Tote in Teheran

Am vergangenen Sonntag sind in Irans Hauptstadt Teheran mehrere Demonstranten ums Leben gekommen. Den staatlichen Nachrichten zufolge handelt es sich dabei um lediglich eine oppositionelle Person, der Grünen Bewegung Mussawis nach seien aber mindestens drei Protestierende darunter gewesen. Folgendermaßen lässt sich das Geschehen beschreiben:

„(…) Auch die Demonstranten begnügen sich nicht mehr mit Slogans wie „Tod dem Diktator“. Am Sonntag wurden mehrere Polizisten von ihnen überwältigt. Die Demonstranten nahmen ihnen Schlagstöcke, Sicherheitswesten und sogar Schuhe ab. Banken wurden angezündet, Autos, Polizeimotorräder und Abfalleimer gingen in Flammen auf.“

(Neues Deutschland)

„Über dem Demonstrationsgebiet steigen den Berichten zufolge schwarze Rauchwolken auf, Sirenen von Rettungswagen sind zu hören. Auch Polizeihubschrauber sind im Einsatz, Schüsse seien zu hören.“

(Spiegel Online)

Dieses Verhalten ist sicher verständlich, wenn man sich die verzweifelte Situation in Iran einmal ansieht: Erst hat man im Zuge der Islamischen Revolution das grausame Regime des Schahs gestürzt; nun jedoch steht dieses Land unter dem Joch des Ahmadinedschad. Allerdings darf man dabei nicht die Objektivität verlieren: Auf Seiten der mehrheitlichen Bevölkerung sieht die Lage nämlich weitgehend anders aus. Diese ist zu größten Teilen gar nicht gegen den Status Quo. Wir haben es eben mit einer gänzlich anderen, für uns unvorstellbaren Basis zu tun. In Iran wirkt schließlich ein bürgerlicher Demokrat wie Mussawi wie ein revolutionärer Reformer.

Bedrohliche Realität ist jedenfalls, dass die Diktatur so weit ist, auch vor Erschießungen von Demonstranten keinen Halt zu machen. Dies erinnert vage an die 2. Juni 1967 in Deutschland, als die Polizei den Studenten Benno Ohnesorg bei den Protesten gegen den Besuch des Schahs erschoss. Es war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und starke Unruhen auslöste, welche sich in Form von Gewaltakten der RAF abspielten.

So kann es sich auch in Teheran entwickeln; mit Sicherheit wird sich die oppositionelle Gewalt ausweiten. Zu welchen Ausmaßen allerdings, stelle man sich besser nicht vor.

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