diese „Casting-Show“ drei stereotype Figuren, die sich für gesangstalentiert halten: Ein mitleiderregendes Mädchen, das ein tragisches Schicksal hinter sich hat, ein übermäßig emotionaler Weichkeks und eine tuntig auftretende Lachnummer (die entweder nicht mehr ganz dicht ist oder einfach nur als das präsentiert wird).
Die Bundesrepublik sucht noch stets – und immer wieder – nach Helden ihrer Geschichte. Die deutliche Problematik: Es scheinen immer die falschen vermeintlichen „Helden“ zu sein. Zuletzt Stauffenberg, das „große Kino-Event des Jahres“ mit Tom Cruise als „Starbesetzung“. Trotz allem war und blieb Stauffenberg ein Faschist. Warum wird das nur vergessen? Für die Gesellschaft scheint aus irgendeinem Grund klar auf der Hand zu liegen, dass Stauffenberg toll war, weil er etwas an Hitlers Politik auszusetzen hatte.
Das macht ihn aber noch lange nicht zu einem besseren Menschen.