Zementblog

GastbeitragGesellschaft

Generation unbekannt

Krass, oder? Wie sich alles geändert hat. Ich weiß noch, ich war fünf. Mir war langweilig, also habe ich meine Spielzeugautos genommen und einfach gespielt. Stunden vergingen. Ich war sieben, also zückte ich meine Pokemonkarten raus. Mit neun fing meine harte Zeit an. Man hat mit Sachen experimentiert – zum Beispiel sämtliche Softdrinks gemischt und sie auf Ex getrunken. Doch was ich am meisten mochte, um Zeit totzuschlagen, war Rausgehen mit Freunden. Ein paar alte Treter und ein Ball und man hatte Spaß bis kurz vor Sonnenuntergang.

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GesellschaftPolitik

Total durchgeheilt

Der Mensch, der nie krank wurde

Wer hat uns eigentlich vorgeschrieben, wir dürften niemals krank sein? Bei jeder Kleinigkeit sollen wir Tabletten, Tropfen, Pulver, Pillen zu uns nehmen, am besten schon vor dem nächsten kleinen Leiden. Schon fast eine gesellschaftliche Konvention ist es, worauf man sich da geeinigt hat, ein Mechanismus, über den sich die Pharmaindustrie mit hoher Wahrscheinlichkeit die Hände reibt. Wir entschuldigen diese Neigung zur Verantwortungsdelegation und zur Schwäche gerne mit Argumenten wie: “Ich kann mir Kopfschmerzen nicht leisten!” (aber Aspirin), “Ich muss fit sein, um die Woche durchzustehen!”, und so fort. Allerdings kann es gut angehen, dass wir uns damit selbst belügen: Tatsächlich wirken wir auf diese Weise fleißig daran mit, uns zu Funktionsmaschinen zu degradieren.

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Literatur

Szene am Hafen, vermutl. Hamburg

Kalt schreit mich
das Wetter an —.
Der Hafen schlaegt zu
wischt mir eine —.
Die Wimpel schlagen sich
im Wind —.

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Gesellschaft

Selbstfindung

Wann finden wir uns selbst? Wenn wir in den Spiegel sehen, steht unserem Gegenueber dasselbe Fragezeichen auf der Stirn wie uns selbst. Je mehr wir suchen, desto weniger finden wir. Haben wir ein Sandkorn am Strand unseres Horizontes gefunden, kommt die Flut und spuelt es fort.

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Literatur

Schwitzige Griffe speckiger Finger

Mit kalten, bleichen
fetten Gesichtern
singen die Jungen
ihr Lied auf dem Platz
zwischen Waenden aus Beton
unter einem Himmel
der zu muede ist zu lachen –

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GesellschaftPolitik

Geldspeicher knacken!

Welche Haltung haben wir zu Reichtum, Schwerreichen und Abgaben? Kann man von Millionären verlangen, dass sie mehr abgeben? Liesse sich die europaweite Schuldenkrise durch Reichensteuern loesen?

Zuerst muesste man klaeren, wer “die Reichen” ueberhaupt sind. Reich ist, wer mehr verdient, als er fuer seinen Lebensunterhalt benoetigt. Reich ist, wer im Ueberfluss lebt. Reich ist, wer so viel Platz in seinem Haus hat, dass er Hausangestellte bezahlt, die sich um die Instandhaltung seiner Residenz kuemmern.

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Kolumbien

Kolumbianische Kueche, Teil 2

Suesses Zeugs

Hier ein Ueberblick ueber die wichtigsten suessen Sachen Kolumbiens (oder zumindest die populaersten hier in der Gegend):

  1. Chocoramo. Eine Scheibe Kuchen in Schoko. Nationalsnack.
  2. Gansito. Chocorama in Mars-Form mit Fuellung. Vielleicht ein bisschen zu suess.
  3. Chocolate con queso. Hier isst man fuer gewoehnlich ein Stueck Kaese* zum Kakao – entweder nebenher, eingetunkt oder im Kakao schwimmend. Gewoehnungsbeduerftig, aber nicht schlecht.
  4. Tarrito Rojo. Ein angeblich unglaublich vitaminhaltiges, den Tagesbedarf an irgendwas krass ergaenzendes Getraenkepulver mit Schokoladengeschmack. Nicht so heftig.

 


GesellschaftPolitik

Wahrscheinlichkeitsrechnung

Mit Leidenschaft im Hamsterrad

Man sagt: Revolution ist nur was fuer junge Leute, die noch nicht wissen, wohin mit all ihrer Energie. Den Umwaelzungstrieb abzulegen sei Teil des Erwachsenwerdens. Was wird aus diesem Trieb? Arbeitskraft – aus voller Leidenschaft im Hamsterrad strampeln. Eigentlich sind wir alle ziemlich konservativ.

Die Welt, so wie sie ist, gefaellt mir nicht – und ich bin damit sicher nicht allein. Also fragt man sich doch: Wie stellt man Veraenderung an, wie zieht man sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf? Versammelt man einige Haudegen und greift zu den Waffen? Unterwandert man das Parlament und verkuendet eine neue Republik? Geht man demonstrieren? Tritt man einer Partei bei? Oder bringt man schuldbewusst alle vier Jahre das Kreuzchen aufs Papier?

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