Es ist ein Boris

Es ist offiziell: Boris Johnson ist Großbritanniens nächster Premierminister. Ist der Spaß jetzt vollends vorbei? Ein kurzer Kommentar.

Was Boris Johnson ist

Was ist Boris Johnson? Boris Johnson ist klein und gemein – aber durchsetzungsfähig. Ein Schulhof-Rüpel in, so viel steht ab heute fest, permanenter Abwesenheit der Lehrerschaft. Er ist außerdem ein Rechthaber und Besserwisser, jemand der sich nichts sagen lässt – keine rosige Aussicht für die Kompromissbereitschaft und ihre tragende Rolle in einer funktionierenden Demokratie.

Boris ist auch ein Rassist und Sexist, und damit seinem transatlantischen Kollegen Donald in wenig bis nichts nach. Das macht ihn natürlich auch so attraktiv, denn auch er ist – wie jedes x-beliebige Mitglied des europäischen (!) Rechtsrucks – jemand der „die Dinge endlich so sagt, wie sie sind“. Nur dass sie natürlich eigentlich ganz anders sind.

Boris ist, bekanntermaßen, ein no-deal Brexitant und Social-Media-Profiteur; jemand, der sich ins Fäustchen lacht bei jedem Like einer seiner rüpelhaften Bemerkungen. Er ist „machtgeil“, vor allem aber eifersüchtig auf seinen Bullingdon Club co-lad David Cameron, dem er schon seit Oxford-Zeiten in allem nacheifert. Und zu guter Letzt ist er, von nun an, der ungewählte Staatschef einer Demokratie.

Was Boris Johnson nicht ist

Was ist Boris Johnson nicht? Erstens natürlich, im Kontrast zu Obigem, groß und nett. Kompromissbereit ist er auch nicht. Noch ist er qualifiziert – es sei denn, ein Bachelor-Abschluss in Klassik (a.k.a. Latein und Griechisch) zählt als Eintrittskarte in die Politik. Vorausschauend? Oder wenigstens klug? Fehlanzeige. Cool? Lustig? Nicht, wenn uns das Lachen Ende Oktober im Hals stecken bleibt.

Vor allem aber ist Boris Johnson, und das ist vielleicht die einzig gute Nachricht heute, kein Exportschlager; schon jetzt kommt er in Brüssel nicht gut an. Aussichten für einen sanften Brexit sind damit schonmal Geschichte. Was soll das alles?

Was das bedeutet

Kommt jetzt die Sintflut? Zunächst einmal: Brexit bleibt Brexit, und Brautkleid bleibt Brautkleid. Aber was passiert, zum Beispiel, mit Nordirland? Man weiß es nicht. Fest steht: wir haben es mit einem weiteren Symptom des Rechtsrucks zu tun, mit einem weiteren Erfolg des Populismus der Profiteure.

Prognosen sind grundsätzlich meistens falsch. Doch die EU und Großbritannien werden sich in absehbarer Zukunft wohl eher nicht annähern. Boris macht vieles – aber vermutlich keine Faxen. Eine Hitzewelle Mitte Juli war noch nie ein passenderer Moment für den Beginn eines politischen Hitzekollers.

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