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  1. Muvimaker
    6/12/2018
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    Wenn dieser Satz „Alles, was man heutzutage verbal von sich gibt, klingt wirklich scheiße.“ Deine Ausdrucksweise ist, dann bist Du ja schon ein Opfer dieser Entwicklung, obwohl ich vom Stil und insbesondere der Rechtschreibung dieses Blogs sehr angetan bin. Ich behaupte einmal, dass die Verlotterung der Sprache prinzipiell dem Internet und dessen Anhängen (Messenger, Foren, etc) zu verdanken ist. Wenn ich mir die Kommunikation so betrachte, kann einem schlecht werden. Scheinbar überprüft niemand seine Nachrichten bevor er sie absendet. Bei Smartphones und Tablets dürfte es besonders arg sein, da wahrscheinlich fast nur mehr mit Vorschlägen aus dem Wörterbuch gearbeitet wird. Smileys und ähnliche optische Aufpepper tun den Rest zur Sache. Umgelegt auf die Sprache ist die Verlotterung nur die logische Konsequenz. Aber auch das Fernsehen hat einen gewichtigen Anteil. Solche Ausdrücke wie „cool“ oder „mega“ können nur von synchronisierten Sendungen kommen. Dass Geiz „geil“ sein soll, das kann sich eine Elektronikkette an die Fahnen heften. „So muss Technik“ ist nur die Spitze des Eisbergs und hat eine immense Vorbildwirkung – leider in die falsche Richtung. Und zu meinem Lieblingswort „genial“ brauche ich mich gar nicht näher zu äußern.
    Doch die Verlotterung der deutschen Sprache ist ja keine aktuelle Erscheinung. Mir fallen dazu nur einige Serien aus den Siebzigern ein – zB „Die Zwei“ und „Raumschiff Enterprise“. Da wurde doch das berühmte „Schnodderdeutsch“ von einer bekannten Synchronfirma eingeführt. Inhaltlich völlig anders, aber unglaublich cool, um nicht zu sagen ultra cool. Es hat gefallen, man zeigte die Sendungen immer wieder, doch sprachen die Leute doch einigermaßen „normal“. Heutzutage geht alles viel schneller aus den eingangs erwähnten Gründen. Man wird fast schief angeschaut, bemüht man sich korrekt zu sprechen. Ich bin kein Sprachwissenschafter, doch es wäre interessant zu untersuchen wie hoch der Wortschatz eines Durchschnittsbürgers 2018, verglichen mit jenem um 1980, ist.
    Zur Nichtverwendung von Adjektiven fällt mir nur ein: Zeit. Niemand nimmt sich mehr die Zeit einen anständigen Satz zu bilden. Wie soll denn der arme Teufel „Ist das nicht megamäßig stark?“ anders formulieren wenn er nichts anderes mehr hört? Sein Smartphone oder Tablet werden ihn sicher nicht dabei unterstützen und Frau Google ist noch nicht so weit. Und ganz ehrlich: Wen interessiert das überhaupt? Wer möchte heute noch Texte lesen wo es doch YouTube gibt? Das ist dann die nächste Entwicklung: Jeder ist in der Lage ein Video zu produzieren, doch Text verfassen oder korrekt zu sprechen – und da wären wir wieder am Anfang…
    Vor lauter „cool“, „geil“ & Co habe ich doch einen fast antiquierten Ausdruck unterschlagen: Super!

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