Zementblog

GesellschaftKolumbienReisen

Zurück in Deutschland

Ich komme zurück – und alles hat sich verändert. Nicht einen einzigen Moment lang ziehe ich noch die Möglichkeit in Erwägung, ich selbst könnte mich verandert haben. Die Welt hat ihre Runden gedreht, nicht ich. Plötzlich wache ich auf wie aus einem Traum, alles ist wie vorher – aber alles ist anders. Wieder ziehen wir los, um was zu trinken, doch wir zahlen mit einem neuen Fünf-Euro-Schein. Überhaupt ist mir das Geld hier völlig fremd geworden. Wieder erzählt man sich Geschichten über die Mädchen im Viertel – aber es sind ganz andere Geschichten über ganz andere Mädchen. Wieder stören wir uns an Zugverspätungen und schlechtem Wetter, doch es stört mich nicht mehr so richtig, ich mache nur irgendwie mit.

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AllgemeinesKolumbien

Frohes neues Jahr!

Im Namen des Zementblog wuensche ich allen Leserinnen und Lesern ein frohes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2014! Ich habe diesmal ein etwas anderes Silvester erlebt – im 30 Grad warmen Ibagué, Musikhauptstadt Kolumbiens, haben wir uns mit der grossen kolumbianischen Gastfamilie in der Wohnung einer Tante versammelt und die ganze Nacht ueber getanzt. Eine der besten Feiern seit Langem, wenngleich ohne Kaelte, ohne Feuerwerk, ohne Raclette. Stattdessen gab es Bier und Aguardiente (kolumbianischer Anisschnaps), Cumbia und Salsa – in Kolumbien wissen die Leute, wie eine gute Feier sein muss!

 


GesellschaftKolumbien

Dinge schön finden wollen

Freunde und Helfer in Kolumbien

Du kannst hier nicht mit “Ich weiss nicht” antworten. Sowas gibt es in Kolumbien nicht.

So hat es mir juengst eine Schuelerin entgegengehalten, als ich ihr bei der Suche nach einem Lehrer nicht weiterhelfen konnte und schlicht “Ich weiss es nicht” zurueckgegeben hatte. Recht hat sie: Wenn man in einer kolumbianischen Stadt jemanden nach dem Weg fragt, bekommt man immer eine Antwort. Die mag zwar voellig falsch sein – denn nicht immer weiss der gefragte Passant, was er da gerade ueberhaupt erzaehlt -, aber immerhin wird man bis zur naechsten Strassenecke zufriedengestellt und kann da wieder jemanden fragen.

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Literatur

Dein Blinzeln spüren

Ich will dein Gesicht berühren
dein stummes Blinzeln
an meinen Fingerkuppen spüren.

Dein gefasstes Lächeln will ich
in den Fältchen
fühlen, muss ich mich

Doch sonst immer aufhalten
dir über die Nase
zu streichen, mich aufhalten
deinen Kuss
zu erwidern, mich aufhalten
dir die Träne
aus dem Gesicht zu tupfen.

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GesellschaftPolitikReisen

Die Fassade bröckelt

Kuba: Zwischen nicht mehr und noch nicht

Vom Flugzeug aus kann ich einzelne tuerkise Flecken im Meer sehen. “Hier unter Ihnen befindet sich Jamaica”, sagt der Pilot und fuegt etwas spaeter hinzu: “Das wiederum sind die Cayman-Inseln.” Wir sind auf dem Weg nach Havana, Hauptstadt Kubas, einer der letzten Bastionen – besser: Inseln – des Sozialismus.
Als der Flieger kubanisches Land passiert, zeigen sich weite, dicht bewachsene Landschaften – hier und dort durchbrochen von einem einsam platzierten, bereits zerfallenen Plattenbau. Plötzlich rumpelt es unter meinen Fuessen, links und rechts schmale Landebahnen, am Rand gesaeumt von Koenigspalmen, dem Nationalsymbol der Insel. Es rattert und knackt noch einmal, die kolumbianische Maschine ist vielleicht nicht die neueste – heil angekommen sind wir trotzdem alle.

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Musik

Alles Gute, Freddie!

Nachruf auf den besten Sänger der Welt

Heute waere Freddie Mercury 67 Jahre alt geworden. Leider hat dieser gewaltige charismatische Saenger, Frontmann von Queen, nicht einmal seinen 50. Geburtstag feiern koennen – er starb mit 45 Jahren an den Folgen von AIDS. Zementblog nimmt den heutigen Tag zum Anlass, zwei Hommagen an ihn zu veroeffentlichen.

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HumorKolumbien

Wasser in Tüten

Noch mehr kolumbianische Sonderlichkeiten:

  • Wasser wird aus Tueten getrunken.
  • Im Radio wird jeden Morgen und jeden Abend um Punkt sechs Uhr die Nationalhymne gespielt.
  • Kolumbien ist das Land mit den meisten Feiertagen – demnaechst wird der “Tag der kolumbianischen Rasse” gefeiert.
  • Klopapier wirft man nicht ins WC, sondern in den Muelleimer daneben.
  • Ohne Schuhe im Haus herumzulaufen ist komisch.
  • Die Menschen koennen tanzen.
  • Auf dem Land siezt man manchmal selbst seinen besten Freund.

 


Kolumbien

Wie man eine Kuh melkt

Unterricht im kolumbianischen Andenhochland

Als Lehrer in Kolumbien zu arbeiten, ist spannend nicht nur, weil ich im Vorjahr selbst noch Schueler war. Es ist spannend, weil Schule, Erziehung und Bildung hier im Norden Suedamerikas etwas voellig Anderes sind als bei uns im reichen Teil Europas. Ich kann zwar nur fuer einen winzigen Teil der Andenregion noerdlich der Hauptstadt Bogotá sprechen – an der Pazifikkueste, in den westlichen Kordilleren, im Grasland, im Dschungel oder an der Karibik wird sicher eine andere Geschichte zu erzaehlen sein – dennoch will ich meine Perspektive des letzten halben Jahres als Englisch- und Sportlehrer einmal etwas ausfuehrlicher schildern.

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